Ausschuss für Gesundheit und Soziales
Kreistagsausschuss stimmte für Kontinuität bei der psychiatrischen Versorgung
- Symbolbild: Seit der Einführung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (PsychKHG) vor rund zehn Jahren hat sich im Neckar-Odenwald-Kreis ein engmaschiges Netzwerk entwickelt, das Betroffenen und ihren Angehörigen Unterstützung bietet.
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Schefflenz. Der Ausschuss für Gesundheit und Soziales des Neckar-Odenwald-Kreises hat in seiner jüngsten Sitzung wichtige Entscheidungen zur Zukunft der psychiatrischen Versorgung im Landkreis getroffen. Bei der dafür geschaffenen Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle (IBB) konnte mit der Wiederbestellung des langjährigen Patientenfürsprechers Willi Biemer sowie der Neubesetzung weiterer Mitglieder die Arbeit in den nächsten Jahren gesichert werden. Zudem unterstrich das Gremium mit der Finanzierung der Tagesstätten für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen die Bedeutung von Kontinuität in diesem sensiblen Bereich.
Seit der Einführung des Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetzes (PsychKHG) vor rund zehn Jahren hat sich im Neckar-Odenwald-Kreis ein engmaschiges Netzwerk entwickelt, das Betroffenen und ihren Angehörigen Unterstützung bietet. „Das waren gute zehn Jahre. Es waren vor allem deshalb gute zehn Jahre, weil wir immer sehr engagierte ehrenamtliche Persönlichkeiten gefunden haben, die uns entweder als Patientenfürsprecher oder in der IBB-Stelle aktiv unterstützt haben“, erklärte Landrat Dr. Achim Brötel zu Beginn. Eine solche Persönlichkeit sei auch Willi Biemer, der seit Beginn als Patientenfürsprecher tätig ist. Der ehemalige Schulleiter des Ganztagsgymnasiums Osterburken habe sich, so informierte Brötel das Gremium, bereiterklärt, sein Amt für weitere fünf Jahre auszuüben. „Darüber freuen wir uns sehr, da Willi Biemer ein tiefes Verständnis für die Belange der Betroffenen mitbringt.“
Auch die Informations-, Beratungs- und Beschwerdestelle hat in den vergangenen Jahren personelle Veränderungen erlebt. Nachdem Doris Niemann und Kurt Hockwin ihre Mitarbeit beendet haben, konnten mit Christine Winter und Stefan Winter zwei neue Kräfte gewonnen werden. Zudem hat Felicitas Tumfart, die den Fachbereich Menschen mit psychischen Erkrankungen bei der AWO Neckar-Odenwald leitet, bereits frühzeitig bekannt gegeben, dass sie nach zehn Jahren Tätigkeit nicht mehr für eine weitere Amtszeit zur Verfügung stehen wird. Tumfart ist allerdings bereit, für eine Übergangszeit bis zu einer Nachbesetzung im Amt zu bleiben. „Es ist nicht selbstverständlich, dass wir nahtlose Nachfolgelösungen gefunden haben. Wir sind allen Engagierten wirklich zu großem Dank verpflichtet“, erklärte Brötel. Diesem Dank schlossen sich die Kreisrätinnen und Kreisräte an und bestätigten einstimmig Willi Biemer in seinem Amt ebenso wie die vorgeschlagenen Mitglieder der IBB-Stelle.
Auch über die Finanzierung der Tagesstätten für psychisch kranke und seelisch behinderte Menschen (TAST) hatte der Ausschuss zu beraten. „Unsere derzeit geltende Vereinbarung läuft am Jahresende aus. Deshalb haben wir über eine Fortführung verhandelt und sind uns auch für weitere zwei Jahre einig geworden“, fasste Landrat Brötel den Stand zusammen. Das Angebot bleibe dabei im bisherigen Umfang unverändert weiterhin so bestehen, so Brötel. „Die Tagesstätten sind ein offenes, niedrigschwelliges Angebot für Erwachsene mit einer chronisch psychischen Erkrankung. Sie bieten vor allem Begegnung und vervollständigen die vor Ort vorhandenen Versorgungsstrukturen“, ergänzte Peter Roos, Leiter des Fachbereichs Jugend und Soziales des Landratsamts. Auch die Ausschussmitglieder waren sich einig, dass die Fortführung des Angebots eine wichtige Nachricht für die Menschen sei, die darauf angewiesen seien, und auch für deren Angehörige. Die dafür notwendigen rund 270.000 Euro für die Jahre 2027 und 2028 wurden entsprechend einstimmig bewilligt. Betrieben werden die Tagesstätten von der AWO Neckar-Odenwald und dem Diakonischen Werk im Neckar-Odenwald-Kreis.
In seinen abschließenden Worten dankte Landrat Brötel allen, die in diesem Bereich arbeiten: „Die psychiatrische Versorgung lebt vom Einsatz vieler Menschen – ob ehrenamtlich oder hauptberuflich. Sie alle tragen dazu bei, dass Betroffene und ihre Familien nicht allein gelassen werden.“
Für die Bereitstellung der Sitzungsräumlichkeiten dankte der Landrat Bürgermeister Raphael Hoffmann, der zu Beginn die Ausschussmitglieder begrüßt hatte.
Für Info-Kasten:
Die IBB-Stelle ist eine Anlaufstelle für Menschen mit psychischen Erkrankungen und deren Angehörige. Für psychisch Kranke und deren Angehörige stehen im Team der IBB-Stelle mehrere Ansprechpersonen zur Verfügung, die ihre Kenntnisse und Erfahrungen für die jeweilige Anfrage miteinbringen können. Die erfahrenen und geschulten Mitarbeiter geben Auskunft über eine möglichst wohnortnahe Versorgung sowie individuelle Unterstützungsmöglichkeiten und arbeiten bei konkreten Beschwerden auf eine Problemlösung hin. Sie verstehen ihre Tätigkeit als unabhängige Vermittler, beraten kostenfrei und unterliegen der Schweigepflicht. Grundlage für die Arbeit ist das Psychisch-Kranken-Hilfe-Gesetz (PsychKHG). Eine Rechtsberatung kann die Stelle nicht leisten. Informationen zur IBB-Stelle gibt es auf der Homepage des Neckar-Odenwald-Kreises unter „Beratungsstellen“ (www.neckar-odenwald-kreis.de).
Autor:Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis aus Neckar-Odenwald-Kreis |
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