Alle Jahre wieder
Werzberre zu Mariä Himmelfahrt
- hochgeladen von Edeltraud Hann
Alle Jahre wieder – so auch in diesem Jahr trafen sich 10 Frauen im Pfarrhof um Werzberre für die Kräuterweihe zu Maria Himmelfahrt zu binden.
Vor dem Vorabendgottesdienst zu Mariä Aufnahme in den Himmel wurden die Kräuter gegen eine Spende angeboten und im Gottesdienst von Pfr. Rettinger gesegnet.
Die Spendensumme wurde von einer Mitgliedsfrau des Frauenbundes auf 500 € aufgestockt und wird als Zuschuss für den dringend gebrauchten neuen Boden im Pfarrheim an die Kirchenverwaltung übergeben. Beim letzten Starkregen wurde durch das undichte Dach der Boden im Saal sehr geschädigt.
Herzlichen Dank an alle Spender*innen.
Die Weihe von Magischen Kräuterbüscheln, einst ein heidnischer Brauch, wurde erst im 9. Jahrhundert in den gerade missionierten germanischen Gebieten mit dem Marienfest verknüpft.
Anfangs hatte die Kirche Schwierigkeiten, den alten Brauch zu akzeptieren und der Missionar Bonifatius (672-754), versuchte die im Frankenreich verbreitete Kräuterweihe auf einem Konzil im Jahre 743 zu verbieten. Er war nicht nur Gegner von den „geweihten Bündeln“, er machte auch Schlagzeilen durch das Fällen der heiligen Donar-Eiche in Geismar und wurde schließlich von heidnischen Friesen erschlagen. Als sich das Verbot der Kräuterweihe nicht erfolgreich durchzusetzen ließ, wandelte sie sich schließlich zum Marienbrauch. Seit 818 werden nun die Kräuter mit Erlaubnis der Kirchenoberen beim Marienfest in der Kirche geweiht. Manche der vorchristlichen Bräuche adaptierte die Kirche bewusst. Man hatte gemerkt, dass der Übergang vom Heidentum zum Christentum leichter von statten ging, wenn existierende Vorstellungen genutzt wurden.
Edeltraud Hann
Autor:Edeltraud Hann aus Mömlingen |
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