AWN und KWiN hatten eingeladen:
Führung durch das Entsorgungszentrum Sansenhecken in Buchen
- Das Informationsangebot der AWN mit einem Rundgang über das Entsorgungszentrum Sansenhecken in Buchen wurde von zahlreichen Bürgerinnen und Bürgern gerne angenommen. Foto: AWN, Martin Hahn
- hochgeladen von Martin Hahn, AWN Buchen
mh. Buchen. Dass zu einem modernen Abfallwirtschaftsbetrieb Begriffe wie Radlader oder Einbaufeld genauso gehören wie Grasfrosch und Nistkasten, erfuhren die Besucher beim Rundgang über des Ent-sorgungszentrum Sansenhecken in Buchen. Das ist auch der Grund dafür, dass die AWN und die KWiN regelmäßige Deponie- und Wertstoffhofführungen für die Bevölkerung anbieten. „Wir wollen Ihnen zeigen“, so AWN-Geschäftsführer Dr. Mathias Ginter bei seiner Begrüßung vorm Verwaltungsgebäude, „wie unser Entsorgungszentrum funktioniert, was es Neues gibt und vor allem auch, welche Anstrengungen für den Umwelt- und Artenschutz unternommen werden“.
Emissions- und Staubschutz
Zusammen mit dem Bereichsleiter Deponie, Benno Ehmann und Diplom-Geograf Thomas Gambke machte sich die fünfzehnköpfige Gruppe auf den Weg zur Deponie, darunter auch eine „Abordnung“ der Buchener Gemeinderatsfraktion der Freien Wähler. Hier wurde erläutert, dass eine Deponie in verschiedene Verfüllabschnitte eingeteilt ist. Während bis Mai 2005 noch der gesamte Haus- und Sperrmüll inklusive „biogenem“, also sich biologisch zersetzendem Material, eingebaut wurde, darf seit Juni 2005 nur noch inertes, mineralisches Material in die Deponie. Wichtig hier, so Ehmann, sei der Emissions- und Staubschutz. Eine Bewässerungsanlage für LKW sorgt beispielsweise dafür, dass das angelieferte Material beim Abkippen möglichst wenig Staub freisetzt.
Neuer Grünstreifen für Bäume und Sträucher
Nächster Anlaufpunkt war die Deponie-Randstraße: In Zusammenhang mit der genehmigten Deponieerhöhung wird der Straßenverlauf nach innen, also zum Deponiekörper, verlegt. Dadurch entsteht außenseitig Platz für Aufforstungsmaßnahmen. Auf diesem „neuen“ Grünstreifen von rund 2500 Quadratmeter sollen aus Gründen des Sicht- und Emissionsschutzes ein Gürtel aus heimischen Bäumen und Sträuchern angepflanzt werden. An der Umladestation waren verschiedene Abfallfraktionen wie Rest- und Sperrmüll zu sehen. Diese werden mit „großen LKW“, so genannten Walking-Floor-Fahrzeugen, zu Müllheizkraftwerken gebracht. „Abfalltrennung ist nicht nur wichtig, sondern dient auch der Vermeidung von Bränden, wie diese leider tagtäglich in Entsorgungsbetrieben und auch Abfall-LKWs vorkommen“, so Thomas Gambke. Insbesondere Lithiumakkus, hier im Besonderen in den E-Zigaretten, sorgen immer wieder für Brandereignisse. „Akkus gehören zum E-Schrott und nicht in den Restmüll“, so Gambke ab-schließend.
Teiche und Nistkästen für Amphibien und Vögel
Bei der nächsten Station kamen die Natur- und Tierliebhaber auf ihre Kosten: Ebenfalls im Zuge der Deponieerweiterung wurden für Amphibien wie dem Gras- und Springfrosch und den Erdkröten zwei Am-phibienteiche unmittelbar am Rande des Deponiegeländes in Waldnähe ausgehoben. Diese Maßnahmen wurden notwendig, da vorhandene Oberflächenwasserteiche auf der Deponie in Zukunft durch die Depo-nieerhöhung wegfallen würden. Man wolle hier frühzeitig, so Benno Ehmann und Thomas Gambke, Er-satzangebote für die Tierwelt schaffen. Die beiden Teiche haben jeweils über zehn Meter Durchmesser und fassen 100 bzw. 180 Kubikmeter Wasser, das nach der Erstbefüllung als „Oberflächenwasser durch natürliche Befüllung“ hineinkommen soll. Genauso wurden zahlreiche Nisthilfen für Vögel wie den Haus-rotschwanz und die Sperlinge installiert.
Über die Sickerwasserreinigungsanlage, hier wird Wasser aus dem Deponiekörper mit Aktivkohle gereinigt, ging es an die RTO-Anlage (Regenerative Thermische Oxidation). Das über Unterdruck und ein unterirdisches Rohrleitungssystem „eingefangene“ Deponiegas wird hier entweder im Gasmotor zu Strom oder eben in der RTO-Anlage, Baukosten rund 1,6 Mio. Euro, zu Wärme weiterverarbeitet. Ziel des Pro-jektes ist die Minimierung der Methanemissionen aus dem Deponiekörper. Damit könne bis zum Jahr 2046 der Ausstoß von ca. 132.000 t CO2–Äquivalenten vermieden werden.
Wertstoffhof - wichtig für alle!
Abschluss der Deponieführung war am Wertstoffhof – eine Einrichtung, die bei der Bevölkerung regelmäßig angefahren und somit sehr geschätzt wird. Neben Rest- und Sperrmüll sind hier Abgabemöglichkeiten für Dämmmaterial, Fenster, Wertkunststoffe, Altpapier, Altholz und Altkleider zu finden. Ein wichtiger Bereich im Wertstoffhof ist die Elektroschrott-Annahme. „Elektroschrott schnellstmöglich abzugeben ist nicht nur deshalb wichtig, um wertvolle Rohstoffe wie z.B. seltene Erden wiederzugewinnen, sondern auch aus Sicherheitsgründen“, so Thomas Gambke. Alternde Gerätekomponenten wie beispielsweise Lithiumakkus könnten sich beim Alterungsprozess verändern und dann auch gefährlich werden. Die Besucher zeigten sich beeindruckt, es sei schön mitzuerleben, wie Deponien einen enorm wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisteten. Im Namen aller bedankte sich Manfred Röckel von den Freien Wählen für den interessanten Rundgang, Dr. Ginter beschloss die Führung und lud zu einem Imbiss ein.
Autor:Martin Hahn, AWN Buchen aus Buchen |
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