MINT am Julius-Echter-Gymnasium
Feierstunde für „Jugend Forscht“-Bundessieger

Foto: Thum
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Bereits zum zweiten Mal durfte sich die Schulfamilie des Julius-Echter-Gymnasiums über den Ersten Preis im Fachbereich Chemie beim Bundesfinale von „Jugend Forscht“ freuen. Betreut von Dr. Roland Full und Jörg Giegerich, siegten Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach aus der 11. Klasse mit ihrem Projekt „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“. Damit setzten sie den Erfolg von Hannah Amrhein, Lena und Hanna Fries fort, die fast genau drei Jahre zuvor bei diesem Wettbewerb gewonnen hatten. Die außergewöhnliche Leistung der beiden Elftklässler bot Anlass zu einer Feierstunde, die am 30.6. in der Aula der Schule stattfand.
In ihrer Begrüßung machte Schulleiterin Petra Hein deutlich, wie stolz sie auf Elisabeth und Tom ist. „Jugend Forscht“ sei ein wichtiger Baustein der gesamten MINT-Aktivitäten am JEG ist, welche enormes Engagement beinhalten und beachtliche Erfolge zeitigen. Dies alles ist aber nur dank der zahlreichen Sponsoren möglich, von denen fast alle als Ehrengäste im Publikum zu finden waren: Vertreter des Lions-Club, Marcus Heinrich von Agilimo, Filialdirektorin Claudia Schindler (Sparkasse), Clemens Geßner von der Firma Wika sowie Frau Lebold und Herr Oberle als verlässliche Ansprechpartner von Elternbeirat und Freundeskreis des JEG.

Zahlreiche Ehrengäste sind dabei

Denn Schule ist für Petra Hein kein Elfenbeinturm oder, besser gesagt, Isolationshaft im kleinen Chemielabor, sondern das JEG ist eingebunden in eine bildungstechnisch, wirtschaftlich und politisch starke Region. Deshalb freute sie sich, dass weitere besondere Gäste ihrer Einladung gefolgt waren, nämlich Kevin Geis vom Venture Lab der TH Aschaffenburg, Susanne Seidel von der Pressestelle des Landratsamts, die Mitglieder des Bayerischen Landtags Martin Stock (CSU) und Thomas Zöller (Freie Wähler), Kai Hohmann und Dietmar Fieger in ihrer Eigenschaft als Bürgermeister der beiden Heimatgemeinden von Lizzy und Tom, Dr. Maria Bausback, Stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der IHK und Thorsten Stürmer (Geschäftsführung der Zentec). Besonders freute sich die Schulleiterin über die Anwesenheit von Dr. Christoph, dem Ministerialbeauftragten für die unterfränkischen Gymnasien, der anschließend ans Rednerpult trat.
Dieser bekannte gleich, dass er gerne der Einladung gefolgt sei: „Das JEG ist sehr nah an meinem Herzen.“ Damit spielte er augenzwinkernd darauf an, dass er selbst am Josef-Effner-Gymnasium in Dachau war, abgekürzt ebenfalls JEG. Sein Dank galt der Fachschaft Chemie. Er hob zudem hervor, dass am JEG als sprachlichem Gymnasium sowohl Fremdsprachen als auch Naturwissenschaften gleichermaßen hervorragend vertreten sind, mit einer reichen Auswahl an Fachexpertise im Lehrerkollegium; für Christoph ist klar, dass hier, im regen Austausch untereinander, ein Erfolgsgeheimnis zu finden ist. Wettbewerbe wie „Jugend Forscht“ begreift der Ministerialbeauftragte als Anregung an die Schülerinnen und Schüler, sich Herausforderungen zu stellen.

Wie man Bundessieger Chemie wird

Wenn man ihn als Vater des Erfolgs bezeichne, lasse er dies nur gelten, sofern man auch die anderen beiden Väter, Jörg Giegerich und Waldemar Büttner, nenne, so Projektbetreuer Roland Full zu Beginn seiner Rede. Infolgedessen hob er die enge, freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen ihm, JEG-Chemielehrer Giegerich und Büttner, ehemaligem Berufsschullehrer für Elektrotechnik, besonders hervor. Ohne sie sei eine solche Leistung nicht möglich gewesen. Überhaupt ist es für die Region schon exzeptionell, dass bereits zum zweiten Mal einer von zehn Bundessiegen an den bayerischen Untermain geht. Doch was treibt Full, der zuvor fast 40 Jahre Lehrer für Chemie und Sport am Gymnasium in Hösbach war und bereits über 150 Projekte betreut hat, immer noch an? Schuld daran ist das Forschervirus, das ihn seit seiner Dissertation im Fach Chemie fest im Griff hat, sowie die Faszination für das Unbekannte. Für ihn sei es außerdem toll zu sehen, welch erstaunliche Entwicklung die beiden Jungforscher Tom und Lissy gemacht und welch beschwerlichen Weg sie dabei bewältigt haben: Von den ersten, tastenden Versuchen im April 2024 bis hin zur Anmeldung ihrer Forschungsergebnisse beim Deutschen Patentamt im Februar 2025. Hut ab!

Leckere Batterie

Nach einer berührenden Gesangsdarbietung von Tuana Yilmaz, Finalistin bei „The Voice Kids“, die sich selbst am Klavier begleitete, hatten dann die beiden Gewinner Elisabeth Fischermann und Tom Kreßbach das Wort: Souverän und dabei gleichzeitig locker und anschaulich stellten sie den versammelten Schülerinnen und Schülern der 11. Jahrgangsstufe ihr Siegerexperiment vor. Mit ihrem zukunftsweisenden Projekt „Power inside: eine essbare Batterie für nichtinvasive Diagnoseverfahren“ zeigten sie, wie Innovation, Nachhaltigkeit und medizinischer Fortschritt Hand in Hand gehen können. Ohne zu sehr ins Detail zu gehen – was dem Verfasser dieser Zeilen aufgrund mangelnder Expertise auch nicht glücken würde –, kann man auf jeden Fall sagen, dass hier viel chemisches Wissen, viel Geduld im Labor und an den Messgeräten und vor allem das nötige Quentchen Genie vorhanden waren, um am Ende eine essbare, sprich nicht mit körperschädlichen Inhaltsstoffen belastete Batterie herstellen zu können. Dabei bauten die Elsenfelder Forscher auf einem italienischen Prototyp auf und verfeinerten ihn, unter anderem durch die Ingredienzen Kohlenstoff, Blattgold und als Ummantelung Wurstdarm – alles essbar, wenn auch nicht unbedingt lecker. Das Endprodukt kann sich sehen lassen und hat das Potential, die Medizintechnik zu bereichern.
Nach der gelungenen Präsentation der beiden Wettbewerbssieger gab der daran anschließende Empfang Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen und vielleicht sogar über die nächste erfolgversprechende Wettbewerbsidee aus dem JEG-Chemielabor nachzudenken.

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