"Keiner will, dass sie damit aufhört!"
Die neue Rivalin - seit Wochen kein ruhiger Schlaf mehr
- hochgeladen von Stefanie Baronin von Sachsen
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"Es kommt in den besten Familien vor, so sagt man doch gerne", erklärte meine Freundin lapidar, um mit schräg gehaltenem Kopf und einem honigkuchenartigen Gesichtsausdruck diesem Thema nochmal zusätzlich Ausdruck zu verleihen. Und das mir! Ich bin Traurednerin und der Kelch geht selbst an mir nicht vorbei.
Sie nippte fast zufrieden an ihrem Glas, ob dieser epochalen hochpsychologischen Aussage.
Das Klimpern mit den Augendeckeln und ihr fast verklärter allwissender Bick in die imaginäre Ferne - gespeist aus einem unermesslichen, selbst erlebten Erfahrungsschatz - traf mich direkt ins Herz.
Ich wusste genau, an was sie gerade dachte - an ihre eigenen unzähligen Geschichten und darauffolgenden Therapiesitzungen, die sehr wirksam waren und trotzdem ist sie wieder Single.
Das tätscheln meiner Hand, die eigentlich ganz cool und ruhig auf dem Küchentisch ruhte, versetzte mich dann doch, - na, sagen wir mal so - in eine leicht aufgebrachte Schnappatmung.
Meine Hand zuckte förmlich und fast hätte ich meine wunderschöne neue Cappuccino-Tasse auf den Boden gefegt - läge da nicht immer noch mitfühlend die Hand meiner lieben guten alten Freundin auf der meinigen.
Ein kleiner Kunstgriff
Mit der von Freiheit strotzenden anderen Hand ergriff ich schnell mein Champagnerglas und prostete ihr zu.
"Komm lass uns erst mal was trinken. Sekt, Champagner, Prosecco - egal! Lass es dir schmecken."
Köstlich und gut gekühlt wurde, wie mit 180 km/h auf der Autobahn, gleich nachgegossen - denn: er soll ja nicht schlecht werden.
Ich versuchte dann zu beschwichtigen und - typisch weiblich - zu relativieren:
"So schlimm es es ja auch nicht."
Man teilt ja gerne und wenn man liebt, ist doch das wichtigste, dass der andere glücklich ist, oder nicht? Und da darf man sich selbst doch nicht so wichtig nehmen, ist doch richtig? Liebe kann doch viele Farben haben und Lebensmodelle sind doch nicht in Stein gemeißelt, oder?
Sie schaut mich ungläubig an.
"Ist ja nur eine Schwärmerei, er hat schon lange davon geträumt."
Und was bedeutet es schon - auch für eine gute Partnerschaft und glückliche Ehe, wenn ein kleines Stückchen Aufmerksamkeit jeden Abend weggeben wird; wenn der 100% ige Mittelpunkt nicht mehr Du selbst bist? Wenn Du spürst und siehst, dass der Mann, den Du so sehr liebst, gedankenverloren und schwärmerisch verklärt zwar anwesend, aber eigentlich ganz woanders ist. Als Dasein kannst Du es nicht mehr bezeichnen.
"Er sagt, allein das Ansehen und Betrachten ist so bereichernd. Er kann den Blick nicht abwenden.
So viel Schönheit!"
Meine Freundin sieht mich mittlerweile völlig entsetzt an, will sich nachgießen und flüchtet regelrecht dankbar an den Kühlschrank, um einen weiteren Prosecco zu holen, sie hat trotz allem bemerkt, dass die Flasche leer ist. Natürlich, Frauen sehen alles.
Das Entsetzen in ihrem Gesicht habe ich natürlich bemerkt, so geschickt sie die Situation auch passenderweise retten wollte.
In einem weiteren Ablenkungsversuch hatte sie sogar die leere Flasche nochmal kurz geschuckelt. Als ob doch noch ein paar Tropfen rauskommen könnten. Blödsinn.
Meine Güte, ein Gesichtsausdruck wie von einer aufgeschreckten Katze, der gleich die Augen aus dem Kopf kullern. Sie konnte es nicht verheimlichen.
"Was soll's, Hauptsache weiterhin glücklich, oder?", sagte ich lächelnd.
Ich sah, wie sie das zweite Glas in einem runterkippte.
Im folgenden erzählte ich ihr, dass diese Eleganz und diese Anmut ihn total faszinieren. Er erklärt mir jeden Abend ganz genau, was für ein Wunder sich hier nun anscheinend ereignet und wieviel Freude er hat. Eine solche unglaubliche, fast magische unbeirrbare Freude! Seine Augen leuchten und ich sehe ihm an, wie gut es ihm geht.
Es gibt Dinge, die machen einfach glücklich, sie erfüllen einen mit Leichtigkeit, mit Zuversicht und
motivieren zu leben, zu wirken, zu sein.
"So in etwa ist der Tenor, wenn er unablässig, fast schon hypnotisch schwärmt", fasste ich zusammen.
Sie verzieht ihre Mundwinkel:
" Ich glaube mir wird schlecht"
Ein neues Mitglied in unserem Leben
Ein Leben, das so vollkommen ist, voller Musik und Gesang und Hochzeits-Buchungen an den schönsten locations - wunderschöne Zeremonien für Hochzeiten sind unser liebstes.
Und dafür braucht man entsprechende Kraft und Ausstattung, um gut gerüstet zu sein, um wirklich - meisterlich unterstützt - jeden Ton zu treffen und zur Vollendung zu bringen.
Gertenschlank und auf Hochglanz poliert steht "sein neues Baby" da - auf einem Podest aufgethront, damit niemand daran stößt und diese Pracht und Herrlichkeit umfallen könnte.
So wie Könige und Kaiser - unberührbar - und nur der Maestro darf es anfassen.
Ein deutsches Qualitätsprodukt, hergestellt in Deutschland, kein Stück aus Fernost. Ein echtes Schmuckstück mit Gravuren und einem so wunderbaren Klang, der selbst die Engelslauten im Himmel verstummen lässt, liegt liebevoll in seinen Armen, wenn er allabendlich allein seine Fingerfertigkeit trainiert. Denn die Griffe sind bei diesem Modell tatsächlich etwas anders.
Man muss sich ein bisschen umgewöhnen. Das gehört immer dazu, oder?
Wie schön ist es, wenn in einer Ehe die Freude überschwappt. Immer mit der richtigen Sorgfalt und Bedacht.
Auch wenn ich das Neue Saxophon nicht mal berühren darf, um es herumtänzeln muss - in grenzenloser Würdigung seiner Schönheit und Brillanz und ob des vollen runden Klanges - so gehört es nun dazu.
Und dieses neue Glück ist für uns lebensbereichernd und wird an Musikabenden und Hochzeiten viele Menschen - wenigstens für einen Augenblick - glücklich machen und deswegen darf es sein.
Exakt dieses Glücksempfinden darf bei neuen Lebensentscheidungen mit spürbaren Konsequenzen, eine zentrale Rolle für alle Beteiligten und Betroffenen spielen, oder?
Letztendlich ist alles ein Spiel. Kein Drama, kein Theater.
Ein Spiel, dessen Regeln und Grenzen dazu da sind, dass es allen Spaß macht und bleibt was es ist - ein Spiel.
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Autor:Stefanie Baronin von Sachsen aus Wertheim |
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