Niedernberger Senioren feiern Fasenacht
Nix geht über e Läwwäworschtbrot

Närrische Senioren im Pfarrheim
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  • Närrische Senioren im Pfarrheim
  • Foto: Steffen Sollorz
  • hochgeladen von Melanie Graner

"Egal was wackelt - der Boam oder de Doam, Hauptsach´, mir gehn noch nit hoam" damit begrüßte Präsident Wolfgang Fecher die bunte Senioren-Narrenschar. Der Niedernberger Carnevalverein hatte am Sonntag, 9. Februar, zur Seniorensitzung ins Pfarrheim eingeladen. Der Frauenbund übernahm die Bewirtung, Heribert Englert unterhielt musikalisch. Anwesend war auch mit bunter Narrenkapp´ der Hausherr Pfarrer Ernst Haas, der am 11.11. seine Prüfung zum "echten Honischer" bestand.
Gleich zu Beginn bekam das amtierende Prinzenpaar Christian I. und Tina I. jugendliche Unterstützung. Das Kinderprinzenpaar Jan I. und Selina I. wurde inthronisiert.
Mit der Lobeshymne auf Niedernberg "Mir Honischer sin die schenste Leut´" holte Heribert Englert die Narrenschar zu einem ersten Schunkler ab und brachte Stimmung in den Pfarrsaal.

Als Bäuerinnen verkleidet und mit auf einer Heugabel aufgespießten Grummbirn standen "Die Straßensängerinnen", alias Helene Kempf und Tochter Ilona Gerdsmeier, auf der Bühne. Sie sangen selbstbewusst: "Wir zwei brauchen keine Zofe, wir sind aus eigenem Holz; auf unsren Mist draußen, sind wir stolz!" Helene, mittlerweile 85 Jahre, stellte fest, dass das Altern nicht leicht sei: Die Haut wird schrumpelig und Falten so tief wie Gletscherspalten. Deshalb ihr gesungener Rat: "Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht; pflücket die Rose, bis sie verblüht". Die ganze Narrenschar stimmte lautstark in ihr Lied mit ein.

Hänsel und Gretha, alias Ehepaar Jutta und Martin Höfer, machten sich in ihrer Büttenrede das Klima zum Thema. Hänsel meinte ironisch "Da können wir gleich bei mir daheim anfangen, da ist das Klima auch bisschen komisch". Hänsel findet Klimaanlagen toll. Gretha stellte daraufhin fest: "Du hast nicht nur die Frisur vom Trump, sondern auch noch seinen Verstand!"

In pinkfarbenen Trainingsanzügen, blonden Lockenperücken und mit blinkenden Brillen kamen die NCV-Golden Girls auf die Bühne. Die Grazien klärten die Senioren auf, dass in jeder Frau ein Stückchen Hefe stecke. Erst schlummere es, dann gehe die Hefe auf - "so ist unser Lebenslauf. Trotz Salat und Joghurt schwabbeln Po, Kinn und Bauch."

Als der "Schöne Sepp" zeigte Walter Wagner auf, wie leicht man sich doch zum Depp machen kann und erntete dafür viele Lacher. Der "Schönste vom Dorf" steht täglich vor dem Spiegel und denkt sich "recht haben se". Seine Jungfräulichkeit habe ihm seine Angetraute jedoch in der Hochzeitsnacht geraubt. Entrüstet klagte er: "Die Frauen wollen nur das Eine von mir - erst Dolce Vita, dann putzt du die Trepp´- ach isch bin doch koan Depp!" Walter Wagner ist ein Urgestein der Niedernberger Fasnacht und steht seit 33 Jahren für den NCV auf der Bühne.

Die Garden des NCV zeigten ihre fleißig einstudierten Tänze. Die Kindergarde verwandelte sich in lauter kleine Indianer mit prächtigem Kopfschmuck, die Jugendgarde tanzte in tollen genähten Kostümen das puzzelartige Computerspiel aus den 80er Jahren. Die Prinzengarde zeigte zu moderner Musik
einen schmissigen, klassischen Gardetanz mit Hebefiguren.

Mit dem Lied "Ich bin ein Mariechen", hüpften leichtfüßig die drei Solisten des Vereins, Anna Günther (13 Jahre), Linus Heimbach (12 Jahre) und Jule Killermann (8 Jahre) auf die Bühne. Zu Polka und moderner Musik zeigten sie mutige Überschläge, warfen ihre Beine in den Spagat und ernteten dafür viel Applaus.

Büttenredner Heribert machte sich die Senioren zum Thema. Seiner Uroma wollte er zum 95. Geburtstag einen lang gehegten Wunsch erfüllen und ermöglichte ihr es, in Sekt zu Baden. Der Inhalt von 100 Flaschen musste dafür herhalten. Die Uroma plantschte glücklich und zufrieden in der Blubberbrühe. Weil der Sekt für den Abfluss zu schade war, hatte er ihn nach dem Bad wieder in die Flaschen zurück gefüllt. In gesamt 102 Flaschen!

Zum Abschluss des unterhaltsamen närrischen Nachmittags, verwandelten sich 14 gestandene Mannsbilder vom NCV-Männerballett in Pharaonen und umwarben die Cleopatra in ihrem Ägypten-Tanz. 

Mit dem Gassenhauer "Nix geht über e Läwwäworschtbrot" und "Die Hände zum Himmel" zog eine bunte Polonaise durch die schunkelnde Narrenschar im Pfarrsaal.

Autor:

Melanie Graner aus Niedernberg

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