Heizungsmorphose
Sitzung und Bürgerbesprechung zur Wärmeplanung Markt Mömbris
- hochgeladen von Bayernpartei Untermain
Die Metamorphose des „Habeck’schen Heizungsgesetzes“ bringt auch im Markt Mömbris erstaunliche Stilblüten zum Vorschein. Das Heizungsgesetz alias Gebäudeenergiegesetz (GEG), welches 2020 unter dem Kabinett Scholz in Kraft trat, und die damaligen drei Gesetze/Verordnungen, nämlich die Energieeinsparverordnung (EnEV), das Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und das Erneuerbare-Energie-Wärmegesetz (EEWärmeG) ablösten, wurde nun selbst wieder abgelöst. Die Halbwertszeit von Habeck war kürzer als sein Heizungsgesetz und dessen Halbwertszeit war auch schon kurz.
Nach den zwei grundlegenden Novellierungen und Anpassungen des „Habeck`schen Heizungsgesetzes“, von den vielen kleinen Änderungen wollen wir gar nicht sprechen, die eine 2023, in welcher der zulässige Primärbedarf von 75 auf 55% angehoben wurde, was bedeutete, dass Gebäude nochmal 20% weniger Energie verbrauchen durften, die andere 2024, bei welcher 65% des Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien gewonnen werden sollten, was für funktionierende und top gewartete Heizungsanlagen praktisch das Aus bedeutete, setzte sich die Metamorphose in den Irrsinn fort. Nicht nur sachkundige Bürgerinnen und Bürger, sondern auch Laien können nach dieser Gesetzesorgie erkennen, welche bei weitem noch nicht überstanden ist, dass scheinbar einige Bundestagsabgeordnete und Regierungsmitglieder einem Energiefetisch unterliegen, wobei die Ausübung eines Fetischs nicht automatisch impliziert, dass der Fetischaffine auch fachkundig sein muss. Bei diesem stümperhaften Vorgehen könnte man sogar davon ausgehen, dass der Fetisch darin besteht, keine Ahnung zu haben und sich daran aufzugeilen, den Abwärtsstrudel des Wirtschaftsstandortes Deutschland mit eingeleitet zu haben.
Nachdem sich Anfang 2025 der Öffentlichkeit offenbarte, dass das „Habeck’sche Heizungsgesetz“ disfunktional wurde, da die utopischen Ziele nicht erreicht werden können aufgrund von technischen Unmöglichkeiten und aus der weisen Voraussicht, die netzseitige Infrastruktur für die Energiewende erst nach Abschaltung von zuverlässigen Kernkraftwerken, Gaskraftwerken und teilweise sehr modernen Kohlekraftwerken herzustellen, verfestigte sich unter einflussreichen Energiefetischisten die Erkenntnis, dass die gesamte energetische Gesetzesorgie einer Deregulierung unterzogen werden müsste (Scheinbar war die Selbstgeiselung aus dem Ruder gelaufen). U. a. war schon früh die Rede davon, die in dem Gesetz empfohlene Wärmeplanung für kleinere Gemeinden zu vereinfachen bzw. zu streichen.
Der Markt Mömbris entschied sich aus unserer Sicht leider für die Anfertigung einer Wärmeplanung, obwohl in dem Ursprungsgesetz auch davon die Rede war, dass bei keiner vorgelegten Wärmeplanung von Gemeinden und/oder Städten automatisch 2027 die in dem Gesetz festgelegten Vorschriften in Kraft treten würden (von welchen ja nun eine große Menge in dem neuen Gesetz entfallen). Die Verwaltung beauftragte das Lampertheimer Planungsbüro „EnergyEffizienz GmbH“ mit der Erstellung einer Wärmeplanung. Dazu wurde u.a. am 07.07.2026 eine öffentliche Gemeinderatssitzung abgehalten und am 09.07.2026 für die Bevölkerung eine Infoveranstaltung angeboten, zu welchen sich auch eine Abordnung der BP Mömbris gesellte, bei denen das Lampertheimer Büro die Erkenntnisse der ersten Planungsphasen vorstellte. Kurz danach wurde nun die Enegiefetisch-Orgie fortgesetzt und das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) ersetzte das „Habeck`sche“ Gebäudeenergiegesetz (GEG), in welchem unter anderem die Notwendigkeit einer Wärmeplanung für Gemeinden unter 15.000 Einwohnern nun wegfällt, was bei ca. 11.500 Einwohnern des Marktes Mömbris der Fall gewesen wäre.
Bei der Vorstellung wurden zuerst die Wärmeflächen mittels verschlüsselten Datensätzen der Kaminkehrer und digitalen Informationen des Katasteramtes ermittelt. Dabei kam heraus, dass ca. 97% der Wärmeflächen zu Wohnhäusern gerechnet werden können, und dass ca. 54% der Energie von fossilen Wärmeträgern erzeugt werden, und i. Ggs. dazu ca. 37% der Energie durch erneuerbare Energieträger erzeugt werden. Bei dieser Grundlagenermittlung wurden auch die in Frage kommenden Potentiale für den Markt Mömbris ermittelt, unter Heranziehung der dafür geeignetsten Technologien. U. a. könnten so genannte Flusswärmepumpen aus dem Fluss Kahl und aus verschiedenen Seen nutzbare Wärme aus Wasserschichten entnehmen. Wobei die Kahl an ihrem Flusslauf überwiegend Überschwemmungsgebiet darstellt und die Seen hauptsächlich von Anglern und ihren Fischen genutzt werden. In beiden Fällen sehen wir ein Hindernis zur Ausschöpfung dieses Potentials. Seitens des Büros wurde auch abgeklärt, ob die Abwärme aus Abwasserkanälen eine Chance bietet, was aber verworfen wurde.
Die größten Chancen sah das Büro in den Potentialen einer zentralen und dezentralen Photovoltaiknutzung. Diese könnten als Feldanlagen auf Freiflächen wie z. B.: auf Parkplätzen, Feldern, auf öffentlichen Gebäuden oder auch auf Dächern von privaten Häusern verwirklicht werden. Es wurde auch ein weiteres Potential angesprochen, die so genannte Agrothermie, bei der es nicht um demonstrierende Bauern geht, sondern das Verlegen von Heizschlangen unter Ackerflächen. Wir von der Bayernpartei sehen das eher kritisch, da die Ackerflächen im Markt Mömbris eher kleiner und ungünstig geschnitten sind, und darüber hinaus oft verpachtete Flächen darstellen.
Was uns aber sehr gefallen hat, war die Feststellung des Lampertheimer Büros, dass Windkraftanlagen auf dem Gebiet des Markt Mömbris nicht möglich sind, da die Einhaltung eines Mindestabstand zu den einzelnen Ortsteilen nicht möglich ist. Erfreulich ist auch die Mitteilung des Bürgermeisters Felix Wissel, dass die Verwaltung drei Clustergebiete zur Installation von Photovoltaikanlagen identifiziert hat. So könnten im Bereich der Grundschule und des Kursana-Domizils in Mömbris, des Kindergartens, der Turnhalle und der Kirche in Schimborn, oder auch auf dem Rathausgelände, der Ivo-Zeiger-Schule und des Kindergartens in Mömbris geeignete Flächen entstehen.
Im Herbst soll es eine weitere Infoveranstaltung und einen Workshop zur weiteren Planung geben, an dem die Bayernpartei Mömbris wieder anwesend sein möchte. Wir hoffen, dass die Wärmeplanung den Markt Mömbris nicht überfordert und stehen für konstruktive Vorschläge und Ideen zur Verfügung.
Dieser Beitrag erschien am 22. Juli 2026 im Blog www.bp-franken.org.
Text/Foto (KI-generiert): Marco Scholz
Autor:Bayernpartei Untermain aus Mömbris |
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