Pressebericht des Polizeipräsidiums Unterfranken vom 10.08.2014: Zigarettenkauf mit unterschlagenen Kreditkarten gescheitert - Tätergruppe unterwegs

UNTERFRANKEN und MITTELFRANKEN. Eine siebenköpfige Gruppe von Osteuropäern hat Ende Juli in Mittel- und Unterfranken an mehreren Tankstellen versucht, mit rechtswidrig erlangten Kreditkarten u.a. größere Mengen von Zigaretten zu kaufen. Innerhalb kürzester Zeit wechselten sie hierbei die Tatorte und traten auch in abwechselnder Beteiligung auf. Meistens scheiterten die Täter, denn die Tankstellen waren vorgewarnt.

Nach dem Stand der bisherigen Ermittlungen von Polizeidienstellen in Würzburg, Kitzingen, Mellrichstadt und Nürnberg trat die Gruppe zuerst am 25.07.2014 in Würzburg an einer Tankstelle in der Wörthstraße auf. Ein, wie sich später herausstellte 27-jähriger Mann hatte den Verkaufsraum betreten und versucht, mehrere Zigarettenstangen zu kaufen. Als Zahlungsmittel legte er eine EC-Karte vor, deren Unterschrift nicht mit der abgegebenen Unterschrift auf der Bezahlquittung übereinstimmte. Der aufmerksame Angestellte erkannte die Ungereimtheit und rief die Polizei. Vor Eintreffen einer Streife der Polizeiinspektion Würzburg-Stadt war der Unbekannte jedoch ohne Ware geflüchtet.

Ein weiterer Vorfall in Nürnberg beschäftigte die Polizeiinspektion Nürnberg-Ost. Dort war am 30.07.14, gegen 23:00 Uhr, eine Frau in einer Tankstelle aufgetaucht und hatte unberechtigt mit einer Kreditkarte einen Gutschein über 200 Euro ergaunert. Wenige Minuten später versuchte offenbar die selbe Frau das Gleiche an einer anderen Tankstelle in der Nähe. Hier scheiterte sie jedoch an der PIN-Eingabe. Auf Nachfrage nach Ausweispapieren flüchtete sie und stieg in ein Auto ein, das dann wegfuhr. Dieses Fahrzeug wurde im Rahmen der sofort ausgelösten Fahndung von Beamten der Polizei in Nürnberg angehalten und kontrolliert. Die 19-Jährige „Kundin“ der beiden Tankstellen befand sich mit weiteren Insassen im Pkw. Nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen musste sie wieder auf freien Fuß entlassen werden, die eingesetzte Kreditkarte wurde nicht gefunden.

Unermüdlich setzte die Personengruppe ihre Reise in Richtung Westen fort. Der 27-Jährige, der bereits in Würzburg in der Wörthstraße in Erscheinung getreten war, versuchte am 31.07.14, gegen 12:30 Uhr an einer Tankstelle in Hörblach bei Kitzingen mehrere Waren für über 250 Euro mit einer Scheckkarte zu bezahlen. Da er aber kaum deutsch sprach und die Scheckkarte einen geläufigen deutschen Namen aufwies, hatte der Angestellte ein Ausweisdokument verlangt. Der Kunde versprach dann, dieses aus dem Auto holen zu wollen, stieg dort aber ein und der Pkw fuhr sofort weg.

Ein 24-Jähriger aus der selben Gruppe war dann eine dreiviertel Stunde später gegen 13:15 Uhr bereits wieder in Würzburg aktiv. Hier wollte er ebenfalls Waren für etwa 200 Euro mit einer Kreditkarte einkaufen, die auf eine Frau ausgestellt war. Auch hier genügte die Nachfrage der Angestellten nach einem Ausweis, und der Mann suchte sein Heil in der Flucht.

Zielstrebig bewegte sich die Gruppe nach Mellrichstadt, wo eine Tankstelle in der Oberstreuer Straße das nächste Tatobjekt war. Noch am gleichen Tag, dem 31.07.2014, kurz vor 18:00 Uhr, gelang es wiederum dem 27-Jährigen Mann, dort fünf Stangen Zigaretten mit einer Scheckkarte und Unterschrift zu bezahlen.

Der Angestellte verständigte dann aber nachträglich die Polizei in Mellrichstadt, die bei ihren sofort eingeleiteten Ermittlungen und Hinweisen aus der Bevölkerung auf einen Audi mit Berliner Kennzeichen und einen Mercedes mit ausländischem Kennzeichen hingewiesen wurde. Im Zuge der Funkfahndung nach den Fahrzeugen entdeckte eine Streife der Polizei Bad Neustadt die beiden Autos auf einem Supermarktparkplatz. Die Fahrzeuginsassen und die beiden Pkw wurden zur Sachbearbeitung zur Polizei nach Mellrichstadt gebracht.

Zwei Personen aus der Gruppe waren zunächst nicht anzutreffen. Ein Polizeibeamter, der zivil mit einem Fahrrad unterwegs war und von der Fahndung wusste, entdeckte die Beiden und gab seinen Kollegen den entscheidenden Hinweis zur Ergreifung der Männer. Weil der Zusammenhang mit den hier bereits erwähnten Sachverhalten noch nicht bekannt war, mussten alle Beteiligten nach Durchführung entsprechender polizeilicher Maßnahmen nach Rücksprache mit der Staatsanwaltschaft entlassen werden.

Die Auswertung der Tankstellenüberwachungsanlagen, sonstiger Spuren und die Hinweise aus der Bevölkerung lassen nun aber den Schluss zu, dass die aus etwa sieben Personen bestehende Gruppe osteuropäischer Männer und Frauen im Alter zwischen 19 und 42 Jahren unter Vorlage unrechtmäßig erlangter Geldzahlungskarten an mehreren Orten speziell an Tankstellen Waren oder Gutscheine kaufen wollte. Die Zahlungskarten stammen aus dem Raum Berlin. Bei der Tatbegehung wechselten sich die Tatverdächtigen ab. Sie reisten in zwei Autos zu den Tatorten. Die betroffene Tankstellenkette ist über die Betrugsmasche informiert und gewarnt.

Die Personen aus der Tatverdächtigengruppe befinden sich auf freien Fuß. Es ist nicht auszuschließen, dass sie mit dieser Betrugsmasche weiterhin unterwegs sind.

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