Essay und Bildergalerie
Klang - Schwung - Sprung.
- Die Luft vibrierte, das Blech leuchtete – und für einen Augenblick schien es, als würde der Wind draußen den Takt mitnehmen: Johann Heinrich Buttstedts „Menuett in B-Dur“ wurde mit beeindruckender Klangfarbe von Jona Schöffler (Trompete), Noel Krug (Tuba), Fabian Beißler (Euphonium) und ihrem Lehrer Michael Geiger (Trompete) aufgeführt.
Foto Roland Schönmüller - hochgeladen von Roland Schönmüller
Gelungenes, viel versprechendes Vorbereitungskonzert für „Jugend musiziert“.
Wertheim. Am Freitag, den 9. Januar 2026, fand ab 18 Uhr im Saal des Kulturhauses das zweite Vorbereitungskonzert für den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ statt.
Ausgewählte junge Musikerinnen und Musiker präsentierten ihr zweistündiges Programm und gaben damit einen exemplarischen Einblick in die Vielfalt und Qualität ihres musikalischen Könnens.
Das Konzert umfasste zehn Programmteile mit unterschiedlichsten Instrumenten – von Harfe, Violinen, Tuba, Euphonium, Drum-Set bis zur E-Gitarre.
Besonders gut gelang als Einstieg nach der herzlichen Begrüßung von Musikschulleiterin Fedra Blido die Darbietung der jüngsten Musikerin Ada Islerel (sechs Jahre alt) an der Harfe mit dem Stück „Tanz der Flamingos“ von Irmgard Gorzawski.
Jung-Harfenistin Rebecca Freudenberg überzeugte mit Ludwig van Beethovens „Für Elise“ durch musikalische Tatkraft und sensiblem Spiel.
Auch Johann Heinrich Buttstedts „Menuett in B-Dur“ wurde mit beeindruckender Klangfarbe von Jona Schöffler (Trompete), Noel Krug (Tuba), Fabian Beißler (Euphonium) und ihrem Lehrer Michael Geiger (Trompete) aufgeführt.
Reichlich Applaus folgte auch bei den nächsten Stücken aus Klassik und Moderne, beispielsweise der Komponisten Joseph Bodin de Boismortier, Wolfgang Amadeus Mozart, Gioachino Rossini, Emily Remler oder Duke Ellington.
Die Städtische Musikschule Wertheim zeigte sich bei diesem Vorspielabend einmal mehr als ein Haus, das seine rund 550 Schülerinnen und Schüler nicht nur mit engagierten Lehrkräften, sondern auch mit einer bemerkenswert guten Ausstattung unterstützt.
Moderne Instrumente, sorgfältig gepflegte Unterrichtsräume, ein akustisch verlässlicher Konzertsaal und ein Instrumentenbestand, der von der Harfe bis zum Schlagwerk kaum Wünsche offenlässt, bildeten den professionellen Rahmen für die Vorqualifikation zum Regionalwettbewerb
Dass die Schule mit 22 qualifizierten Pädagoginnen und Pädagogen arbeitet, die in 240 Jahreswochenstunden unterrichten, war an diesem Abend ebenso spürbar wie die Tatsache, dass Förderverein und Stadt seit Jahren verlässlich in die musikalische Infrastruktur investieren.
Draußen herrschte ein Wetter, das eher nach Sofadecke als nach musikalischer Höchstleistung klang. Nieselregen, drei Grad Celsius und ein Wind, der sich anhörte wie ein schlecht gelaunter Tubist beim Stimmen, begleiteten die Gäste auf ihrem Weg in den Konzertsaal.
Drinnen jedoch entstand sofort ein anderes Klima: warm, konzentriert und voller Erwartung, als hätte die Heizung beschlossen, gemeinsam mit den Kindern Lampenfieber in Wohlgefühl zu verwandeln.
Die jungen Musikerinnen und Musiker betraten die Bühne mit einer Mischung aus Mut und stiller Entschlossenheit. Die beiden Harfen glänzten wie zwei Königinnen, die sich für diesen Abend besonders herausgeputzt hatten.
Die Blechbläser wirkten, als stünde hinter jedem Instrument ein eigener Putztrupp, und das Schlagwerk präsentierte sich in einer Ordnung, die man sonst eher aus Möbelhauskatalogen kennt. Später mischte sich auch die Gitarre ein, deren warmer Klang selbst dem hartnäckigen Winter kurz ein schlechtes Gewissen machte.
Zwischen Solo und Kleingruppe entstanden jene wunderbaren Sekunden, in denen ein Kind den Atem anhält, die Eltern den Atem anhalten und die Großeltern ohnehin schon seit Minuten nicht mehr atmen, bevor der Applaus losbricht wie ein kleines Familiengewitter.
Die Lehrkräfte nickten zufrieden, als hätten sie gerade eine besonders knifflige Gleichung gelöst, bei der Talent, Übungsfleiß und gute Ausstattung sich zu einem hörbaren Ergebnis addieren.
Ein schiefer Ton wurde behandelt wie ein entlaufener Dackel: freundlich eingefangen, kurz gestreichelt und ohne großes Aufheben wieder in die musikalische Spur zurückgeführt. Ein verpasster Einsatz löste ein so breites Lächeln im Publikum aus, dass man fast glauben konnte, er sei dramaturgisch geplant gewesen.
Der Abend zeigte eindrucksvoll, wie viel musikalische Energie in dieser Schule steckt und wie sehr eine solide Ausstattung den jungen Talenten Flügel verleiht. Die Verbindung aus pädagogischer Kompetenz, technischer Qualität und familiärer Atmosphäre machte den Vorspielabend zu einem kleinen Fest der Möglichkeiten.
Draußen wartete inzwischen ein wachsender Wind mit noch tieferen Temperaturen, doch die Kinder und Jugendlichen gingen erhitzt hinaus – nicht vom Wetter, sondern vom Gefühl, dass ein gelungener musikalischer Sprung manchmal mehr wärmt als jede Heizung.
Und als auf der Bühne jemand die Gitarre nachstimmte, klang es fast so, als wolle er dem Winter zurufen, dass er sich ruhig anstrengen dürfe. Die Musikschule Wertheim sei bestens ausgestattet – und spiele ihn notfalls einfach weg.
Roland Schönmüller
BU 1:
Zwischen Harfenglanz und Lampenfieber: Die Bühne der Städtischen Musikschule Wertheim zeigte sich besser gestimmt als das Wetter vor der Tür. - Besonders gut gelang als Einstieg nach der herzlichen Begrüßung von Musikschulleiterin Fedra Blido die Darbietung der jüngsten Musikerin Ada Islerel (sechs Jahre alt) an der Harfe mit dem Stück „Tanz der Flamingos“ von Irmgard Gorzawski.
Foto Roland Schönmüller
BU 2: Die Luft vibrierte, das Blech leuchtete – und für einen Augenblick schien es, als würde der Wind draußen den Takt mitnehmen: Johann Heinrich Buttstedts „Menuett in B-Dur“ wurde mit beeindruckender Klangfarbe von Jona Schöffler (Trompete), Noel Krug (Tuba), Fabian Beißler (Euphonium) und ihrem Lehrer Michael Geiger (Trompete) aufgeführt.
Foto Roland Schönmüller
Autor:Roland Schönmüller aus Miltenberg |
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