Mitgliederversammlung 2026
Biotopkartierung bestätigt gute Arbeit des LEV und der Landwirtschaft
- Foto: Landschaftserhaltungsverbands Neckar-Odenwald-Kreis e. V.
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Elztal-Dallau. Am 27. April 2026 fand die jährliche Mitgliederversammlung des Landschaftserhaltungsverbands Neckar-Odenwald-Kreis e. V. (kurz LEV) im Dorfgemeinschaftsraum in Dallau statt. Als erster Vorsitzender des LEV hieß Landrat Dr. Achim Brötel die Mitglieder und Freunde aus Kommunen, Verbänden und Behörden willkommen.
Wieder einmal nahm die Vorstellung des Tätigkeitsberichts 2025 und des Arbeits-programms 2026 durch Geschäftsführer Matthias Jurgovsky einen großen Raum ein.
Nach nunmehr 13 abgeschlossenen Geschäftsjahren zog Matthias Jurgovsky eine durchweg positive Bilanz. Die erst kürzlich abgeschlossene Offenland-Biotopkartierung des Landes belege eindrücklich die erfolgreiche Arbeit v. a. im Vertragsnaturschutz nach der Landschaftspflegerichtlinie (LPR). Am Beispiel Ravenstein stellte der Geschäftsführer dar, dass u. a. zahlreiche (nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützte) magere Flachlandmähwiesen neu entstanden sind. Mittlerweile stünden ca. 1.400 Hektar unter LPR-Vertragsnaturschutz. Jurgovsky dankte den vielen landwirtschaftlichen Betrieben und Akteuren für ihre wertvolle Arbeit im Naturschutz, für die Biodiversität und für die Kultur- und Erholungslandschaft.
Neben den fünfjährigen Verträgen spielt die Umsetzung von Einzelmaßnahmen beim LEV eine große Rolle. Diese Förderung läuft auch über die LPR, muss aber jedes Jahr aufs Neue beim Regierungspräsidium im Kreispflegeprogramm beantragt werden. Rückblickend auf die letzten 13 Jahre ist ein kontinuierlicher Mittelaufwuchs zu verzeichnen, zuletzt auf ca. 270.000 Euro. Geschäftsführer Jurgovsky berichtete exemplarisch vom Schäferrevierkonzept für den Wanderschäfer in Hardheim. Dabei soll ein Überblick über die Bedürfnisse und Konflikte hinsichtlich der Beweidung ermittelt werden. Mit der Förderung ist es gelungen, weitere Triebwege zu öffnen, damit der Schäfer mit seinen Tieren nicht über gefährlichen Straßen ziehen muss.
Leider hat das Land massive Mittelkürzungen beim Kreispflegeprogramm für 2026 in Aussicht gestellt. Wie schlimm es kommen wird, ist aktuell noch nicht bekannt. Die Geschäftsstelle sucht aktuell nach kreativen und kostengünstigen Lösungen, damit zumindest die Folgepflege gesichert werden kann. Dabei helfen können hoffentlich auch neue, junge und engagierte Weidetierhalter, wie u. a. im Morretal bei Buchen.
Eine weitere, wenn auch mit weniger Finanzmitteln ausgestattete Alternative sind die Projektmittel vom Landkreis. Auch hier zeigt sich im Rückblick, dass die jährlich zur Verfügung stehenden 20.000 Euro dringend gebraucht werden. 2025 und 2026 bilden die Themen Streuobst und Landschaftspflege die eindeutigen Schwerpunkte. So konnten und können auch in diesem Jahr doch noch einzelne Kalk-Magerrasen gepflegt werden, u. a. im Naturschutzgebiet Brünnbachtal bei Adelsheim mit dem NABU Bauland Süd und einem örtlichen Landwirt und Schafhalter als Projektpartner. Ein positives Beispiel für das gute Miteinander von Landwirtschaft und Naturschutz.
Fester Bestandteil in der LEV-Arbeit sind mittlerweile Projekte, die seit 2017 über die Stiftung Naturschutzfonds finanziert werden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Ausgleichsgelder für Windkraftanlagen. Matthias Jurgovsky bekräftigt, dass man das Geld unbedingt im Landkreis halten will. Deshalb unterstützt der Verband die Kommunen und das Regierungspräsidium Karlsruhe bei der Antragsstellung beim Stiftungsrat. Im letzten und in diesem Jahr wurden bzw. werden damit v. a. Trockenhänge mit Kalkmagerrasen und Streuobstbrachen u. a. in Waldmühlbach, Schweinberg, Hardheim, Waldhausen, Haßmersheim und Neckarzimmern gepflegt.
Im Anschluss an den Bericht des Geschäftsführers und erfolgreicher Entlastung des Vorstands fanden die jährlichen Wahlen statt. Bürgermeister Christian Stuber aus Neckarzimmern wurde erneut einstimmig zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Bei den beiden Kassenprüfern bleibt ebenfalls alles beim Alten: Bürgermeister Norman Link aus Neckargerach/Zwingenberg sowie Andreas Sigmund vom Kreisbauernverband wurden in ihren Ämtern bestätigt.
Mit einem großen Dankeschön an die Mitglieder, den Vorstand und die Geschäfts-stelle und vor allem an die vielen Akteure schloss Landrat und erster Vorsitzender Dr. Achim Brötel die Mitgliederversammlung.
Die anschließende Exkursion wurde von der Biotopverbundbotschafterin Luisa Klingmann geleitet und führte die Mitglieder und Gäste nach Neckarburken. Am Sportplatz im Gewann Wörschelberg berichtete Frau Klingmann von der Umsetzung zweier Maßnahmen aus der erst im letzten Jahr abgeschlossenen Biotopverbund-planung. Zum einen wurde ein zugewachsener Tümpel geöffnet und ausgebag-gert, damit dort wieder Amphibien ablaichen können. Als zweite Maßnahme ist für 2026 die Pflege eines angrenzenden Kalk-Magerrasens geplant.
Wer sich weiter informieren möchte, findet den aktuellen Geschäftsbericht 2025 des Landschaftserhaltungsverbands unter www.neckar-odenwald-kreis.de.
Bericht: Matthias Jurgovsky, Geschäftsführer
Autor:Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis |
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