Saxophonkonzert
Musikalische Sommerreise par excellenceSaxophon-Formation „Sax’emble“ aus Schöntal begeisterte das Publikum im Alten Schlachthof in Walldürn
- Foto: Kiwanisclub Buchen-Walldürn
- hochgeladen von Willi Biemer
Sehr gut besucht und frequentiert war am Sonntagspätnachmittag das vom Kiwanisclub Buchen-Walldürn im Jugend- und Kulturzentrum „Alter Schlachthof“ in Walldürn unter dem Thema und Leitwort „Melodie d‘Oro“ veranstaltete knapp zweistündige Benefizkonzert mit dem Saxofonorchester „Kloster Schöntal“.
Die Präsidentin des Kiwanisclubs Buchen-Walldürn, Elke Altenberend (Osterburken) stellte zu Beginn dieses Benefizkonzertes in ihrer Begrüßungsansprache das Saxofonorchester „Kloster Schöntal“ kurz vor.
„Sax'emble und Kiwanis sind in Walldürn schon fast Tradition und Symbiose zugleich“, bemerkte sie und hob hervor, dass alle Erlöse des Abends wieder Kindern und Jugendlichen zugute kommen. Freilich sei Kiwanis als zweitgrößter Serviceclub der Welt mehr als das: Man sehe sich auch als Botschafter für menschliches Miteinander, Freundlichkeit und Lebensfreude in unruhigen Zeiten, so Altenberend.
Zudem erinnerte sie daran, dass der Kiwanis-Club Buchen-Walldürn traditionell für starke Projekte zum Wohl von Kindern wie das „Zauberschloss“ oder die jährlichen Schulranzen-Aktionen steht.
Doch die Kiwanier können auch Kultur auf höchstem Niveau – am Sonntag beschenkte der Club ein illustres Publikum mit einem musikalischen Hochgenuss namens „Melodie d'Oro“: Auf Einladung der Präsidentin Elke Altenberend gastierte das renommierte Saxophon-Ensemble des Klosters Schöntal („Sax'emble“) im Alten Schlachthof schon zum wiederholten Mal.
Nach dieser kurzen Begrüßungsansprache der Club-Präsidentin war es sodann Marcel Möhler, Dirigent und Moderator zugleich, der alle Konzertbesucher im Namen des Saxophonorchesters Kloster Schöntal auf das herzlichste begrüßte und sich erfreut zeigte über den überaus guten Besuch. Er lud die Besucherinnen und Besucher ein, zusammen mit den 18 Instrumentalistinnen und Instrumentalisten die faszinierende Welt der „Klangfarben“ zu erleben.
Musikalisch verstanden sich bereits die ersten Töne als Einladung zu einer musikalischen Sommerreise par excellence: Weiche Saxophonklänge schufen eine besondere Klangwelt, die mit der festlich-opulenten Ouvertüre „Marcia Italiana“ begann. Wie Dirigent Marcel Möhler – der das Konzert mit jugendlicher Frische moderierte und sowohl Arbeitsweise und Historie des Orchesters als auch Wissenswertes zu den „goldenen Melodien“ vorstellte – wissen ließ, handelte es sich um ein als Orgelstück komponiertes Werk. Den Kontrast dazu repräsentierte die Adaption eines echten Welthits: Mit „Les Champs-Elysées“ und einer Erinnerung an den 1980 allzu früh verstorbenen, oft völlig verkannten Chansonnier Joe Dassin wurde dem Publikum ein vergnügliches Stück Musik geboten, das in gemütlichem Rhythmus sofort zum Mitwippen einlud und das typisch französische Charisma freisetzte – musikalisches „savoir-vivre“ vom Feinsten. Mit einer klassischen Premiere setzte das Ensemble sein Gastspiel fort: Antonin Dvoraks „Largo“ aus der neunten Sinfonie war der erste vollständige sinfonische Satz, den das ursprünglich 2004 von Albert Loritz (+) gegründete Orchester jemals anstimmte – ein äußerst anspruchsvolles, sehr elegant gespieltes Opus. Nicht zu vergessen „Libertango“: Noch mitreißender hätte die Verbeugung vor Tango-Großmeister Astor Piazzolla kaum sein können, traf doch die fast epische Dramatik der 1974 veröffentlichten Komposition auf den einmaligen Saxophonklang. Selbst Marcel Möhler war zufrieden: „Ihr wart sehr gut!“, lobte er die Musikerinnen und Musiker. Mit dem Choral „Sancti Antonii“ in einem Arrangement von Gründer Albert Loritz erfreute ein weiteres musikalisches Highlight, das die beachtliche Bandbreite der „Sax'emble“-Truppe auf den Punkt brachte.
In der Pause wurde man gut bewirtet, ehe das fanfarenartig gespielte „Rondo Antwerpen 1551“ nach Tilman Susato die Gäste augenblicklich wieder im Konzert begrüßte – ein königlicher Hymnus, der ins Ohr und zu Herzen ging. Dazu trug auch der charakteristische Sound bei: Orchester sind das Eine, ein Saxophon-Orchester ist das Andere – und das ganz Besondere. Das unterstrich das „Blumenduett“ nach Léo Delibes, jene weltbekannte Opernmelodie aus „Lakmé“: Unendlich zart arrangiert, fing es die Schönheit eines Sommergartens ein. Ganz andere Töne ließ das geneigte Publikum auf sich wirken, als mit „In The Mood“ die Erkennungsmelodie des unvergessenen Glenn Miller gespielt wurde und „La isla bonita“ von Madonna folgte – jeweils sehr originell. Hier wurde Musik in ihrer schönsten Form geboten – das Beste aus E- und U-Musik, feinfühlig adaptiert und mit Liebe zum Instrument dargeboten. Das galt auch für das Jazz-Standardwerk „Birdland“ mit erstklassiger Rhythmusarbeit und zwei begeisternde Zugaben, die ein exzellentes Stück Kultur auf die Spitze trieben. Wieder einmal wurde ein – in dem Falle musikalisches – Exempel statuiert: Keiner muss große Metropolen ansteuern, um anspruchsvolle Kultur zu erleben.
Autor:Willi Biemer aus Buchen |
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