Größenwahn oder Satire?
Ein bissiger Blick auf Trumps Monumental-Manie
- hochgeladen von Stefanie Baronin von Sachsen
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Also gut - nehmen wir die Brille der Satire und schauen uns an, was passiert, wenn einer so tut, als hätte er nicht nur ein dickes Ego, sondern auch die Baupläne für eine neue Hauptstadt gleich mitgebracht.
Trump City, 150 % (!)Zustimmung - Realität oder Wunschdenken?
Schon länger geistert der Satz herum, man solle die US-Hauptstadt Washington, D.C. einfach in „Trump City“ umbenennen - alles nur ein Witz? Vielleicht. Aber sei’s drum: Dass der Gedanke existiert, passt gut ins Bild der Selbstinszenierung. In diesem Klima wirken Behauptungen wie „150 Prozent Zustimmung“ nicht wie Stolz - sondern wie Wunschdenken eines jenigen, der glaubt: Wenn man laut genug lügt, glaubt’s schon jemand.
Ein Beispiel: Der Plan eines monumentalen Triumphbogens- manchmal mit dem Spitznamen „Arc de Trump“ - kursiert derzeit. Der Präsident zeigte dafür sogar Modelle im Oval Office. Einer der Medienkommentare brachte es auf den Punkt: Als Antwort auf die Frage, „für wen“ der Bogen gebaut werde, soll Trump schlicht gesagt haben: „Für mich. Es wird schön.“
Wenn das kein Größenwahn ist - was sonst?
Statuen, Statuen, Statuen - ein Denkmal für alle (und sich selbst)
Parallel zu solchen Bauprojekten treibt Trump seine monumentale Vision voran: Der Vorschlag für den National Garden of American Heroes - ein Park mit 250 lebensgroßen bzw. überlebensgroßen Statuen von historischen und zeitgenössischen „Helden“ - wurde neu lanciert. Auch nicht so unbedingt ganz neu diese Idee. Congress hat bereits 40 Mio. US-Dollar bereitgestellt.
Ob das Ganze nur Patriotismus ist? Oder eher die Versuchung eines Mannes, der glaubt, so Geschichte schreiben - und vor allem sich selbst verewigen - zu können.
Schon früher hat er mit Aussagen auf sich aufmerksam gemacht, bei denen er sich wunderte, warum etwa der erste US-Präsident George Washington sein Anwesen nicht nach sich selbst benannt habe - schließlich, so Trump, hätte man seinen Namen „drauf schreiben“ sollen, damit man sich an ihn erinnere. Ja, genau - wahre Glanzleistungen sind es ja nicht, die Menschen und Persönlichkeiten im Gedächtnis bleiben lassen.
Psychologischer Fingerzeig: Selbstbild, Narzissmus - und was würde Freud dazu sagen?
...sofern er sich nicht geflissentlich seiner Meinung samt Analyse enthalten würde, um nicht noch mehr Öl ins Feuer zu kippen.
Wenn man sich solche Phantasien anschaut - Umbenennung der Hauptstadt, triumphale Bögen, ein Denkmal-Garten und unzählige weitere geistige Ergüsse, die Bagger rollen lassen oder Landkarten umschreiben lassen - dann riecht das ganz nach einem psychologischen Großprojekt:
Überhöhtes Selbstbild, das nach Bestätigung förmlich schreit. "Jeder Tag, in dem ich nicht die Welt in Atem halte, ist ein verlorener Tag für die Menschheit, denn meine Göttlichkeit und Krone muss strahlen, über den Erdball hinweg, bis in die unendlichen Weiten des Alls und muss wie die Enterprise ferne Galaxien erreichen, um dort auch die kleinen grünen Männchen zu bekehren"
Der Wunsch nach dauerhafter Sichtbarkeit und „Unvergeßlichkeit“. Ob es wahr ist oder nicht, spielt keine Rolle.
Eine innere Überzeugung, dass die Realität sich nach dem eigenen Willen richten müsse: Wenn wir es genug und in Dauerschleife immer wieder behaupten, wird’s schon wahr.
Würde sich in der klassischen Psychologie jemand mit solchen Merkmalen finden, käme vermutlich ein stark ausgeprägter narzisstischer Persönlichkeitsstil in Frage - vielleicht sogar eine narzisstische Persönlichkeitsstörung (in der Fachsprache „NPS“). Oder vielleicht wird das bald auch umgetauft in NPST.
T für Trump, dann wäre er auch hier verewigt, passt.
Nimmt man nun noch die psychoanalytische Brille Sigmund Freud auf, könnte man sagen: Hier spielt ein starkes Ich-Ideal mit. Ein Ich, das nicht nur überleben, sondern triumphieren will. Der Mensch will nicht nur führen, sondern seine Spuren in Stein meißeln. Eine narzisstisch übersteuerte Ich-Identifikation, die sich selbst als „Held der Nation“ oder treffender "Held der Welt" inszeniert.
Satirischer Schluss - oder ernstgemeinte Warnung?
Man stelle sich vor: In einigen Jahren spaziert jemand durch „Trump City“, bewundert den gigantischen Triumphbogen, oder dessen Trümmer, fotografiert sich vor einer heilen oder zerbombten Statue von „Washingtons größtem Präsidenten aller Zeiten“, der tatsächlich glaubt, rechenkünstlerisch 150 % Zustimmung bekommen zu haben - und sich "für ewig verewigt".
Absurd? Vielleicht. Satirisch? Absolut. Ironisch - nichts lieber als das. Aber, ein süffiger Cocktail aus ALLEM, serviert unter der Prämisse - "je-öfter-desto-wahrer" und einer leider "es-ist-oft-kein-Witz" Wahrheit - ist gefährlich. Denn solche Projekte sind keine harmlose Größenphantasie eines Mannes, der, das muss man ihm lassen, sein ganzes Leben "think-big" lebt, wenn solche Macht im Spiel ist. Wer Monumente baut, schreibt Geschichte - oder will es wenigstens.
Man kann ja von der Politik und Politikern in vielen Ländern halten was man will, von Fähigkeiten, Qualifikationen, Diskussionskultur und manipulativer Presse, manipulativen Pressesprechern oder Medienunabhängigkeit - man kann von Trump und seiner Egomanie halten was man will - gefährlich wird es nur, wenn manche Menschen am roten Knopf sitzen oder uns schlussendlich den Vorhang zuziehen.
Ich sage schon mal Gute Nacht Deutschland, Gute Nacht Europa!
Autor:Stefanie Baronin von Sachsen aus Wertheim |
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