Themennachmittag zur bestehenden Patenschaft
Blick hinter die Kulissen der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne
- Der Themennachmittag wurde im Rahmen der seit vielen Jahren bestehenden Patenschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mit dem Panzerbataillon 363 ausgerichtet.
- Foto: Adrian Brosch
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Hardheim. „Das ist ja noch interessanter als vermutet!“: Durchweg positiv beeindruckt waren am Mittwoch die 80 Interessierten, die hinter die Kulissen der Hardheimer Carl-Schurz-Kaserne blickten. Der Themennachmittag wurde im Rahmen der seit vielen Jahren bestehenden Patenschaft des Neckar-Odenwald-Kreises mit dem Panzerbataillon 363 ausgerichtet. „Wir haben die Patenschaft damals aus der Freude über die Wiedereröffnung der Einrichtung übernommen und möchten sie mit Leben erfüllen. Das sieht vor, dass wir Brücken zwischen Menschen mit und ohne Uniform bauen!“, konstatierte Landrat Dr. Achim Brötel.
Er war es auch, der gemeinsam mit Bataillonskommandeur Raphael Krisch die Gäste begrüßte. „Die Wiedereröffnung der Carl-Schurz-Kaserne war ein Siebener im Lotto!“, frohlockte er und berief sich auf das „exzellente Miteinander“, das auch beim zivil-militärischen Brückenschoppen im Sommer an jeder Ecke auszumachen war. Hier docke man mit dem Tag der offenen Tür an, der den Bürgern die Aufgaben und Hintergründe der Bundeswehr im Allgemeinen und des Panzerbataillons 363 im Speziellen nahebringen möchte. Raphael Krisch animierte zum direkten Austausch: „Fragen Sie die Soldatinnen und Soldaten und haben Sie viel Spaß!“, wandte er sich an die Besucher, die von einem SWR-Team begleitet und interviewt wurden.
Nach kurzer Einweisung erkundete man das weitläufige Areal mit einem Fußmarsch, der zur Fahrzeug- und Waffenschau führte: Vom „Unimog 5000“ über den radgetriebenen Transportpanzer „Fuchs“, den monströsen, vor Ort in 44-facher Ausführung vorhandenen Kampfpanzer „Leopard“ und den Bergepanzer „Büffel“ bis hin zu geschützten und ungeschützten Transportfahrzeugen auf MAN-Basis konnte man den ganzen Fuhrpark besichtigen. Man konnte sogar – auch im engen Panzer, in den man sich „einfädeln“ musste – Platz nehmen und erfuhr die technischen Daten von durchweg sehr freundlichen und hilfsbereiten Soldaten. Gezeigt wurden ebenfalls Modelle und Bilder der einzelnen Panzer und Munitionsarten, während die Gefechts- und Schießsimulatoren auf breites Interesse stießen.
Zum zweiten Teil des sehr informativen Nachmittags ging es von der Freifläche ins Casino: Oberleutnant Raphael Krisch stellte in einer Präsentation Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Panzerbataillons 363 gegenüber. Ursprünglich in Böblingen stationiert, wurde das Bataillon 1966 aufgrund der frisch gebauten Prinz-Eugen-Kaserne nach Külsheim verlagert und dort 2006 aufgelöst. Krisch war zwischen 2004 und 2006 bereits dort stationiert und erlebte auch den letzten Zapfenstreich in Külsheim mit, wie er bekanntgab. „2019 erfolgte die Neuaufstellung – und wir sind gekommen, um zu bleiben!“, stellte der Kommandeur klar. Er ließ wissen, dass die Einheit der Panzerbrigade 12 im oberpfälzischen Cham untersteht, die wiederum Teil der 10. Panzerdivision in Veitshöchheim ist. Zwei Drittel der 450 Soldatinnen und Soldaten sind Wochenendpendler; das Einzugsgebiet liegt bei im Schnitt 150 Kilometern um Hardheim. Die Aufgaben sind klar verteilt: „Das Panzerbataillon 363 ist für einen Auftrag in Litauen vorgesehen. Sollte Russland das NATO-Bündnis angreifen, werden wir verteidigen und dort auch präsent sein!“, bemerkte Krisch. Demnach habe sich der komplette Auftrag der Bundeswehr gewandelt: Am Zeitstrahl zeigte er auf, dass von 1945 bis 1990 die Landes- und Bündnisverteidigung verfolgt wurde, von 1990 bis 2022 Auslandseinsätze bewältigt wurden und seit dem Ukraine-Krieg wieder Landes- und Bündnisverteidigung als vornehmste Aufgabe dient. „Im Grunde sorgte schon die Annexion der Halbinsel Krim 2014 für die Entscheidung, die Hardheimer Kaserne zu reaktivieren. Dass mit Wolferstetten der deutschlandweit größte Standortübungsplatz nur einen Katzensprung entfernt ist, trug sicher auch dazu bei“, betonte er. Mehr denn je sei die Bundeswehr auf Freiwillige angewiesen, die in der Carl-Schurz-Kaserne derzeit schon ihre Basisausbildung erhalten – und die Liegenschaft wächst weiter: Dieses Jahr wurden 100 neue Unterkünfte geschaffen, sieben neue Gebäude und 464 zusätzliche Schlafplätze sind bis 2030 geplant.
Mit aufschlussreichen Hinweisen zu verschiedenen Arten der mittlerweile durchaus als „hybride Bedrohung“ anzusehenden Drohnen und dem zwischenzeitlichen Einzug der Künstlichen Intelligenz im Sinne militärischer Nutzung – auf sie setze man, um schneller reagieren zu können – beendete Krisch sein Referat. Damit nicht genug: Bereitwillig ging er auf Fragen der wissbegierigen Teilnehmer aus dem gesamtem Kreisgebiet ein, dankte für das rege Interesse und lud zum Imbiss ein.
Bericht: Adrian Brosch
Autor:Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis |
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