Stammt Schneewittchen aus Lohr ?

Was hat Schneewittchen mit Lohr zu tun?
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Wo: Schloss, 97816 Lohr am Main auf Karte anzeigen

Ein Märchen wird Wirklichkeit, wenn man in Lohr am Main unterwegs ist.

Fast auf Schritt und Tritt ist Schneewittchen dort auch heute noch präsent:

• als Schattenriss-Denkmal vor dem Lohrer Schloss

• als Werbefigur in Schaufenstern

• als Puppe, die aus einem Fenster herausschaut

• oder sogar live, 1:1, in natura mit farbenprächtigem Gewand – als
Touristenführerin wie beispielsweise Giuliana Sammetinger in der Altstadt oder
vor dem Lohrer Schloss.

Giuliana Sammetinger, die junge Dame, von Beruf Bürokauffrau bei einem Lohrer Großunternehmen, Anfang 20, schlüpft gelegentlich im Auftrag der Stadt Lohr in die Rolle einer Fremdenführerin, vornehmlich als Schneewittchen.

Was hat Schneewittchen mit Lohr zu tun?

Vor 30 Jahren, im Jahr 1986, fand der Lohrer Apotheker und Historiker Dr. Karl-Heinz Bartels mehrere stichhaltige Argumente, die für die Präsenz Schneewittchens und weiterer (Märchen-)Figuren bzw. Utensilienin und um Lohr sprechen würden:

• so eine historisch verbürgte „böse“, egoistische Schwiegermutter in
adeligen Kreisen

• außerdem einen „sprechenden Spiegel", heute ausgestellt im
Spessartmuseum Lohr

• dann den Fluchtweg Schneewittchens über die sieben Berge im wilden
(Spessart-)Wald als alten Höhenweg („Wieser Straße“)

• schließlich die „sieben Zwerge“ als kleinwüchsige Bergleute

• ferner den durchsichtigen (gläsernen) Sarg

• und die eisernen Pantoffeln, beides Herstellungsmaterial der einstigen
hiesigen Glas- und Eisenhämmer.

Nichtsdestotrotz ist Schneewittchen nicht nur präsent, zuweilen auch in aller Munde.

In wenigen Monaten wird eine weitere Plastik in der Stadt aufgestellt, die in letzter Zeit Lohr und Schneewittchen noch mehr in den Fokus rückte.

Fazit: Märchen hin, Plastik her.

Wer dem Schneewittchen in Natura begegnet, ist fasziniert und weiß, dass Märchen manchmal wirklich wahr werden können.

Hintergrund:

Schneewittchen ist bekanntlich ein populäres Märchen.

Man findet es in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 53.

Dort heißt es "Sneewittchen".

In der Erstausgabe von 1812 ist noch die Übersetzung ins hochdeutsche Schneeweißchen angegeben (ndt.: Snee „Schnee“, witt „weiß“), was dann wohl wegen der Gleichheit zu Schneeweißchen und Rosenrot weggelassen wurde.

Im Lauf der Zeit hat sich als Titel „Schneewittchen“ aber durchgesetzt.

Motive und Deutungshorizonte

Schneewittchen gilt als eine Kultur-Ikone.

Ins Schneewittchen-Märchen münden vielfältige Erfahrungen, Erkenntnisse und Wahhrnehmungen ein.

So gibt es in diesem Märchen reichhaltige Gesichtspunkte der Psychologie, der Soziologie, der Geschichte, der christlichen Theologie, der griechischen Mythologie, der Kosmologie und der Symbolik.

In dieser Verdichtung kultureller Zugangsformen war und ist Schneewittchen Inspirationsquelle für Malerei, Musik, Skulptur, Film, Literatur und Popkultur.

Zentrale Motive und Symbole von Schneewittchen sind der vergiftete Apfel, die Zahl Sieben, die Zwerge, der Spiegel, Gürtel und Kamm, die kontrastierenden Farben Schwarz, Rot und Weiß, das Blut und der Winter.

Das Motiv des todesähnlichen Schlafes ist auch im Grimmschen Dornröschen anzutreffen.

Weitere Bilder und Informationen folgen!

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