EIN „MUSIKALISCHES FEUERWERK“ IN DER OBERNBURGER STADTHALLE

Rasanter "Krakowiak" aus Pommern mit Tänzern der IHNA
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Wo: Stadthalle, Jahnstraße 7, 63785 Obernburg am Main auf Karte anzeigen

Bis auf den letzten Platz – es mussten noch Stühle herbeigeschafft werden - belegt war die Stadthalle in Obernburg anlässlich des „Fünfzehnten ostdeutsch-fränkischen Kulturnachmittages“ des BdV, Bund der Vertriebenen, Kreisverband Miltenberg. Dieser hatte das international bekannte Tanz- und Folkloreensemble „IHNA“ mit Sitz in Erlangen und „den Chor der Chorleiter“, die „Frankobarden“ aus Großlangheim/Kitzingen neben dem eigenen „Sudetendeutschen Orchester“ zu der Kulturveranstaltung eingeladen, die unter dem Motto: „Musik, Lieder und Tänze aus Deutschland“ stand.
Mit den Worten: „Kultur als Ergebnis menschlichen schöpferischen Wirkens in einem bestimmten geographischen Bereich ist Ausdruck althergebrachter Überlieferungen und gewachsener Traditionen“ begrüßte Christian K. Kuznik als Organisator und Moderator des Nachmittags die zahlreichen Gäste. Sie waren aus der näheren Umgebung, aber auch bis aus Bad Kissingen mit dem Bus angereist – nur von Obernburgern selbst waren nur Wenige gekommen.

So etwas hat Obernburg noch nicht gesehen


In drei längeren Darbietungsblocks vom "Mann kumm her, will danzen" über das „Winteraustreiben“ bis zur Reise von Heimat zu Heimat im Block „Von Franken nach Pommern“ wechselten sich Tänze in farbenprächtigen Trachten aus verschiedenen Gebieten Pommerns mal in bedächtiger, mal in rasanter Form – wie beim „Teufelstanz“ ab. Das bereits mehrmals im deutschen Fernsehen und in Übersee aufgetretene Ensemble glänzte mit hervorragend getanzten, gespielten und gesungenen Darbietungen. Authentisches Brauchtum in erzählender Form, nicht verkitschte „Folklore“, von deutschen Volks-, Kult- und Zunfttänzen, Volkslieder, von der eigenen Musikgruppe dargebracht und Tanzpotpourris rissen das Publikum zu begeistertem Applaus mit.

„Übern Garten durch die Lüfte hört ich Wandervögel ziehn, das bedeutet FRÜHLINGSDÜFTE, unten fängt`s schon an zu blühn“


In souveräner Art hatte Kuznik durch das Programm des Nachmittages geführt. So leiteten diese poetischen Verse J. v. Eichendorffs zu Beginn schon zu wunderbarer Musik mit gleichem Thema über. Das Sudetendeutsche Orchester, Leitung Hans Schlowak, mit seiner Sängerin Anne Müller-Steffen versetzte die Anwesenden gekonnt mit Liedern wie „Draußen in Sievering blüht wieder der Flieder“ (J. Strauß), „Wien bleibt Wien“ (J. Schrammel) oder „Heut macht die Welt Sonntag für mich“ (J.Strauß) in frühlingshafte, vorösterliche Stimmung. Natürlich durften auch später nicht die „im Prater“ „wieder blühenden Bäume“ (R. Stolz) fehlen.

Dem Motto gemäß


Kaum eine andere Gruppe hätte den fränkischen Part des „Ostdeutsch- fränkischen Kulturnachmittags“ besser übernehmen können als „Die Frankobarden“. In hervorragender Weise interpretierte das Männer-Doppelquartett Volkslieder vorwiegend vom erst kürzlich aus der Rhön stammenden verstorbenen Komponisten und Arrangeur Ludwig Moritz. „Mein Frankaland“, „Heint scheint da Mound sua schei“, „Hint mein Scheuerla“, „Unter den Weiden am Bach“ perfekt intoniert und in wunderbarer Harmonie vorgetragen zeigten, dass es lohnt, auch in fränkischer Mundart zu singen. Dass sie aber auch anderes Liedgut beherrschen bewiesen sie mit „Grüße an die Heimat“ von Carl Kromer, „Morgenrot“ von Rudolf Pracht und „Jetzt hamma Weil Gsunga“ von U. Bomhard.

Alfred F. Kipplinger, der kürzlich neugewählte Kreisvorsitzende im BdV, bedankte sich im Namen aller Verantwortlichen bei allen Akteuren für deren hervorragende Darbietungen, bei Christian K. Kuznik, dem verantwortlichen Organisator, für den perfekten Ablauf der Veranstaltung und dem Publikum für den überreichen Applaus. Das gemeinsam gesungene „Kein schöner Land“ (Zuccalmaggio) beendete das einmalige musikalische Erlebnis.

Christian K. Kuznik

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