Im Landratsamt geht’s jetzt bunt zu:
Osterburkener „RAUM für Kreativität“ zeigt 70 Bilder und einige Pfeifenobjekte
- Keine Angst vor „Farbexplosionen“ haben die Mitglieder der Osterburkener Kultur-Initiative „RAUM für Kreativität“. Im Mosbacher Landratsamt zeigen sie „Emotionen in Farbe“ und freuten sich über zahlreiche Gäste.
- Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis
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Ausstellung „Emotionen in Farbe“ mit 70 Gästen eröffnet – Benefiz-Bild wird versteigert - Kreis-Stipendiatin Ildiko Mathefi im kleinen Foyer zu sehen
Mosbach. Wer bisher glaubte, in Amtsstuben und den dazu gehörenden Fluren ginge es schwarz-weiß zu, der wurde spätestens bei der Vernissage der Osterburkener Gruppe „RAUM für Kreativität“ schnell eines Besseren belehrt. Denn unter dem Titel „Emotionen in Farbe“ versammeln die acht Künstlerinnen und Künstler um Laudatorin und Initiatorin Gerti Prochazka rund 70 farbintensive Bilder sowie einige Pfeifenobjekte. Durch die recht dichte Hängung scheint eine Woge fröhlicher Farbigkeit durch die beiden Stockwerke zu brausen, was den Hausherrn, Landrat Dr. Achim Brötel, an den bekannten Spruch des Bauhaus-Lehrers Walter Gropius denken ließ: „Bunt ist meine Lieblingsfarbe.“
Auch die Musik kam „aus den eigenen Reihen“ der umtriebigen Kultur-Initiative. Bernhard Schieß präsentierte am E-Piano atmosphärische Eigenkompositionen und stellte damit gleich seine aktuelle CD vor. Im vorderen, kleinen Foyer zeigt die Kunststipendiatin des Landkreises Werke, die während ihres vierwöchigen Aufenthalts im Sommer in der Region entstanden (die RNZ berichtete). Ildiko Máthefi-Bernander aus Görlitz hatten es vor allem verlassene Gebäude angetan; ihre Malerei erreicht auch mit reduzierter Farbigkeit bleibende Eindrücke vom Vergehen und Verwehen der Zeit.
„Es wird sehr bunt werden“, lautete bereits im Vorfeld der Ausstellung die „Trigger-Warnung“ aus Osterburken – vertreten an diesem Abend auch durch Bürgermeister Jürgen Galm. Nach der Hängung zeigte sich der Landrat angetan und forderte: „Einen solchen Raum der Kreativität brauchen wir hier auch.“ Denn dieser „Sehnsuchtsort für Verwaltungsmenschen“ verwende mit der Farbe eine universelle Sprache. Anders als so manches Verwaltungsschreiben, mochte da manch ein Zuhörer gedacht haben.
Die Ausstellung „Emotionen in Farbe“ biete „eine Reise durch die Welt der Gefühle, ausgedrückt in Pinselstrichen, Farbflächen und künstlerischer Intuition“. Hinter dem Raum für Kreativität stehe ein Netzwerk, das sich auch jenseits der Bilder für die Gesellschaft engagiere, etwa durch die Versteigerung eines Gemeinschaftswerks mit Katze. Der Erlös ist für das Frauen- und Kinderschutzhaus bestimmt. Angebote können während der Ausstellung abgegeben werden.
„Ein verglaster Raum, der mit seinen Bildern einen Blickfang für Passanten bietet“, so beschrieb Gerti Prochazka den „RAUM“. Als die Stadt Osterburken vor vier Jahren im Rahmen des Projekts Bürgerwerkstatt nach Ideen suchte, meldete sich Prochazka zusammen mit Bernhard Schieß, um ein solch offenes Gemeinschaftsatelier auf den Weg zu bringen. Der erste Dank ging deshalb an die Kommune, die den realen Raum kostenlos zur Verfügung stellt - sowie für Strom und Wasser sorgt. Regelmäßig trifft sich die Gruppe mittwochs, was auch als offenes Angebot für Kinder, Jugendliche und Erwachsene gedacht ist. „Einmal malte sogar eine Frau mit uns, die auf der Durchreise auf dem Bahnhof strandete“, erinnerte sich die Rednerin. Da man bislang eher im kleinen Rahmen ausgestellt habe, sei die Freude über die große Hängefläche im Landratsamt entsprechend riesig.
„Wir haben uns dem abstrakten Expressionismus verschrieben, der informellen Malerei und dem Action-Painting, es finden sich daher nur wenig realistische Bilder“, fasste Prochazka die Stilfrage zusammen. Zu sehen sind Arbeiten von Gabi Genieser, Heike Reißfelder, Edeltraud Banschbach, Rainer Kampfhenkel, Ingrid Claus, Gisela Fuchs und Bernhard Schieß. An Magrittes bekanntes Sinn-Bild mit der Inschrift „Dies ist keine Pfeife“, lassen die Arbeiten von Matthias Bölz denken. Dieser schnitzt nicht nur „funktionsfähige“ Pfeifen, sondern kombiniert diese mit gemalten Miniaturen – gerne der Pfeifenraucher.
„Wir lernen miteinander und aneinander, tauschen uns aus, wachsen aneinander und lernen im Umgang mit Farbe immer etwas dazu“, beschrieb Prochazka das besondere „RAUM-Klima“, bei dem es mitunter durchaus zu einer Farbexplosion kommen könne.
Info: Die Ausstellung ist bis 6. Februar 2026 im Landratsamt zu sehen. Geöffnet ist montags von 8 bis 12 und 14 bis 16 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 und 14 bis 17 Uhr und auf Anfrage bei der Pforte.
Text: Peter Lahr
Autor:Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis |
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