Kreise sind raus:
Land finanziert Regionalbahn komplett - Mehr als 500 Fahrgäste täglich zwischen Lauda und Osterburken

Regionalbahn-Zug auf der Strecke zwischen Lauda und Königshofen: Nachdem inzwischen mehr als 500 Fahrgäste am Tag erreicht werden, müssen Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis nicht mehr zur Finanzierung beitragen. 
 | Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Thorsten Haas
  • Regionalbahn-Zug auf der Strecke zwischen Lauda und Königshofen: Nachdem inzwischen mehr als 500 Fahrgäste am Tag erreicht werden, müssen Main-Tauber- und Neckar-Odenwald-Kreis nicht mehr zur Finanzierung beitragen.
  • Foto: Landratsamt Main-Tauber-Kreis, Thorsten Haas
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Neckar-Odenwald-/Main-Tauber-Kreis. Der Main-Tauber-Kreis und der Neckar-Odenwald-Kreis müssen keinen Zuschuss zum Betrieb des Regionalbahn-Stundentakts auf dem Streckenabschnitt zwischen Lauda und Osterburken mehr leisten. Damit wird eine Vereinbarung zwischen dem Verkehrsministerium Baden-Württemberg und den beiden Landkreisen umgesetzt. Der Zuschuss war bisher in Abhängigkeit von den erreichten Fahrgastzahlen aufgeteilt. Die immer höhere Inanspruchnahme der Regionalbahn hat nun dazu geführt, dass das Land die Finanzierung vollständig übernimmt.

Landräte Schauder und Dr. Brötel: Gut für die Bürger, das Klima und die Finanzen

Die beiden Landräte Christoph Schauder (Main-Tauber) und Dr. Achim Brötel (Neckar-Odenwald) zeigen sich über diese Entwicklung höchst erfreut. „Das ist ein großer Erfolg, das tut einfach gut“, sagte Landrat Schauder. „Unsere Beharrlichkeit hat sich hier ausgezahlt. Mein Kollege Achim Brötel und ich danken dem Verkehrsministerium, das sich auf eine faire Vereinbarung eingelassen und beim Wegfall der Zahlungspflicht nun Wort gehalten hat.“

Im Dezember 2019 hatte Schauder als damaliger Erster Landesbeamter im Main-Tauber-Kreis bereits am Start des Regionalbahn-Probebetriebs teilgenommen. Seitdem hätten sich beide Landkreise unermüdlich dafür engagiert, mehr Fahrgäste für die Regionalbahn zu gewinnen. Das eingesparte Geld könne nun für andere Zwecke verwendet werden.

Dies unterstrich auch Landrat Dr. Brötel: „Alle Landkreise befinden sich haushaltspolitisch in einer außerordentlich schwierigen Lage, insbesondere die Planungen der Kreishaushalte für das Jahr 2027 werden landauf landab sehr herausfordernd werden, auch in unseren Landkreisen. Hier kommt diese Entwicklung wie gerufen, damit wird ein Beitrag zur Entlastung der Haushalte geleistet.“ Darüber hinaus sei die gestiegene Nutzung der Regionalbahn in mehrerlei Hinsicht erfreulich. Sie leiste einen Beitrag zur Verringerung des CO2-Ausstoßes im Verkehr, da die Schiene das umweltfreundlichste Verkehrsmittel sei. „Der Regionalbahnbetrieb gibt zudem Berufspendlern die Verlässlichkeit, dauerhaft und kostengünstig vom Auto auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen“, fügte er hinzu.

Fahrgastzahlen rauf, Landkreis-Zuschüsse runter

Nachdem im Zeitraum Juli 2023 bis Juni 2024 die täglichen Fahrgastzahlen auf dem gesamten Regionalbahn-Streckenabschnitt zwischen Lauda und Osterburken bei durchschnittlich über 400 Fahrgästen lagen, nutzen in dem Vergleichszeitraum Juli 2025 bis Juni 2026 erst-mals täglich mehr als 500 Fahrgäste die Regionalbahn RB 85.

Ursprünglich war vereinbart, dass das Land 60 Prozent und die beiden Landkreise gemeinsam 40 Prozent der Kosten übernehmen, die nicht durch Ticketerlöse abgedeckt sind. Der Anteil der Landkreise wurde aufgrund der längeren Fahrstrecke zu 75 Prozent auf den Main-Tauber-Kreises und zu 25 Prozent auf den Neckar-Odenwald-Kreis umgelegt.

Im Jahr 2024 beliefen sich die Gesamtkosten auf knapp 3,6 Millionen Euro. Hiervon entfielen aufgrund der vereinbarten Aufteilung mehr als 1,4 Millionen Euro auf die beiden Landkreise, davon rund 1,1 Millionen Euro auf den Main-Tauber- und 360.000 Euro auf den Neckar-Odenwald-Kreis. Durch das Erreichen der 400er-Marke haben sich die Kosten der Landkreise im Jahr 2025 nahezu halbiert. Auf den Main-Tauber-Kreis entfielen circa 550.000 Euro, auf den Neckar-Odenwald-Kreis 200.000 Euro. 2026 werden nochmal 565.000 (Main-Tauber) bzw. 190.000 Euro fällig (Neckar-Odenwald). Ab dem Jahr 2027 entfällt die Mitfinanzierung aufgrund des Überschreitens der Schwelle von 500 Fahrgästen in zwei aufeinander folgenden Halbjahren ganz. Daher kann der ÖPNV-Haushaltsansatz für das Jahr 2027 im Main-Tauber-Kreis um circa 585.000 Euro geringer ausfallen. Der Neckar-Odenwald-Kreis spart in gleicher Weise im Jahr 2027 circa 195.000 Euro.

Die Vereinbarung zwischen Land und Kreisen

Nach langen Verhandlungen hatten sich die beiden Landkreise und das Verkehrsministerium Baden-Württemberg im Jahr 2019 zunächst auf einen dreijährigen Probebetrieb für den Regionalbahnverkehr verständigt, welcher bedingt durch die Corona-Pandemie mit deutlich verminderten Fahrgastzahlen zunächst um ein weiteres Jahr verlängert wurde. Aufgrund der positiven Entwicklung der Fahrgastzahlen nach Ende der Pandemie wurde beschlossen, den Probebetrieb zum Fahrplanwechsel im Dezember 2023 in einen Regelbetrieb umzuwandeln. Gleichzeitig wurde vereinbart, dass die Landkreise sich zunächst weiterhin an den Kosten beteiligen, die Zuschüsse aber bei Erreichen von festgelegten Meilensteinen von 400 bzw. 500 Fahrgästen täglich sinken oder gar komplett entfallen können. In der Zwischenzeit wurden beide Fahrgast-Meilensteine übertroffen.

Verlässliche Zustiegsmöglichkeiten und attraktive Anschlüsse

Mit dem Regionalbahnverkehr Lauda-Osterburken bestehen seit Dezember 2019 verlässliche Zustiegsmöglichkeiten an den Stationen Rosenberg, Eubigheim, Boxberg-Wölchingen und Königshofen und somit auch Anschlussmöglichkeiten in Lauda, Würzburg und Osterburken an weiter entfernte Ziele. So kann seither beispielsweise aus Rosenberg oder Wölchingen ohne Umstieg nach Würzburg gefahren und dort in die Fernzüge umgestiegen werden.

In den Regionalbahnzügen werden beispielsweise die Tickets des Verkehrsverbunds Rhein-Neckar oder der bwtarif sowie das Deutschlandticket anerkannt. Der Neckar-Odenwald-Kreis und der Main-Tauber-Kreis haben mit der Einführung des Regionalbahnbetriebs die Busverkehre überplant, sodass zu allen Stationen umfangreiche Zu- und Abbringerverkehre mit Linienbussen und Ruftaxen genutzt werden können. Die Fahrpläne auf der Regionalbahn sind insbesondere auf die Schülerverkehre ausgerichtet, sodass die Schulen in Osterburken, Rosenberg, Eubigheim, Boxberg sowie Lauda gut erreicht werden können. Mit einem Umstieg in Lauda oder Königshofen sind auch die Schulen in Bad Mergentheim aus der Raumschaft Ahorn und Boxberg erreichbar. Infolge der im Jahr 2031 vorgesehenen Modernisierung des Bahnhaltepunkts Königshofen soll sich die Umsteigesituation zwischen der Tauber- und der Frankenbahn noch weiter verbessern.

Informationen zum Fahrplan gibt es bspw. unter www.frankenbahntakt.de oder www.vrn.de.

Autor:

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis

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