Kommunale Gesundheitskonferenz tagte:
Mehr Bewegung auf dem Land ist das Ziel

Auf großes Interesse stieß auch der letzte Vortrag der diesjährigen Wissensreihe zum Thema „Welchen Einfluss hat die Ernährung auf unsere Psyche?“ am 11. Dezember im Landratsamt in Mosbach. Das Programm für kommendes Jahr wird von den Verantwortlichen bereits ausgearbeitet. | Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis
  • Auf großes Interesse stieß auch der letzte Vortrag der diesjährigen Wissensreihe zum Thema „Welchen Einfluss hat die Ernährung auf unsere Psyche?“ am 11. Dezember im Landratsamt in Mosbach. Das Programm für kommendes Jahr wird von den Verantwortlichen bereits ausgearbeitet.
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Mosbach. Die Kommunale Gesundheitskonferenz Neckar-Odenwald-Kreis (KGK) vernetzt seit Jahren verschiedenste Vertreterinnen und Vertreter des Gesundheitssystems miteinander. So kamen bereits zur fünfzehnten Gesundheitskonferenz zahlreiche Organisationen und Institutionen zusammen. Das Gremium tagte im Landratsamt unter Leitung des Vorsitzenden Landrat Dr. Achim Brötel: „Es ist beeindruckend, was in nur einem Jahr geleistet wurde“, lobte Brötel das Engagement der Mitglieder. Ein Blick zurück stelle dies eindrücklich dar.

Melanie Rudolf von der Geschäftsstelle der Kommunalen Gesundheitskonferenz präsentierte in einem Tätigkeitsbericht die Arbeit: Das Jahresthema „Klimawandel und Gesundheit mit dem Fokus Hitze“ stand vor allem in den Sommermonaten mit der Sensibilisierung der Bevölkerung sowie des Berufsfelds Pflege im Mittelpunkt und soll auch die Folgejahre Thema bleiben. Angelehnt an das Jahresthema war die „NachhaltICHkeitsarena“ im Mai dieses Jahres im Landratsamt zu sehen. Die interaktive Wanderausstellung der AOK Baden-Württemberg verdeutlichte rund 130 Schülerinnen und Schülern sowie Gästen anschaulich, wie eine nachhaltige Lebensweise nicht nur unser Klima schont, sondern auch unsere Gesundheit verbessert.

Im Jahresrückblick hervorgehoben wurde auch die Wissensreihe zur mentalen Gesundheit. Die Veranstaltungsreihe in Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Direktor der Diakonie-Klinik Mosbach und Leiter der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie Dr. Karsten Rudolf erfährt weiterhin großen Zuspruch. Die Vorträge informieren zu psychischen Erkrankungen sowie der mentalen Gesundheit und ermöglichen den Austausch sowohl unter den Gästen als auch mit den Referenten. Gleichzeitig zielt die Arbeit auf die Entstigmatisierung von psychischen Erkrankungen ab. Vorträge zur digitalen Welt, Cannabis oder aber dem Einfluss der Ernährung auf unsere Psyche lockten zahlreiche Gäste ins Landratsamt.

Große Annahme erfährt auch der Bewegungspass, berichtete Melanie Rudolf als koordinierende Stelle: Die Hälfte der Kindertageseinrichtungen im Neckar-Odenwald-Kreis setzen das Konzept mit den Übungen zur Motorik- und Bewegungsförderung um. Auch immer mehr Vereine etablieren oder ergänzen damit ihr Angebot für Kinder. Insgesamt wurden schon über 400 Fachkräfte zertifiziert. Unterstützt wird das Projekt durch die Augusta-Bender-Schule, die Erzieherinnen und Erzieher bereits in der Ausbildung qualifiziert.

Die AED-Initiative habe sich Dank der nicht abflachenden Unterstützung vieler Engagierter zu einem beständigen Angebot entwickelt: „Angefangen haben wir mit dem Ziel von 50 Geräten im Kreis – heute sind es über 300“, verdeutlicht der Vorsitzende Dr. Brötel den Erfolg der ersten Initiative der KGK. Seit Kurzem gibt es auch die Möglichkeit, AED-Standorte online zu melden und zu ändern. Neben der angestrebten flächendeckenden Versorgung mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) werden in der Woche der Wiederbelebung im ganzen Landkreis Informationsveranstaltungen und Aktionstage angeboten, um das Wissen in Sachen „Erste Hilfe“ aufzufrischen. Der Dank galt allen, die dem Aufruf der Gesundheitskonferenz gefolgt sind. Außerdem ging Melanie Rudolf auf das Projekt Interkulturelle Gesundheitslotsen, den Gesundheitswegweiser sowie den Gesundheitstag im Rahmen der Neckar-Odenwald-Tage in Adelsheim ein. Das Konzept des Gesundheitstags richte sich an weiterführende Schulen und solle bald allen Schulen zur eigenständigen Umsetzung zur Verfügung stehen, so Rudolf.

Im kommenden Jahr beschäftigt sich die KGK intensiver mit Bewegungsangeboten im Landkreis. Denn tendenziell leidet die Landbevölkerung häufiger an Übergewicht, Typ-2-Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Dies liegt zum einen an der älter werdenden Bevölkerung. Zum anderen waren sich die Mitglieder aber auch einig, dass sich Menschen auf dem Land einfach weniger bewegen als dies in der Stadt – wo kurze Wege ohne Auto bewältigt werden – der Fall sei. Eine stichpunktartige Bürgerbefragung im Landkreis bestätigt diese Aussage: Bis zu dreiviertel der Befragten betreiben keinen oder zu wenig Ausdauersport. „Erwachsenen aller Altersgruppen wird empfohlen, mindestens 150 Minuten pro Woche eine ausdauerorientierte Bewegung mit moderater Intensität wie zügiges Gehen oder Gartenarbeit oder mindestens 75 Minuten pro Woche mit höherer Intensität wie beispielsweise Joggen, Schwimmen und Radfahren oder aber eine Kombination der beiden Bewegungsintensitäten anzustreben, um den häufigen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vorzubeugen“, erklärt Arzt Aaron Falkner, der beim Gesundheitsamt des Neckar-Odenwald-Kreis auch für Prävention und Gesundheitsförderung zuständig ist. Damit unterstrich er in seinem Vortrag das Leitthema 2026. Zudem stellte der Volkshochschulverband Baden-Württemberg das Projekt „gesund und digital vor Ort“ vor.

In dem sich anschließenden Austausch wurden weitere Anstöße für die bereits etablierten sowie auch für die geplanten Projekte gegeben. Abschließend bedankte sich Landrat Dr. Brötel bei allen Kooperationspartnern für das großartige Zusammenspiel, ganz besonders aber bei Melanie Rudolf selbst und rief die Mitglieder der Konferenz dazu auf, auch weiterhin in Kontakt mit der Geschäftsstelle zu bleiben: „Wir sind immer dankbar für Anregungen und Erfahrungswerte, aus denen vielleicht neue Konzepte im Bereich Gesundheitsförderung und Prävention entstehen können.“

Weitere Informationen zur Arbeit der Kommunalen Gesundheitskonferenz sind abrufbar unter www.gesundheit-nok.de/aktuelles.

Hintergrund:
Seit 2018 gibt es in jedem Stadt- und Landkreis in Baden-Württemberg Kommunale Gesundheitskonferenzen (KGK). Die Gesundheitskonferenz im Neckar-Odenwald-Kreis besteht bereits seit 2012 und ist ein wichtiges Gremium, weil darin alle für Gesundheit relevanten Akteure zusammenkommen und gemeinsam über die gesundheitliche Lage der Bevölkerung im Kreis beraten: Mitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter des Kreistags, der Kommunen, der Bildungseinrichtungen, der Gesundheitseinrichtungen, der Freien Wohlfahrtspflege, der Kranken- und Pflegekassen, der Kirchen, der Sportkreise, der Apotheken, der Ärztevertretungen, der Seniorinnen und Senioren sowie der Selbsthilfegruppen. Gemeinsam entwickeln und verabschieden sie Empfehlungen und Maßnahmen, um die gesundheitliche Lage der Bevölkerung im Kreis zu erhalten und zu verbessern.

Autor:

Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis

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