Gottes feste Burgen
Vortrag von Otto Reichert am 22.03.2026 in der Mittelmühle.
- hochgeladen von Bernhard Stolz
Im Rahmen seiner Vortragsreihe konnte der Heimat- und Geschichtsverein Bürgstadt mit dem Referenten Otto Reichert den zahlreich erschienenen Zuhörern gekonnt und fundiert zum Thema „Gottes feste Burgen“ interessante Aufschlüsse vermitteln.
Burgen bieten sowohl Schutz als auch die Möglichkeit einer evtl. Verteidigung. Während diese Möglichkeit nur der Obrigkeit zur Verfügung stand, waren gemeines Volk und die Bauernschaft bei kriegerischen Auseinandersetzungen den Angreifern in der Regel schutzlos ausgeliefert. Zudem mussten sie als Leibeigene ihrer adeligen Herrschaft Kriegsdienste erbringen. Mauern umgebende Städte konnten der Bürgerschaft meistens Schutz bieten, während die Landbevölkerung in ihren unbefestigten Dörfern oft Hauptangriffsziel wurde.
Kirchen und umgebende Kirchhöfe galten als tabu und boten Schutz genug, waren aber ursprünglich nicht als Verteidigungsanlagen errichtet. Als bei Attacken Raub und Brand auch Kirchenbereiche erfassten, entwickelte man eine Ummauerung der Kirchen und Kirchhöfe und baute diese Areale burgähnlich aus. So konnte die Bevölkerung innerhalb der Mauern Schutz finden, so lange es keine „modernen“, mauerbrechenden Waffensysteme gab. Oftmals integrierte man in diese Schutzzonen auch Räume (Gaden) für die Unterbringung von Vieh und die Speicherung von Futter und Lebensmitteln.
Derartige Konstrukte bezeichnen wir als Wehrkirchen oder auch Kirchenburgen.
Beispielhaft erläuterte Reichert dies an mehreren bebilderten Beispielen, wie z.B. der alten Kirche St. Margareta in Bürgstadt, den Kirchen „in der Nachbarschaft“ wie Urphar, Eichel, Dertingen, Waldenhausen, im Landkreis Miltenberg und anderen – auch ausländischen – Orten. Sehr interessant waren hierzu die örtlichen Besonderheiten wie Konstruktionsmerkmale und Baustile, auf die der Referent in eindrucksvoller Weise einging.
Ein sehr gelungener und mitnehmender Vortrag, der von den Erschienenen anerkennend aufgenommen wurde und den Vorsatz erweckte, bei künftigen Reisen oder Urlaubs-erkundungen derartige Bauwerke bewusster zu verinnerlichen.
Autor:Bernhard Stolz aus Bürgstadt |
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