Berufseinstiegsbegleitung muss weitergeführt werden
Fahn und Frey machen Druck

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Berufseinstiegsbegleitung in Bayern und im Landkreis Miltenberg in Gefahr. Individuelle sozialpädagogische Betreuung weiterhin notwendig. Es geht aktuell um 87 Personen. Kreisräte Regina Frey und Hans Jürgen Fahn setzen sich für die Weiterführung des Projekts ein.

Die Berufseinstiegsbegleitung ist eines der erfolgreichsten Projekte zur Unterstützung von Schülern. Zielgruppe sind Jugendliche aus Mittel- und Förderschulen. Meist liegen besondere Problemlagen wie Leistungsminderung, migrationsspezifische Probleme, Verhaltensauffälligkeiten, durch Entwicklungsverzögerungen bedingte Defizite im schulischen und sozialen Bereich, psychische Probleme oder unzureichende Unterstützung durch das Elternhaus vor.
Die Finanzierung der Kosten erfolgte bisher zu gleichen Teilen aus Mitteln der Bundesagentur für Arbeit und durch den Freistaat Bayern aus Mitteln des europäischen Sozialfonds (ESF). Diese Finanzierung durch den Freistaat soll ab dem kommenden Schuljahr eingestellt werden.
Die Bayer. Sozialministerin Caroline Trautner hat in einem Schreiben an den ehemaligen Landtagsabgeordneten Dr.Hans Jürgen Fahn (der selbst 8 Jahre Mitglied im Sozialausschuss des Landtags mitwirkte) dies bestätigt und von vielen anderen Maßnahmen der Staatsregierung gesprochen (u.a. Praxisklassen, Ganztagesbetreuung in Deutschklassen oder die Förderung von Ausbildungsstellen im Rahmen von Fit for Work.)
Kultusminister Michael Piazolo nennt in einem Antwortschreiben an Dr.H.J.Fahn den Grund, warum das KM eine Finanzierung ablehnt:“ Eine individuelle sozialpädagogische Begleitung der Teilnehmenden z.B. die bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle sowie bei der Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses, wie dies die Berufseinstiegsbegleitung darstellt, ist jedoch nicht Bestandteil der Berufsorientierung an Mittel- und Förderschulen und kann deswegen auch nicht aus Haushaltsmitteln des Kultusministerium finanziert werden“. Auch die Sozialministerin betonte, dass dies nicht in ihr Ressort falle. Leider wurde in der Sitzung des Landtags am 24.3. der Sozialhaushalt verabschiedet, ohne dass sich hier Mittel für die Berufseinstiegsbegleitung finden.

Diese höchst seltsamen Begründungen der beiden Ministerien bewertet die ÖDP- Kreisrätin Regina Frey „sachlich überhaupt nicht nachvollziehbar und in den Auswirkungen fatal. Die Situation der betroffenen Jugendlichen hat sich durch die Coronapandemie dramatisch verschlechtert. Wenn ausgerechnet jetzt die Begleitung bei der Berufsfindung unterbleibt öffnet sich die soziale Schere noch weiter und lässt chancenlose Jugendliche zurück. Dies birgt neben dem persönlichen Schicksal für die Betroffenen, wesentlich höhere Mehrkosten für die Gesellschaft in späteren Jahren.“
„Dies muss auch im Landkreis Miltenberg fortgeführt werden“, fordern Frey und Fahn übereinstimmend. Eine Rückfrage beim Schulamt und den Schulen zeigt, dass sie von der Ankündigung des Auslaufens „völlig kalt erwischt wurden“.
„Derzeit gibt es im Landkreis Miltenberg hier 4,85 Vollzeitstellen (die allerdings wegen Teilzeit auf mehr Personen aufgeteilt sind, wobei sich eine Kraft um max. 20 Schüler kümmert, inklusive des gesamten sozialen Umfeldes, aller relevanten Strukturen“, schreibt Petra Berger von der GBF in Aschaffenburg, die in den letzten 10 Jahren bis zu 400 Schüler mit 20 engagierten Mitarbeitern betreut hat. Aktuell werden im Landkreis Miltenberg 34 Achtklässler und 34 Neuntklässler von Berufseinstiegsbegleitern betreut. Dazu kommen noch 19 Personen aus der Kohorte 2018 (die z.T. auch noch außerdem der Schule betreut werden). Insgesamt sind es also 87 Schüler. Die Handwerkskammer hofft, dass im Bayer. Kabinett noch eine Möglichkeit gefunden wird, das Projekt weiter zu führen. Bayernweit wurden bisher zwischen 3000 und 3500 Schüler erreicht.
Die Berufseinstiegsbegleiterin Angelika Bick arbeitet seit 8 Jahren in Großheubach als Berufseinstiegsbegleiterin. Sie befürchtet, dass die sozialen Kosten beim Auslaufen der Förderung wieder auf den Landkreis zurückfallen, wenn sie bei der ohnehin schon überlasteten Jugend- berufsagentur anklopfen“.
Hans Jürgen Fahn und Regina Frey (beide für die ÖDP im Kreistag) verweisen auf den Landkreis Miltenberg, der bereits in 19 Grundschulen (von 24) und 15 Mittelschulen (von 16) JAS-Stellen finanziert. Natürlich brauchen wir in Zukunft flächendeckend solche JAS Stellen im Landkreis.
Aber vordergründig sind jetzt zunächst das Sozial- und Kultusministerium gefordert, die Berufseinstiegsbegleitung weiterzuführen und auch zu finanzieren. Und vielleicht eröffnet sich hier noch eine Möglichkeit. Denn im Haushaltsausschuss des Landtags wurde Anfang März 2021 auf Vorschlag des Ausschussvorsitzenden Josef Zellmeier beschlossen, dass die beiden Ministerien eine Lösung finden sollen. Dazu hat H.J.Fahn neben J.Zellmeier nochmals die Minister Trautner und Piazolo angeschrieben

Autor:

Hans Juergen Fahn aus Erlenbach a.Main

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