High-Tech und Heimatschutz
Wohin steuert die moderne Verteidigung?
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Drohnen, Panzer und Zivilschutz: Einblick in die Sicherheit der Zukunft – CDU-Kreisvorstand zu Gast beim Panzerbataillon 363 in Hardheim
Hardheim. Die sicherheitspolitische Zeitenwende werde zunehmend auch vor Ort konkret: Neue Drohnentechnologien veränderten die Kriegsführung, die Panzertruppe müsse sich auf ein grundlegend verändertes Gefechtsfeld einstellen und zugleich gewinne der Zivilschutz wieder an Bedeutung. Diese drei Erkenntnisse nahm der CDU-Kreisvorstand Neckar-Odenwald aus einem intensiven Austausch beim Panzerbataillon 363 in der Carl-Schurz-Kaserne in Hardheim mit. Für die CDU folge daraus, dass Verteidigungsfähigkeit, technologische Innovation und zivile Vorsorge künftig konsequenter zusammengedacht werden müssten – auch auf Landes-, Kreis- und kommunaler Ebene.
Die Delegation unter Leitung des CDU-Kreisvorsitzenden und Bürgermeisters Markus Haas wurde von Major Christopher S. und Oberleutnant Sebastian H. empfangen. Im ausführlichen Gespräch erhielten die Mitglieder des Kreisvorstands Einblicke in die Aufgaben der Panzertruppe und in die veränderte Sicherheitsarchitektur Deutschlands, Europas und der NATO. Das Panzerbataillon 363 gehört zur Panzerbrigade 12 und ist eng mit dem Neckar-Odenwald-Kreis verbunden; zwischen Bataillon und Landkreis besteht eine offizielle Patenschaft.
Einen Schwerpunkt bildete die rasante Entwicklung der Drohnentechnologie. Dabei sei deutlich geworden, dass unbemannte Systeme längst weit über die reine Aufklärung hinausgingen und das Gefechtsfeld grundlegend veränderten. Für die CDU sei deshalb besonders interessant, welche Rolle Baden-Württemberg mit seinen Kompetenzen in Maschinenbau, Sensorik, Elektronik, Software und Forschung künftig bei Entwicklung und Abwehr von Drohnen einnehmen könne. Das Land bündelt seine Kompetenzen unter anderem im Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum Baden-Württemberg (D-KAZ BW) und brachte 2026 erstmals Vertreter aus Wissenschaft, Industrie, Sicherheitsbehörden, Bundeswehr und Bevölkerungsschutz in einer Innovationskonferenz zusammen.
Der CDU-Kreisvorstand sehe darin eine strategische Chance für Baden-Württemberg. Das Land müsse den Anspruch entwickeln, bei Drohnentechnologie, Detektion und Drohnenabwehr zu einer führenden Region zu werden und dabei Forschung, mittelständische Industrie, Sicherheitsbehörden und Bundeswehr enger zu vernetzen. Gerade die kurzen Innovationszyklen zeigten, dass neue Technologien schneller von der Entwicklung in die praktische Anwendung gelangen müssten.
Eng damit verbunden sei die Frage nach dem Kampfpanzer im Krieg der Zukunft gewesen. Das Gespräch habe gezeigt, dass Drohnen, permanente Aufklärung, elektronische Kampfführung und präzise Wirkmittel die Panzertruppe erheblich veränderten. Schwere gepanzerte Kräfte verlören dadurch jedoch nicht automatisch ihre Bedeutung. Vielmehr komme es künftig noch stärker auf das vernetzte Zusammenwirken von Panzern, Aufklärung, Drohnen, Infanterie, Artillerie und weiteren Fähigkeiten an.
Ein weiterer Schwerpunkt galt dem Zivilschutz und der Gesamtverteidigung. Major Christopher S. habe hierzu aufschlussreiche Einblicke in mögliche zukünftige Konfliktszenarien gegeben. Dabei sei deutlich geworden, dass Verteidigungsfähigkeit nicht allein eine militärische Aufgabe sei. Funktionierende Verkehrswege, Energie- und Kommunikationsnetze, medizinische Versorgung sowie belastbare Verwaltungs- und Katastrophenschutzstrukturen seien ebenfalls von hoher Bedeutung. Der Operationsplan Deutschland verbindet die militärische Verteidigungsplanung ausdrücklich mit notwendigen zivilen Unterstützungsleistungen.
Nach Auffassung des CDU-Vorsitzenden Markus Haas müsse daraus auch vor Ort eine Konsequenz gezogen werden. Landkreise und Kommunen sollten stärker dafür sensibilisiert werden, welche Anforderungen eine ernsthafte zivile Vorsorge an Stromversorgung, Kommunikation, Verkehrswege, medizinische Versorgung und Katastrophenschutz stelle. Dabei gehe es nicht um Alarmismus, sondern um belastbare Strukturen, die ebenso bei Naturkatastrophen und großflächigen Versorgungsausfällen wie in einer sicherheitspolitischen Krise von Nutzen seien.
Zur Sprache kam auch der kurz zuvor in Hardheim gehaltene Vortrag des früheren deutschen Botschafters in Estland, Christoph Eichhorn. Nach dem Bericht der Gastgeber habe Eichhorn insbesondere die Sicherheitswahrnehmung der baltischen Staaten geschildert und davor gewarnt, angesichts der veränderten Bedrohungslage in Angst oder mangelnde Entschlossenheit zu verfallen. Europa müsse mehr Verantwortung für seine eigene Sicherheit übernehmen und dafür über glaubwürdige militärische Fähigkeiten verfügen.
Für den CDU-Kreisverband gehöre dazu auch eine stärkere gesellschaftliche Verankerung der Bundeswehr in der Region. Die Patenschaft zwischen dem Neckar-Odenwald-Kreis und dem Panzerbataillon 363 sei hierfür ein wichtiges Zeichen. Der Kreisvorstand wolle sich dafür einsetzen, die Kontakte zwischen Bundeswehr, Kommunen, Bevölkerung, Wirtschaft und gesellschaftlichen Organisationen weiter auszubauen. Eine Bundeswehr, die sichtbar Teil der Region sei, stärke gegenseitiges Verständnis und Akzeptanz.
Zum Abschluss dankte die Delegation Major Christopher S. und Oberleutnant Sebastian H. für den offenen Austausch. Der Besuch habe gezeigt, dass technologischer Vorsprung, eine einsatzfähige Bundeswehr und ein funktionierender Zivilschutz nicht getrennt voneinander betrachtet werden könnten. Für den CDU-Kreisverband seien dies Themen, die angesichts der aktuellen Sicherheitslage künftig auch auf regionaler Ebene einen deutlich höheren Stellenwert erhalten.
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