Hirschbrunft in Unteraulenbach
Unterwegs mit Revierleiter Astraschewsky
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Unterwegs mit den Senioren zur Hirschbrunft in Unteraulenbach
Ein tiefes, vibrierendes Röhren hallt durch den farbenprächtigen Herbstwald, geht durch Mark und Bein und lässt für einen kurzen Moment den Atem der kleinen Exkursionsgruppe mit den Kleinwallstädter Senioren stocken. Es ist dieses imponierende Naturschauspiel, das jedes Jahr im Frühherbst Naturbegeisterte in den Elsava-Tal-Abschnitt des Spessarts lockt: Die Hirschbrunft im Wildgehege Unteraulenbach.
An der Spitze der Gruppe steht Revierleiter Hubert Astraschewsky. Wer mit dem erfahrenen Forstmann unterwegs ist, merkt schnell: Hier führt jemand durch das Revier, der den Wald nicht nur verwaltet, sondern mit jeder Faser versteht und lebt.
Faszination König des Waldes
Gleich zu Beginn der Führung schärft Astraschewsky den Blick der Teilnehmer für das Zusammenspiel von Wild, Wald und Jahreszeit. Wenn die Blätter sich färben und die Nächte kühler werden, steigt der Testosteronspiegel der Platzhirsche massiv an. Aus den sonst eher friedlichen Rudeln werden Konkurrenten um die Gunst der Kahlwildrudel.
„Die Brunft ist für die Hirsche kein Spaziergang, sondern absolute Hochleistung“, erklärt Hubert Astraschewsky auf dem Weg zum Gehege. „Ein Platzhirsch verliert in diesen Wochen oft bis zu zwanzig Prozent seines Körpergewichts, weil er kaum frisst und pausenlos sein Rudel sichert sowie Rivalen auf Abstand hält.“
Das Röhren verstehen: Sprache und Imponiergehabe
Beim Annähern an die Beobachtungspunkte wird die Gruppe immer leiser. Das Knacken eines Zweiges unter den Sohlen reicht bereits, um die Aufmerksamkeit der Tiere zu wecken. Aus der Distanz lässt sich das Imponiergehabe der Hirsche hervorragend beobachten:
• Das Röhren: Es dient nicht nur der Revierabgrenzung, sondern signalisiert dem Rivalen auch die körperliche Stärke und Kondition des Platzhirschs.
• Das Mistforkeln: Hirsche schlagen ihr Geweih in den Boden oder gegen Sträucher, um sich optisch größer zu machen und Duftmarken zu setzen.
• Der Parallelgang: Bevor es zum eigentlichen Kampf kommt, schätzen die Hirsche beim Nebeneinanderhergehen Kraft und Geweihgröße ab.
Mit fundiertem Fachwissen verknüpft Astraschewsky die biologischen Fakten mit lebendigen Anekdoten aus dem Waldalltag. Er erläutert die Besonderheiten der Rotwildhaltung im Gehege Unteraulenbach sowie den Balanceakt zwischen Forstwirtschaft, Jagd und Naturschutz im Spessart.
Ein Naturerlebnis, das nachwirkt
Das Team vom Forst in Unteraulenbach hat es sich nicht nehmen lassen, die Teilnehmer nach der Wanderung mit Bratwürsten vom Grill und selbstgemachtem Honig zu verköstigen. Für die Exkursionsteilnehmer endet ein eindrucksvoller Nachmittag, der weit mehr war als ein klassischer Waldspaziergang: Ein tiefer Einblick in das Verhalten unserer größten heimischen Wildart, fachkundig und nahbar vermittelt durch Revierleiter Hubert Astraschewsky.
Autor:Harald Metzger aus Hofstetten (Kleinwallstadt) |
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