Lofts sind eine kreative Art des Wohnens als Reaktion auf den Strukturwandel. Nicht ohne Grund fühlen sich viele Künstler und Kreative von diesen alternativen Wohnlandschaften angesprochen.
Wohnen in stillgelegten Fabriken

Lofts bezeichnen einen speziellen Wohnraum, der seine eigenen Anhänger hat. Wer sich von dem aufpolierten Industriecharme angesprochen fühlt, kann in einem Loft sehr glücklich werden und seine Lebensqualität spürbar steigern. Dennoch besitzt ein Loft auch praktisch seine Spezifika, mit denen sich der Bewohner frühestmöglich auseinandersetzen sollte.

Was ist ein Loft?

Lofts sind stillgelegte Industrie- und Fabrikgebäude, die zu Wohnzwecken umfunktioniert wurden. Damit gehören Lofts zu den vielen Maßnahmen im Zuge von Deindustrialisierung und Strukturwandel. Waren Lofts zu Beginn dieses Trends eher als Sozialmaßnahme konzipiert, um kostengünstig neuen Wohnraum zu schaffen, sprechen die alternativen Wohnungen heute vor allem ein akademisches Milieu an.

Die Gentrifizierung spielt also bei Lofts die Begleitmusik, denn ihre besondere Atmosphäre macht diese für Hippies bis Yuppies attraktiv. Künstler schätzen wiederum die geräumigen Wohnanlagen, um Wohnen und Arbeiten miteinander zu vereinbaren. Typischerweise haben sie in den Lofts ihre Galerien untergebracht, durch die sie Besucher und Kunden gern führen.

Immer wieder wird in der Geschichte der Lofts Andy Warhol mit seinen New Yorker Factorys in den 1960er Jahren genannt. Obwohl Warhol zweifellos ein Trendsetter war, welcher der Popularität von Lofts einen neuen Schub verlieh, ist der Trend der Umgestaltung von Fabrikraum zu Wohnraum bereits von Londoner und New Yorker Künstlern aus den 1940er Jahren dokumentiert.

Was bieten Lofts für Vorteile?

Lofts spiegeln einen postmodernen Trend der Dezentralisierung von Wohneinheiten wider, die im rationalen Industriezeitalter streng voneinander separiert und nach ihrer Funktionalität geordnet waren. So wurde früher im Wohnzimmer ferngesehen, im Schlafzimmer geschlafen, im Esszimmer gegessen und im Kinderzimmer spielten die Kinder. Wenn hingegen alles in einer geräumigen Wohnfläche stattfindet, sind die Strukturen sehr viel offener und bieten mehr Raum für gemeinsame Spiele und Kommunikation. Das Zusammenleben wird intensiver. Auch die Kinder können besser im Auge behalten werden, weswegen auch viele Familien zu den Interessenten gehören.

Die zahlreichen Fabrikelemente wie unverputzte Klinker- und Backsteinfassaden, freigelegte Ziegelwände, Wendeltreppen von Etage zu Etage, gewölbte Decken und Lüftungskanäle versprühen zudem einen speziellen Charme im Industrial Style, während die ausladenden, kaum durch Trennwände ausgegliederten Wohnflächen dem Inhaber einen großen Gestaltungsspielraum für eigene Ideen ermöglichen. Ein weiter Vorteil von Lofts sind die riesigen Fensterfronten, die das Freiheitsgefühl verstärken und viel Licht in den Raum lassen. Dass das Tageslicht dem elektrischen Licht in puncto Lebensqualität, Wohlbefinden und Wohnkomfort deutlich überlegen ist, ist heute eine gesicherte Erkenntnis. Sind die Lofts eher klein, können die ausladenden Flächen wie auch die Eigenart, dass es von der Haustür gleich in den Wohnraum geht, diesen größer erscheinen lassen, als er in Wirklichkeit ist.

Was muss beim Loft beachtet werden?

Zwar bieten die lichtdurchfluteten Räume von Lofts gute Möglichkeiten für das Stromsparen. Dies wird allerdings durch die enormen Heizkosten von Lofts aufgrund der großen Räume mit ihren hohen Decken um ein Vielfaches überboten. Auch die Aufwärmzeit dauert entsprechend lang und ist wenig effektiv, was sich insbesondere für den Winter als Problem erweisen kann. Experten empfehlen deshalb die Installation einer behaglichen Bodenheizung, welche die großen Wohnflächen gleichmäßig aufwärmen kann.

Viele Lofts stehen zudem in Gewerbegebieten, sodass die wohnliche Infrastruktur meist ungünstig ist. Die Tatsache, dass die Gebäude für nicht wohnliche Zwecke errichtet wurden, kann zudem entsprechende Sanierungsmaßnahmen wie eine Doppelverglasung und eine bessere Wärmedämmung erforderlich machen. Gelegentlich kollidieren solche Umstrukturierungen mit dem Denkmalschutz, der deswegen für die Arbeiten berücksichtigt werden sollte.

Autor:

Dirk Glockner aus Alzenau

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