Ortspatrozinium St. Wendelin in Mömlingen
- Altardienst mit Festprediger Pfarrer Josef Schachner und Diakon Thomas Seibert
- Foto: Christoph Joa-Giegerich
- hochgeladen von Friedrich Frank
Am Sonntag, den 25.10.2026, war die St. Martinskirche in Mömlingen gut besucht. Nachdem die traditionelle Prozession wetterbedingt kurzfristig ausfallen musste, versammelten sich die Besucher direkt in der Kirche, um dem Ortspatron St. Wendelin, dessen Heiligenfigur im Altarraum festlich geschmückt war, zu gedenken. Auch eine Wendelinus-Reliquie wurde beim feierlichen Einzug mit Kreuzträgerin, Fahnen und Weihrauch mit in die Kirche gebracht und blieb den Gottesdienst über auf dem Altar für alle gut sichtbar.
Diakon Thomas Seibert blickte zu Beginn noch einmal auf die über jahrhundertelange Geschichte des Patroziniums im Ort und die Baugeschichte der Wendelinuskapelle zurück. Diese wurde errichtet aus Steinen der wüst gewordenen Ortschaft Hausen hinter der Sonne. Als Standort für die Kapelle wählte man damals die Stelle, an der die Straße von Obernburg kommend in den Odenwald abknickt - also auf Höhe des heutigen Kreisels. Ein Brückenneubau im Zuge der Straßenerweiterung machte dann eine Verlegung der Kapelle an den heutigen Standort oberhalb der Schule notwendig, wo die Kapelle 1978 noch einmal eingeweiht wurde.
Auch Festprediger Pfarrer Josef Schachner ging auf den Standort ein und wählte den heute am Ursprungsort befindlichen Kreisel als Sinnbild unserer Zeit. Er betonte, wie wichtig es mitunter ist, im Leben die richtige Ausfahrt zu nehmen, um sich nicht permanent im Kreise zu drehen. Auch die Anpassung des Hl. Wendelin an die heutige Zeit führte er gut vor Augen. Die Anzahl der Erwerbslandwirte habe sich zwar in den vergangenen 200 Jahren erheblich reduziert, aber der Schutz für „Stall und Vieh“ lasse sich in einfacher Weise auf das Heim und die Haustiere, die Arbeitsstelle und ein gutes Auskommen übertragen. Zudem sei die Verbindung aus religiösem Leben und der daraus resultierenden Achtung und Wertschätzung der Natur gegenüber heute so aktuell wie vor 200 Jahren.
Musikalisch geprägt war der Gottesdienst durch das Orgelspiel und das Gotteslob wurde durch ein eigenes Liedheft mit Liedern zum Hl. Wendelin erweitert.
Um die Fürsprache des Ortspatrons beim Schutz der Tiere und der Umwelt, für ein friedvolles Miteinander und ein aktives Glauben und Hoffen wurde gebeten. Zum Abschluss des Gottesdienstes wurde Letzteres in besonderer Weise sichtbar, als zwei neue Ministranten feierlich in ihr Amt eingeführt wurden und symbolisch eine Kreuzkette als Zeichen der Zugehörigkeit von den Oberministranten verliehen bekamen.
Christoph Joa-Giegerich
Autor:Friedrich Frank aus Mömlingen |
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