Wer Forstwirt werden möchte, braucht Muskelkraft und Köpfchen
- Ihr Arbeitsort ist der Wald. Von links: Sina Pfister (Gemünden), Valentin Ungemach (Lohr), Jannis Richter (Karlstadt), Stefan Roßbach und Sebastian Straub (Lohr)
- Foto: Frauke Beck
- hochgeladen von Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Karlstadt
Wer Forstwirt oder Forstwirtin werden möchte, darf kein Stubenhocker sein, denn der Arbeitsort ist der Wald und das bei nahezu jedem Wetter. Die Auszubildenden der Stadt Lohr, Gemünden und Karlstadt stört das nicht, ganz im Gegenteil, die Arbeit im Freien macht ihnen besonders Spaß. Bei einem Pressetermin stellten sie ihre Ausbildung und ihre Beweggründe vor, sich für diesen körperlich anspruchsvollen Beruf entschieden zu haben. Sie alle hatten durch Praktika oder zumindest einen Schnuppertag einen Eindruck, was sie im späteren Beruf erwartet. Die Hand ans Holz zu legen, kannten sie bereits aus der Familie, um Brennholz zu gewinnen. Pflanzungen, die Pflege der Aufforstungen und das Fällen großer Bäume waren dagegen gänzlich neue Aufgaben. Die große Bandbreite der Tätigkeiten empfinden die Auszubildenen als großen Pluspunkt. „Es wird nicht langweilig“, so die einhellige Meinung. Die duale Ausbildung beinhaltet die Berufsschule in Neunburg vorm Wald und Lehrgänge an der Waldbauernschule in Kelheim. Pflanzenkunde, das Bestimmen von Baumarten, Kenntnisse zu den ökologischen Zusammenhängen im Wald, Naturschutz und Gerätetechnik sind wichtige schulische Ausbildungsinhalte. Im Ausbildungsbetrieb begleiten sie von Anfang an die Forstwirte bei deren täglichen Arbeit und packen mit an. Auch beim Fällen großer Bäume sind sie aktiv eingebunden. Baumfällungen können gefährlich sein. „Respekt sollte man haben, aber keine Angst“, so Sina Pfister, eine der drei weiblichen Auszubildenen in Unterfranken, die in Gemünden lernt. Wie kommt sie als Frau zurecht mit den körperlichen Herausforderungen ihres Berufsalltages. „Gut, ich spare mir das Fitnessstudio“, lacht Pfister. Dass die Arbeit zu Beginn durchaus anstrengend ist, unterstreichen auch ihre männlichen Kollegen. „Am Anfang war ich oft am Abend platt“, so Stefan Roßbach, der in Lohr ausgebildet wird. Mittlerweile haben sie sich alle gut an die Muskelarbeit gewöhnt und sind überzeugt sich für den richtigen Beruf entschieden zu haben. Die Herausforderungen durch den Klimawandel und der anstehende Generationenwechsel bei den Forstwirten bieten ihnen beste Zukunftschancen.
Viele Weiterbildungsmöglichkeiten
„Mit dem Forstwirtschaftsmeister, der Weiterbildung zum Forsttechniker oder sogar einem Studium an der Fachhochschule stehen ihnen noch viele Möglichkeiten offen“, so Michael Neuner, Leiter der Forstverwaltung Lohr. Angesichts der zahlreichen beruflichen Optionen bildet die Stadt Lohr mit vier Auszubildenden über den eigenen Bedarf aus. So hofft man, dass der eine oder andere Auszubildende auf Dauer für den Lohrer Wald gewonnen wird. In Karlstadt wird mit Jannis Richter das erste Mal ein Forstwirt in Eigenregie ausgebildet. Er wird von der zuständigen Revierleiterin Claudia Stiglbrunner mit betreut. Was ihr wichtig ist:
„Wer im Wald arbeitet, muss ein Teamplayer sein"
Bei Baumfällungen zum Beispiel müssen sich alle 100-prozentig aufeinander verlassen können. Und auch für sie als Revierleiterin ist ihre Arbeit nur zu leisten, wenn die Forstwirte, die den Großteil der praktischen Arbeiten übernehmen, mit ihr an einem Strang ziehen. Sie ist froh in Karlstadt auf ein gut eingespieltes Team vertrauen zu können. Ein Team, in dem sich auch der erste Auszubildende gut aufgehoben fühlt.
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