Politische Narretei - nicht nur in der Faschingszeit
Stimmungsvoller Politischer Aschermittwoch der SPD in Stockstadt:

Dass am Aschermittwoch entgegen der landläufigen Meinung nicht alles vorbei und Narretei nicht an die Faschingszeit gebunden ist, davon konnte die SPD-Landtagsabgeordnete und Unterbezirksvorsitzende Martina Fehlner am Politischen Aschermittwoch des SPD Unterbezirks Aschaffenburg ein Lied singen.

Dafür bot der Aschermittwoch traditionell allerorts die Bühne, so auch dieses Jahr wieder für die Aschaffenburger SPD im mit einhundert Gästen gefüllten Festsaal des Stockstädter Gasthofs „Goldener Engel“. In einer stimmungsvollen und immer wieder mit viel Applaus unterbrochenen Rede ließ sie die Politik vom letzten Jahr bis heute noch einmal Revue passieren.

Den Bogen spannte sie von München über Berlin und Washington zurück nach Europa und wieder in die bayerische Landeshauptstadt – und überall grassiere sie, die permanente Narretei. Man hat sie alle noch im Kopf, die verbalen Entgleisungen der CSU-Spitzen Seehofer, Söder und Scheuer, die chaotischen Verhältnisse bei der Bundeswehr, die Twittertiraden des amerikanischen Präsidenten, der jeden Tag in die Bütt steigt und seine kruden Gedanken zum Besten gibt. Vieles sei verrutscht in der Politik, gefährlich dabei der Gewöhnungseffekt. „Besorgnis ist daher angebracht. Auch bei uns in Europa“.

Damit leitete Martina Fehlner über zu der bevorstehenden Europawahl, die für den Kontinent richtungweisend sei. Vor allem den jungen Menschen müsse man deutlich machen, dass es um ihre Zukunft gehe. „Nur in einem starken, vereinten Europa können wir die Herausforderungen wie den Klimawandel, die Digitalisierung, den demografischen Wandel und die Frage der Migration bewältigen“. Dem stünden aber zunehmend Nationalismus, Populismus und Egoismus entgegen, sei es in Polen, Ungarn, Italien oder im tief vom Brexit gespaltenen Großbritannien. „Wir wollen im Europäischen Parlament keine Politiker, die Europa schwächen. Wir wollen versöhnen, nicht spalten, zusammenführen, nicht trennen. Für den Zusammenhalt in der Gesellschaft, für soziale Gerechtigkeit und ein respektvolles Miteinander – dafür engagieren wir uns in der SPD“.

Der Vorsitzende des Ortsvereins, Rafael Herbrik, wird die Worte Martina Fehlners gerne gehört haben. Als Kandidat für das Bürgermeisteramt in Stockstadt will er den Amtsinhaber ablösen. Dass er und die Mitglieder des Ortsvereins dafür auf die richtigen Themen setzen werden, machte er zu Beginn in seiner launigen und pointierten Begrüßung deutlich. Die SPD habe in den letzten Jahren mit einer aktiven, die Bürger einbeziehenden Politik bewiesen, dass sie Stockstadt in eine erfolgreiche Zukunft führen kann. Und auf den Punkt gebracht: „Nach vorne schauen, es anpacken – die Politik braucht Leitbilder, keine Feindbilder“.

Nach vielen Worten dominierte der klassische Hering den geselligen Teil der Veranstaltung. Am späten Abend war es dann doch amtlich: Am Aschermittwoch war alles vorbei – zumindest im Goldenen Engel und für diesen Tag.

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