Zumeldung des Landratsamts
Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg informiert über die Entwicklung des Grundwassers
- Grafik für Grundwasserneubildungsrate (GWN) im Neckar-Odenwald-Kreis, Datenlinien blau, Trendlinie grün bzw. hellblau
- Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis
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Neckar-Odenwald-Kreis. Aus Sicht der unteren Wasserbehörde lässt sich festhalten, dass sich die landesweit beschriebene Entwicklung grundsätzlich auch im Neckar-Odenwald-Kreis widerspiegelt. Die ergiebigen Niederschläge im Februar führten zwischenzeitlich auch regional zu einer Stabilisierung der Grundwasserverhältnisse. Die anschließenden trockenen Monate März und April haben die rückläufige Entwicklung jedoch erneut verstärkt.
Die langjährigen Auswertungen zur Grundwasserneubildung im Neckar-Odenwald-Kreis zeigen ebenfalls deutliche Schwankungen. Für die Referenzperiode 1991–2020 liegt die mittlere Grundwasserneubildung bei rund 147 mm pro Jahr, die mittlere Sickerwasserrate bei rund 278 mm pro Jahr. Niederschlagsreiche Jahre können Defizite zeitweise ausgleichen, langfristig bleibt die Entwicklung im Zuge des Klimawandels jedoch angespannt.
Aktuell besteht im Neckar-Odenwald-Kreis keine akute Mangellage in der Wasserversorgung. Gleichwohl zeigen sich die Auswirkungen trockener Witterungsphasen zunehmend auch regional, insbesondere bei kleineren Quellen und oberirdischen Gewässern.
Mit Blick auf das bevorstehende Sommerhalbjahr bleibt die weitere Entwicklung maßgeblich von den Niederschlägen der kommenden Wochen und Monate abhängig.
PRESSEMITTEILUNG DER LANDESANSTALT FÜR UMWELT BADEN-WÜRTTEMBERG
Entwicklung des Grundwassers im Winterhalbjahr 2025/26
Februar-Niederschläge verhindern stärkeren Rückgang der Grundwasserstände
Baden-Württemberg/Karlsruhe. Die ergiebigen Niederschläge im Februar 2026 haben die Grundwassersituation in Baden-Württemberg vorübergehend stabilisiert. Die Grundwasserneubildung im Winterhalbjahr lag insgesamt jedoch deutlich unter dem langjährigen Durchschnitt.
„Die Niederschläge im Februar kamen für das Grundwasser zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Dr. Ulrich Maurer, Präsident der LUBW. „Insgesamt lag die Grundwasserneubildung im hydrologischen Winterhalbjahr 2025/26 dennoch rund 28 Prozent unter dem Mittel der Referenzperiode 1991 bis 2020.“
Das hydrologische Winterhalbjahr umfasst die Monate November bis April. In dieser Zeit wird der größte Teil des Grundwassers neu gebildet, da wegen der niedrigeren Temperaturen deutlich weniger Wasser verdunstet als im Sommer.
Februar brachte kurzfristige Entspannung
Die von November 2025 bis Januar 2026 überwiegend unterdurchschnittlichen Niederschläge führten vielerorts zunächst zu rückläufigen Grundwasserständen. Erst die ergiebigen Niederschläge im Februar sorgten landesweit für deutliche Anstiege und zeitweise überdurchschnittliche Werte.
Die Erholung blieb jedoch nur von kurzer Dauer. Der trockene März und ein sehr trockener April verstärkten erneut die seit Mitte März beobachteten Rückgänge.
Zum Ende des Winterhalbjahres bewegten sich die Grundwasserstände und Quellschüttungen landesweit überwiegend im mittleren bis leicht unterdurchschnittlichen Bereich.
Langfristiger Trend bleibt angespannt
Die Entwicklung ist Teil eines längerfristigen Trends. Seit dem Jahr 2003 häufen sich in Baden-Württemberg Trockenperioden und hydrologische Winterhalbjahre mit unterdurchschnittlicher Grundwasserneubildung wie beispielsweise das Winterhalbjahr 2025/26. Vielerorts sind daher die Grundwasserstände in den letzten Jahren zurückgegangen.
Eine sichtbare Folge: Besonders in Höhenlagen des Schwarzwalds versiegen in trockenen Sommermonaten zunehmend einzelne Quellen.
„Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Auswirkungen des Klimawandels die Grundwasserverhältnisse in Teilen des Landes weiter verändern werden“, so Maurer. „Berechnungen der Kooperation KLIWA zeigen, dass in Baden-Württemberg künftig etwa 20 Prozent weniger Grundwasser neu gebildet werden könnte.“
KLIWA ist die Kooperation „Klimaveränderung und Konsequenzen für die Wasserwirtschaft“ der Länder Baden-Württemberg, Bayern und Rheinland-Pfalz sowie des Deutschen Wetterdienstes.
Entwicklung im Sommerhalbjahr
Die aktuelle Grundwassersituation in Baden-Württemberg ist derzeit noch zufriedenstellend. Mit Beginn des hydrologischen Sommerhalbjahres dürfte sich dieser rückläufige Trend aufgrund der zunehmenden Verdunstung jedoch fortsetzen.
Überdurchschnittliche Niederschläge in den Sommermonaten – wie beispielsweise im Jahr 2021 – könnten die Grundwasserneubildung allerdings deutlich verbessern und eine ausgeprägte Niedrigwassersituation verhindern.
Hintergrundinformation
Grundwassermengenmessnetz
Für die landesweite Bewertung der quantitativen Grundwassersituation wertet die LUBW derzeit Daten von 73 repräsentativen Messstellen aus (Stand: April 2026). Alle Messwerte werden vor der Auswertung einer Plausibilitätsprüfung unterzogen.
Grundwasserentwicklung im Winter und Sommer
Grundwasser entsteht durch die Versickerung von Niederschlägen und oberirdischen Gewässern. Rund 75 Prozent der jährlichen Grundwasserneubildung entstehen im hydrologischen Winterhalbjahr von November bis April. Das Sommerhalbjahr trägt durchschnittlich nur etwa 25 Prozent dazu bei.
Die monatlich aktualisierte Grundwassersituation in Baden-Württemberg ist im Internetportal der LUBW abrufbar: LUBW – Grundwassersituation Baden-Württemberg
Autor:Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis |
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