Vom Hl. Wendelin lernen: In der Stille liegt die Kraft für Dich und andere

Pfarrer Haas (mit Mikro) und der Altardienst bei der Begrüßung an der Wendelinuskapelle
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Nach einem Jahr Unterbrechung wegen Corona konnte Mömlingen das Fest des Ortspatrons, des Hl. Wendelinus wieder feierlich mit einer Prozession begehen. Von dem „Ortsfeiertag“ früherer Zeit, wo Betriebe und Geschäfte geschlossen hatten und Marktbuden den Ortskern belebten, ist leider nicht mehr allzu viel zu spüren. Pfarrer Ernst Haas begrüßte die überschaubare Zahl der Gläubigen, sowie seine Amtsbrüder Pfarrer Josef Schachner aus Breuberg und den Festprediger Pfarrer Mathias Rettinger aus der PG Bessenbach an der Wendelinuskapelle.
Diakon Florian Grimm sagte angesichts der schönen Aussicht an der Wendelinus-Kapelle, dass der Hl. Wendelin in allen Höhen und Tiefen des Lebens auf uns achtgibt. Nachdem die Kantoren mit dem Kyrie auf die Meßfeier eingestimmt hatten, setzte sich die Prozession in Bewegung. Musikalisch begleitet vom Musikverein, mit einstimmenden Texten von Werner Schmitt und Ruth Zieres, abgesichert durch die Feuerwehr zog sie zur Corpus-Domini-Kirche.
In seiner Predigt verglich Pfarrer Rettinger das Leben des Heiligen und unsere heutige Situation. Bedingt durch den Lockdown waren wir eingeschlossen, auf uns selbst gestellt, auf Abstand zu anderen gegangen. Wer Familie hatte, konnte vielleicht noch von Glück sagen, andere waren zur Einsamkeit gezwungen. Wendelin hat im Gegensatz zu uns aus freiem Herzen die Einsamkeit gesucht. Ein Einsiedler, der sich zurückgezogen hat, der im Gebet für Gott lebte und in der Stille Kraft und Stärke erfuhr. Er wurde von den Menschen da auch wieder herausgeholt, weil sie erkannten: da ist einer, der was zu sagen hat.
Vielleicht würde es Dir oder mir gut tun, sich einmal für einige Zeit vom Alltag zu verabschieden und sich zurückziehen, z. B. für Exerzitien. Welchen Nutzen hatte diese Zeit des Wendelin in der Einsiedelei? Welchen Nutzen hat es für uns, wenn wir uns mal aus dem Alltag in die Stille begeben? Der erste Nutzen ist das Maßhalten. Wenn man merkt, dass man gar nicht so viel braucht, wie mir die Werbung weiß machen will. Der zweite Nutzen ist, wenn ich merke, dass mir Zeit zum Beten geschenkt wird. Aus dem Gebet heraus entsteht nämlich ein dritter Nutzen: die Kraft, mein Leben so zu tragen, wie es ist, mein Leben wieder neu in die Hand zu nehmen und mein Leben ganz in den Dienst für andere zu stellen.
Paulus sagt im Korintherbrief: „Denn wenn ich schwach bin, da bin ich stark.“ Gerade in der Schwachheit erweist mir Gott Kraft und Stärke. Gerade wenn wir uns einsam fühlen, wenn wir merken, dass wir allein auf weiter Flur sind, dürfen wir das Leben des Hl. Wendelin betrachten und uns erinnern lassen, dass wir daraus wieder herauskommen können, wenn wir Maß halten, wenn wir uns im Gebet an Gott wenden und uns in unserer Schwachheit von ihm seine Kraft und Stärke schenken lassen.
Am Ende des Gottesdienstes dankte Diakon Grimm dem Festprediger mit einem kleinen Präsent aus dem Eine-Welt-Laden und allen, die an Gottesdienst und Prozession mitgewirkt haben.

Autor:

Friedrich Frank aus Mömlingen

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