Bildergalerie und Essay.
Mit einer Firmgruppe aus Wertheim unterwegs beim Katholikentag in Würzburg.

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Impressionen vom Katholikentag in Würzburg.

Bus – Begegnung – Bewegung.
Reportage: Mit einer Wertheimer Firmgruppe beim Katholikentag in Würzburg unterwegs

Wertheim / Würzburg. Es ist Samstag, der 16.05.2026, gegen halb zehn Uhr am Wertheimer Busbahnhof. Der Morgen ist kühl (6,5 Grad Celsius), die Luft klar, und die Main-Tauber-Stadt wirkt noch ein wenig verschlafen.

Doch an der Haltestelle unweit vom Bahnhof herrscht bereits reges Treiben. Neben Senioren mit wetterfesten Jacken und Erwachsenen mit Kaffeebechern steigt eine Firmgruppe aus Wertheim in den Bahn-Bus nach Würzburg.

Die drei Betreuer zählen durch, die Jugendlichen lachen, rücken Rucksäcke zurecht und ziehen Kapuzen über die Ohren. Der Linienbus wird für einen Tag zum Pilgerfahrzeug einer jungen Generation, die ihren Glauben nicht in alten Formen sucht, sondern in Begegnungen, Musik, Bewegung und digitalen Wegen.

Schon während der Fahrt mischen sich Gespräche über Schule, Freizeit und Erwartungen an den Tag. Die Smartphones liegen griffbereit. Nicht aus Langeweile, sondern als Orientierungshilfe. Der Katholikentag in Würzburg ist digital kartiert, die Wege zu Workshops, Gottesdiensten, Ministrantentreffen, Mitmachaktionen und Musikbühnen liegen als farbige Markierungen auf ihren Displays.

Die gut gelaunte, ehrenamtliche Wertheimer Betreuerin Angelika Suhl verteilt vorsorglich wichtige Kontaktadressen für potentielle Notfälle, gibt noch einige Tipps und sagt leise, fast nebenbei: „Wir lassen sie bewusst in Gruppen gehen. Sie sollen ihren eigenen Katholikentag finden.“

In Würzburg angekommen, strömen die Gruppen auseinander. Die Firmlinge folgen ihren digitalen Wegweisern zu einem Jugendgottesdienst in einer Seitenkirche, zu einer Mitmachaktion, bei der Wünsche auf Stoffbänder geschrieben werden, zu einer Gesangsaufführung auf dem Oberen Markt und zu Treffpunkten, an denen Gleichaltrige aus anderen Regionen warten.

Das Smartphone wird zum Kompass, zur Kamera, zum Kommunikationsmittel. Es führt sie zu Orten, die sie sonst nie gefunden hätten. Ein Fünfzehnjähriger sagt: „Ohne Handy wären wir verloren, aber mit Handy finden wir alles.“

Auf der Jugendbühne drängen sich die Wertheimer Firmlinge zwischen andere Gruppen. Eine Band spielt moderne geistliche Musik, der Bass vibriert bis in die Schuhsohlen. Ein Mädchen aus der Gruppe sagt: „Ich wusste nicht, dass man bei einem Katholikentag tanzen kann.“ Die Musik ist nicht Beiwerk, sondern Einstieg. Sie öffnet Türen, die sonst verschlossen bleiben.

Die Jugendlichen probieren vieles aus. Sie schreiben Hoffnungsworte auf bunte Karten, lassen sich an einer Station segnen, machen Fotos vor einer Kunstinstallation, treffen andere (Firm-)Gruppen, spielen ein Dialogspiel, das Fragen stellt, die man sonst nicht stellt.

Eine Betreuerin Caroline Herzog, Pastoralreferentin aus Wertheim, beobachtet das Treiben und sagt: „Sie suchen nicht die Kirche von gestern. Sie suchen die Kirche, die sie heute brauchen.“

Am frühen Nachmittag sitzt eine kleine Gruppe Wertheimer Firmlinge in einer stillen Kirche. Die Smartphones sind ausgeschaltet. Nicht, weil jemand es verlangt hätte, sondern weil der Moment es tut. Eine Vierzehnjährige flüstert: „Ich mag das. Es ist ruhig. Man muss mal nichts.“ Es ist einer dieser Augenblicke, in denen man spürt, dass Spiritualität nicht verschwindet. Sie verändert nur ihre Form.

Auf dem Rückweg im Bus nach Urphar, Wertheim und Umgebung sind die Gespräche leiser, aber ehrlicher. Eine Sechzehnjährige sagt: „Ich hab‘ manchmal Angst vor der Zukunft. Aber heute war es irgendwie hoffnungsvoll.“

Ein Fünfzehnjähriger meint: „Kirche ist nicht mein Ding. Aber heute war es okay. Vielleicht sogar gut.“ Eine Siebzehnjährige sagt: „Gemeinschaft ist wichtig. Egal ob Kirche oder nicht.“

Und eine Vierzehnjährige ergänzt: „Spiritualität ja, aber nicht so, wie Erwachsene es meinen.“

Die Erwachsenen hören zu. Vielleicht ist das der wichtigste Moment des Tages. Denn die Zukunft der Kirche zeigt sich nicht in Programmpunkten, sondern in solchen Sätzen.
Als der Bus am frühen Abend wieder in Wertheim einfährt, sind alle müde, aber nicht erschöpft. Die Jugendlichen haben ihren eigenen Katholikentag erlebt: digital, musikalisch, beweglich, offen, manchmal chaotisch, oft überraschend. Und genau darin liegt die Hoffnung.

Die Zukunft der Kirche sitzt nicht in den vorderen Reihen. Sie sitzt hinten im Bus, lacht, scrollt, sucht, findet und geht ihren eigenen Weg. Wenn Kirche diesen Weg mitgeht, dann hat sie Zukunft.

Roland Schönmüller (Text und Fotos)

BU 1: Die Zukunft der Kirche sitzt nicht in den vorderen Reihen. Sie sitzt hinten im Bus, lacht, scrollt, sucht, findet und geht ihren eigenen Weg. Wenn Kirche diesen Weg mitgeht, dann hat sie Zukunft.
Foto Roland Schönmüller

BU 2: Eine Betreuerin Caroline Herzog, Pastoralreferentin aus Wertheim, beobachtet das Treiben und sagt: „Sie suchen nicht die Kirche von gestern. Sie suchen die Kirche, die sie heute brauchen.“ Foto Roland Schönmüller

BU 3. Die gut gelaunte, ehrenamtliche Wertheimer Betreuerin Angelika Suhl verteilt vorsorglich wichtige Kontaktadressen für potentielle Notfälle, gibt noch einige Tipps und sagt leise, fast nebenbei: „Wir lassen sie bewusst in Gruppen gehen. Sie sollen ihren eigenen Katholikentag finden.“ -
Foto Roland Schönmüller

BU 4: In Würzburg angekommen, strömen die Gruppen auseinander. Die Firmlinge folgen ihren digitalen Wegweisern zu einem Jugendgottesdienst in einer Seitenkirche, zu einer Mitmachaktion, bei der Wünsche auf Stoffbänder geschrieben werden, zu einer Gesangsaufführung auf dem Oberen Markt und zu Treffpunkten, an denen Gleichaltrige aus anderen Regionen warten. Foto Roland Schönmüller

Autor:

Roland Schönmüller aus Miltenberg

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