Jubiläumskonzert
125 Jahre Musikkapelle Mechenhard
- Die Fotoaufnahme aus dem Jahr 1900 zeigt die sieben Gründungsmitglieder der ersten Mechenharder Musikkapelle zusammen mit ihrem Ausbilder (von links nach rechts): Ludwig Bernard, Leo Bernard, Joseph Rüttiger, Alois Berninger, Musiklehrer Otto Miltenberger (mit Geige) aus Rück, Anton Heider, Philipp Vill und Ignaz Berninger. Das Gruppenbild entstand, wie der Chronist Franz Heider berichtet, nachdem ein edler Spender den Musikern nach ihrem ersten Auftritt zur Wallfahrt nach Röllbach ein Fass Bier gestiftet hatte.
- hochgeladen von Benjamin Bohlender
125 Jahre Musikkapelle Mechenhard: Diesen besonderen Geburtstag feiert der Gesang- und Musikverein „Eintracht“ Mechenhard am kommenden Sonntag, 19.10.2025, musikalisch mit einem Jubiläumskonzert. Es ist nach dem Benefizkonzert mit der Big Band der Bundeswehr im April bereits das zweite Highlight im Jubiläumsjahr des Traditionsvereins.
Dass die Blasmusik in Mechenhard einmal 125 Jahre alt werden würde, erscheint mit Blick auf die Anfänge nicht selbstverständlich, hatten die jungen Männer, die anno 1885 in dem Spessartdorf eine Blaskapelle gründen wollten, doch einen gewichtigen Widersacher: „Wer eine Teufelsmusik macht, kann nicht auch noch Kirchenmusik machen!“ Mit diesem Machtwort des Ortspfarrers Ignaz Frankenberger war der erste Gründungsversuch gescheitert. Im Mai 1900 aber wagten es Philipp Vill, Joseph Rüttiger, Alois Berninger, Ignaz Berninger, Leo Bernard, Ludwig Bernard und Anton Heider erneut. Bereits im Gründungsjahr begleiteten die sieben Musikanten an Mariä Himmelfahrt die Wallfahrer nach Röllbach zur Maria-Schnee-Kapelle, spielten zur Kirchweih schon zum Tanz auf – und bewiesen letztlich doch, dass weltliche und kirchliche Musik sehr wohl vereinbar sind.
- Die Fotoaufnahme aus dem Jahr 1900 zeigt die sieben Gründungsmitglieder der ersten Mechenharder Musikkapelle zusammen mit ihrem Ausbilder (von links nach rechts): Ludwig Bernard, Leo Bernard, Joseph Rüttiger, Alois Berninger, Musiklehrer Otto Miltenberger (mit Geige) aus Rück, Anton Heider, Philipp Vill und Ignaz Berninger. Das Gruppenbild entstand, wie der Chronist Franz Heider berichtet, nachdem ein edler Spender den Musikern nach ihrem ersten Auftritt zur Wallfahrt nach Röllbach ein Fass Bier gestiftet hatte.
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Die Ausbildung hatte Otto Miltenberger aus Rück übernommen. Die Begeisterung der Jungmusiker wurde selbst durch den vier Kilometer langen Fußweg zu jeder Probe nicht beeinträchtigt. Die Ratenzahlungen für die Instrumente belasteten die Musiker jedoch so sehr, dass an Notenkauf nicht zu denken war. Ein Segen war daher der Mechenharder Vollblutmusiker Philipp Vill, der mit eigenen Stücken aushalf. Der Komponist und Heimatdichter Philipp Vill, der rund 80 Lieder schuf, die teils sogar vom Rundfunk übertragen wurden, sollte als „Spessartsänger“ in der gesamten Region Bekanntheit erlangen. Im Mechenharder Neubaugebiet "Krötenhecken" wurde sogar eine Straße nach ihm benannt.
Nach einer Zwangspause aufgrund des 1. Weltkriegs führten die heimgekehrten Musiker die Kapelle weiter. Hinzu kam, dass wiederum Philipp Vill mit seinem Bruder Joseph und Karl Zöller am 15. Februar 1919 im Gasthaus Zum Rad eine Versammlung zur Gründung eines Gesangvereins anberaumte, der „Eintracht“ getauft wurde. Der erste Vereinsausflug führte 45 Mechenharder am Pfingstmontag 1919 „unter Begleitung der hiesigen Dorfkapelle, Damenbegleitung gestattet“ nach Heimbuchenthal. Nach dem Zweiten Weltkrieg hielten noch sieben Musikbegeisterte das Fähnlein der Kapelle hoch.Da Musiker der Musikkapelle und Sänger des Gesangvereins seit jeher eng zusammengearbeitet hatten, vereinigten sie sich 1956 schließlich zum Gesang- und Musikverein „Eintracht“. Bis heute ein Alleinstellungsmerkmal im Kreis Miltenberg, denn es gibt in der Region keinen anderen Verein, der Blasmusik und Chorgesang unter einem Dach verbindet.
- Die Mechenharder Musikkapelle unter der Leitung von Dirigent Marcus Greim mit 30 Musikerinnen und Musikern präsentiert sich zum Jubiläum in schicker neuer Tracht.
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Im Jahr 2019 erhielten die Musiker die vom Bundespräsidenten verliehene Pro-Musica-Plakette, die höchste Auszeichnung für Laienmusik in Deutschland.Ausflüge in die europäischen Hauptstädte Prag, Budapest, Berlin und Paris, Jugendzeltlager in Collenberg und die Italien-Fahrten nach Bibione sind für die Musiker einige der unvergessenen Höhepunkte aus dem regen Vereinsleben, aus dem viele Freundschaften entstanden sind. Heute ist das Blasorchester im kulturellen Leben der Stadt Erlenbach und darüber hinaus eine feste Größe und mit dem „Mechenharder Blechhaufen“ gibt es außerdem eine Nachwuchsformation mit vielen begeisterten jungen Musikerinnen und Musikern.
Herzliche Einladung zum Jubiläumskonzert "125 Jahre Musikkapelle Mechenhard“
Das Jubiläumskonzert "125 Jahre Musikkapelle Mechenhard" findet am Sonntag, 19.10.2025, um 17 Uhr, in der Frankonia-Halle in Mechenhard statt. Zu ihrem 125-jährigen Bestehen präsentiert die Musikkapelle „Eintracht“ Mechenhard unter der Leitung von Dirigent Marcus Greim ein besonderes Konzertprogramm, das die ganze Vielfalt des Blasorchesters zeigt – von moderner Filmmusik bis zur traditionellen Blasmusik. Mehrere Solistinnen und Solisten bereichern das Konzert gesanglich und instrumental. Auch der Mechenharder Blechhaufen und der Chor Mechenhard/Streit wirken mit. Mit einem kurzweiligen Rückblick in Bildern wird Eintracht-Vorsitzender Benjamin Bohlender Meilensteine aus 125 Jahren Blasmusik in Mechenhard beleuchten. Außerdem werden Musiker geehrt. Einlass in die Halle ist ab 16.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.
Autor:Benjamin Bohlender aus Erlenbach a.Main |
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