Bergwandern
Mit 72 über das Steinerne Meer nach Maria Alm
- hochgeladen von Max Stoll
Ende Juli ging der 72 jährige Max Stoll vom Königssee über das Steinerne Meer nach Maria Alm.
Ist eigentlich nichts Besonderes, wenn da nicht einige Handicaps eine gewichtige Rolle spielen würden. Ich gehe mit einer Knieprothese, Hüftprothese und Herz-Op.
Ich habe lange überlegt diese Tour zu gehen und ob es physisch und vor allem mental reicht. Das Gebiet war mir bekannt nur der Abstieg nach Maria Alm war das große Fragezeichen.
Los ging es am 27.7. mit dem Aufstieg von Bartholomä am Königssee über die Saugasse zum Kärlinger Haus am Funtensee. Da waren rund 11km Weg und 1.100 Höhenmeter zu überwinden. Die Gehzeit betrug 6,5 Stunden. Am nächsten Morgen gind es dann weiter zum Ingoldstädter Haus mit einer Wegstrecke von 6 km und 550 Höhenmeter. Bei durchweg schwierigem Gelände nahm dieser Weg 4,5 Stunden in Anspruch. Nach der Übernachtung im Ingoldstädter Haus ging es morgens auf die nächste Etappe zum Riemannhaus. Das waren wieder knapp 7 km und 600 Höhenmeter. Das Gelände wurde nicht einfacher, man war jetzt so ziemlich auf dem höchsten Punkt, abgesehen von den Gipfeln, bei ca. 2.300 Meter. Gehzeit auch hier 5 Stunden. Dann kam die große Unbekannte, der Abstieg vom Riemann Haus nach Maria Alm. Da waren 9 km und 1.390 Höhenmeter nach unten zu gehen. Die ersten 5km bis zur Talstation der Materialseilbahn ging man nur in extremen,alpinen Pfaden. Da die Höhenunterschiede zwischen den Stufen teilweise sehr groß waren, manchte jetzt das Knie bemerkbar und ich musste einen großen Teil des Abstiegs rückwärts bewältigen, was voll auf die Kräfte geht. Dieser extreme Weg nahm dann auch 5 Stunden in Anspruch. Die restlichen 4 km gingen zwar ständig bergab aber es war dann ein Fahrweg, der recht gut zu gehen war. Nach weiteren 3 Stunden bin ich dann in Maria Alm angekommen. Es war keine einfache aber eine wunderschöne Tour durch das Steinerne Meer mit seinen glatten,weißen Felsen in einer Mondlandschaft. Ja, genau so kann man sich da oben fühlen,kein Baum,kein Strauch nur nackter Fels und eine erbarmungslose Sonne.
Es eine Wallfahrt zu mir und hat mir gezeigt, wie klein wir eigentlich sind und man kann nur andächtig sein, vor der Größe der Natur, die dir dort oben geboten wird. Man ist da Gott sehr nahe.
Ich bin dankbar, dass ich die Tour gehen, ohne Unfall oder gefährliche Situationen gehen konnte und heil aus dem Berg gekommen bin.
Autor:Max Stoll aus Seckach |
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