Taizé-Gebet: Nacht der Lichter
Besondere und wohltuende Atmosphäre in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut in Walldürn
- Die vielen brennenden Kerzen in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut sind Symbol für die Auferstehung und das Leben.
- Foto: Achim Dörr
- hochgeladen von Achim Dörr
Walldürn. Es war auch dieses Jahr wieder die perfekte Einstimmung durch den Walldürner Singkreis auf das diesjährige 50. Walldürner Blumen- und Lichterfest. Und gleich noch ein Jubiläum und eine Premiere dazu: Der Singkreis feiert nämlich dieses Jahr sein 40-jähriges Chorjubiläum und Simon Schmeiser hat den Dirigentenstab seines Vaters Robert (Berti) Schmeiser übernommen und erstmals die "Nacht der Lichter", als ökumenisches Taizé-Gebet, in der Wallfahrtsbasilika zum Heiligen Blut verantwortlich geleitet. Vierzig Sängerinnen und Sänger, darunter auch solche, die sich eigens zu diesem Chorprojekt entschlossen hatten mitzusingen, haben diese Taizé-typischen Gesänge und Melodien in kurzer und wiederkehrender Abfolge einfühlsam dargeboten. Eine wohltuende Atmosphäre entstand, wo Geist und Seele zur Ruhe kommen und der Alltag für eine Stunde einmal ausgeblendet werden konnte. Franziskaner-Pater Leon Rawalski OFMConv begrüßte zu Beginn die Besucher in der vollbesetzten Wallfahrtsbasilika und machte deutlich, dass die vielen brennenden Kerzen, die im Innern der Basilika aufgestellt wurden, ein Symbol für die Auferstehung und das Leben seien.
Unterstützt wurde das mehrstimmige Chorensemble von acht Musikerinnen und Musikern, die mit ihren Instrumenten: Trompete, Klarinette, Oboe, Blockflöte, Violine, Gitarre, Klavier und Bass eine klangvolle und einfühlsame Harmonie mit den Stimmen bildeten. Im Verlauf dieses musikalischen Abendgebetes erklangen die Lieder: Veni sancte spiritus, Dona la pace, Dunkel unsrer Nacht, Nada te turbe, Bonum et confidere, O Lord hear my pray’r, The kingdom of God und Behüte mich Gott. Zwischendurch und nach einer bewussten Stille in der Abendatmosphäre der Wallfahrtsbasilika wurden für jeden Gottesdienstbesucher Stabkerzen ausgeteilt. „Dieses kleine Licht steht für alles, was man nicht in Worte fassen kann und es brennt für die Menschen, an die man denkt, sowie für die Fragen, auf die man keine Antworten weiß. Es soll Wärme bringen und die Gewissheit schenken, dass man nicht alleine ist“, so Bernhard Kehl, der zusammen mit Elisa Münster diese Taizé-Stunde immer wieder mit nachdenklichen und meditativen Texten, erstellt und verfasst von Berti und Margrit Schmeiser, beschenkten und überaus bereicherten.
Ein weiterer Höhepunkt war dann das Vaterunser-Gebet, das alle Christen weltweit verbindet und zu einer Menschheitsfamilie eint. In mehreren Sprachen auf Englisch, Spanisch, Französisch, Skandinavisch, Polnisch und zum Schluss auch gemeinsam in deutscher Sprache, wurden dabei alle ausgesprochenen und unausgesprochenen Bitten nochmals umfasst. Zum Ausklang und nach dem Segen durch Pater Leo erklangen noch die beiden Liedgesänge „Per crucem“ und „Benissez le seigneur”, bei dem Berti Schmeiser mit seiner unvergleichlichen Tenorstimme diesen Abschluss krönte.
Die Taize-Gottesdienste pflegt der Singkreis bereits seit 2001, zunächst in der evangelischen Kirche und seit 2005 findet die jährliche "Nacht der Lichter" als spiritueller Beitrag und Impuls zum Blumen- und Lichterfest in der Basilika zum Heiligen Blut statt. Aus aktuellem Anlass standen in diesem Jahr auch besonders die Gedanken um den Weltfrieden im Mittelpunkt und es wurde ein Bogen zum diesjährigen Wallfahrtsthema: "Die Liebe hört niemals auf" geschlagen.
Das Arrangement der vielen brennenden Kerzen, die Dekoration im Altarraum, die kurzen und berührenden Texte und Stillephasen sowie die meditativen Melodien und Texte prägten diesen Taizé-Gottesdienst und verwandelten den Innenraum der Basilika in eine kerzendurchflutete Atmosphäre in der man die Ruhe spüren und neue Kraft für das Alltägliche schöpfen konnte.
Hinweis: Das nächste Taize-Gebet im Bereich Walldürn der neuen römisch-katholischen Kirchengemeinde Bauland-Odenwald, dann unter der Leitung von Gemeindereferentin Leonore Kern, findet am Pfingstsonntag, 24. Mai um 19.30 Uhr in Rippberg in der Bergkirche am Friedhof statt.
Autor:Achim Dörr aus Walldürn |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.