Adventswanderung mit Heimatpfleger Albert Wagner
Glühwein und Klappbrote: Carnevalisten auf den Spuren alter Gaststätten

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Heute gibt es nur noch sehr wenige Gaststätten in Niedernberg. Früher war das ganz anders. Heimatpfleger Albert Wagner führte zum Auftakt der Weihnachtsfeier am vergangenen Sonntag rund 60 NCVler durch die Straßen Niedernbergs. Auf der knapp dreistündigen Tour durchs Ort wurden 12 ehemalige Gasthäuser und Plätze besucht. Teilweise bestehen die Gaststätten noch heute, die meisten sind längst geschlossen und wenige sogar vollkommen unbekannt. Das Team vom Veranstaltungsausschuss hatte die Wanderung großartig und detailverliebt vorbereitet und sich für jede Anlaufstelle eine passende Überraschung ausgedacht. Mit Glühwein aus der rollenden Getränkebar und Weihnachtsmusik ging es zur ersten Station. Das Gasthaus „Zur Linde“ nahe dem Rosengärtchen war den meisten noch bekannt, doch dass einst dort Bahngleise geplant waren, wusste niemand. Ein Beutelchen Lindenblütentee wird daheim an diesen Ort erinnern.
Beim heutigen „Café Reinhard“ war früher eine Milchsammelstelle. Zum Andenken an Milch-Alois und die Milch-Marie gab es beschwipste Milch für alle.
Vorbei am benachbarten „Blauen Bock“, wo viele Jahre die Karten für die Prunksitzungen verkauft wurden, ging es zum „Café Bleifuß/Sacher“. Ein historischer Ort für den NCV, denn hier wurde 1958 der Verein gegründet. Gestärkt mit Mohrenköpfen, die es hier früher zu kaufen gab, ging es vorbei an der „Weinstube Wagner“ und „Schwanenstübchen“ zum ehemaligen Lokal „Mainaussicht“.
Die „Moalust“ mit ihrer Diskothek war legendär, weit im Umkreis bekannt und ein gern besuchtes Ausflugsziel. Der Platz am Mainufer weckte wohl bei den meisten schöne, teils wehmütige, Erinnerungen und viele alte und lustige Geschichten wurden bei heißem Slivovitz erzählt.
Die „Krone“ war die älteste Gaststätte im Ort, aus der Wirtschaft „ Zum Wilden Mann“ wurde der „Bayerische Hof“, das Gasthaus „Zum Schwanen“ war Geburtshaus von Michael Groß, welcher der Sage nach Niedernberg vor Zerstörung im Dreißigjährigen Krieg gerettet hatte.
Bei heißem Ebbelwoi erinnerten sich die Narren an die Gaststätte „Blecherne Katz´“.
Vorbei an der „Rose“, zeigte Albert Wagner die Grabplatte von Michael Groß an der Pfarrkirche.
Zum Abschluss der Ortsführung wartete am Dorfplatz schon der Nikolaus (zweiter Vorstand Othmar Morczinczyk) auf die Narren. Er hatte eine witzige Rede und kleine Geschenke im Gepäck, dazu reichten die fleißigen Wichtel Klappbrote mit Läwwäworscht. Mit Konrad Klug an der Gitarre sangen alle ein lustiges Mitmach-Weihnachtslied.
Ausklang war danach im seit 1876 bestehenden „Gasthaus Zur Gemütlichkeit“, wo nach dem Abendessen ein Schätzspiel für Kurzweil sorgte und Weihnachtslieder gesungen wurden.
Ein großes Lob sprach der Vorstand Stefan Rohe aus an die fleißigen Helferinnen im Veranstaltungsteam für die tollen Ideen, Mühe und Zeit und an Albert Wagner für sein fachkundiges Wissen und die lustigen Anekdoten.
Der Niedernberger Carnevalverein wünscht allen Mitgliedern und Faschingsfreunden eine entspannte Weihnachtszeit, einen guten Start ins neue Jahr und freut sich auf eine gelungene Kampagne.

Autor:

Melanie Graner aus Niedernberg

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