unterschätzte Warnzeichen des Körpers
Mörderhitze - aufpassen! über 43 Grad C
- ©️ Stefanie, Baronin von Sachsen
- hochgeladen von Stefanie Baronin von Sachsen
- ©️ Stefanie, Baronin von Sachsen
- hochgeladen von Stefanie Baronin von Sachsen
Wertheim - Noch wenige Tage, durchhalten, dann wird es etwas kühler. Doch was jetzt tun? Gibt es kleine wirksame Abhilfen? Und was tun, wenn plötzlich etwas nicht mehr stimmt?
Es ist eine unterschätzte Gefahr – Hitze! Mehr als ein Sommergefühl - eine ernstzunehmende Belastungsprobe. Gefühlte Temperaturen von über 43°Grad C. Das ist ein biologischer Stressfaktor und einer der gefährlichsten überhaupt.
Warum: Extreme Wärme - sie zeigt sich schleichend, leise.
Sie erschöpft, entzieht Flüssigkeit, belastet Organe und kann innerhalb weniger Stunden lebensgefährlich werden. Fachleute bezeichnen Hitze nicht ohne Grund als einen der tödlichsten wetterbedingten Gesundheitsfaktoren.
Besonders in Deutschland hat sich die Lage verändert. Heiße Tage über 30 Grad treten deutlich häufiger auf, als noch vor wenigen Jahrzehnten; mehrtägige Hitzeperioden werden intensiver und beginnen früher im Jahr. Anhand des Beispiels Frankfurt habe ich die Daten der letzen 50 Jahre selbst verglichen, keine Durchschnittsangaben – vereinfacht gesagt: es gibt eine verdreifachung der heißen Tage, also derer über 30°C, Glückwunsch liebe Nation!
Ohne jetzt eine Diskussion führen zu wollen über altbekannte heiß diskutierte Themen des Klimawandels, Ja oder Nein, etc. JETZT ist es schrecklich heiß und Menschen und Tiere leiden. Wir dürfen dafür sorgen, dass wir und die Tiere es bestmöglichst überstehen und aufeinander achten.
Was Hitze mit dem menschlichen Körper macht
Der Mensch hält seine Kerntemperatur normalerweise erstaunlich konstant - etwa bei 37 Grad. Steigen Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit, beginnt der Körper gegenzusteuern: Die Haut wird stärker durchblutet, Wasser verdunstet und entzieht Wärme. Doch dieses Kühlsystem hat Grenzen.
Zunächst treten oft unscheinbare Symptome auf:
Müdigkeit und Konzentrationsverlust, Kopfschmerzen, Benommenheit, schneller Puls, Schwindel, Muskelkrämpfe.
Mit zunehmender Belastung verschiebt sich Flüssigkeit aus dem Kreislauf, das Herz arbeitet härter, der Blutdruck kann absinken. Besonders belastet werden Herz, Gefäße und Nieren. Bestehende Erkrankungen - etwa Herz-Kreislauf-, Atemwegs-, Stoffwechsel- oder Nierenerkrankungen - können sich verschlechtern.
Der gefährlichste Endpunkt ist der Hitzschlag: Die Körpertemperatur steigt auf über 40 Grad, Schweißbildung kann aussetzen, Verwirrtheit, Krampfanfälle oder Bewusstlosigkeit folgen. Das ist ein medizinischer Notfall.
Besonders tückisch: Nicht nur die Tageshitze zählt.
Auch warme Nächte verhindern die Erholung des Organismus – die Belastung summiert sich über Tage. Tiere leiden oft früher als Menschen. Sie besitzen meist deutlich schlechtere Möglichkeiten zur Kühlung.
Hunde regulieren überwiegend über Hecheln. Bei großer Hitze oder hoher Luftfeuchtigkeit ist es vorbei.
Es darf einfach nicht wahr sein, dass manche Hunde über den heißen Asphalt gezerrt werden - bei mörderischen Temperaturen nahe des Bodens. Hunde niemals - wirklich niemals - auch nicht nur für wenige Augenblicke im Auto lassen. Sieht man im Auto ein leidendes Tier im Notfall - Seitenscheibe einschlagen! End of story.
Katzen ziehen sich häufig zurück und wirken ruhig - was leicht mit Wohlbefinden verwechselt wird. Vögel, Wildtiere und Insekten leiden ebenfalls. Die Warnzeichen bei Haustieren sind starkes Hecheln, glasiger Blick, Taumeln, ungewöhnliche Ruhe, Erbrechen, dunkelrote Schleimhäute.
Was wirklich hilft – und was überraschend wenig bringt
Wirksame Maßnahmen sind oft unspektakulär: Für den Menschen: Regelmäßig trinken - nicht erst bei Durst, dann ist es im Prinzip schon zu spät, der Körper musste bereits warnen. Durst ist ein Warnzeichen, kein angenehmes freudiges Erwarten eines kühlen Schlückchens, vielleicht sogar kühlen Bierchens. Das sollten man bei dieser Extremhitze eh überdenken. Einfach ausgedrückt: keinen Alkohol.
Leichte, wasserreiche Mahlzeiten und körperliche Aktivität auf Morgen oder Abend verlegen. Wenn das so einfach umsetzbar wäre - meine Hochachtung an alle arbeitenden Menschen, die jetzt die Stange halten und auf die wir zählen können, Respekt!
Jeder hat so seine eigene “Kühltechnik” im Haus oder der Wohnung - bzw. die erprobte morgendliche und spätabendliche Lüftungsweise und permanente Verschattung tagsüber, was bleibt sonst übrig? Klimageräte, Ventilatoren.
Dem Körper kann man helfen, indem Handgelenke, Unterarme, Nacken mit kaltem Wasser gekühlt werden. Solange es geht, die Hitze vermeiden.
Leichter gesagt als getan, es gibt allerdings immer noch unnötige Wege, die man JETZT IN DIESER EXTREMHITZE verschieben sollte. Kühlere Umgebung suchen und dort möglichst viel Zeit verbringen
Für unsere Haustiere muss immer frisches Wasser bereitstellen, Schattenplätze, k e I n e Spaziergänge bei dieser Extremhitze, kurz lösen lassen, das reicht. Gassi bei dieser Hitze muss eben nicht sein, höchstens ganz früh oder spät. NIEMALS IM AUTO ZURÜCKLASSEN
Es gibt im Handel auch Kühlmatten oder feuchte Tücher (nicht eiskalt) nutzen. Ein häufiger Irrtum: Eiskalte Duschen oder Eiswasser kühlen nicht zwingend besser. Sie können kurzfristig sogar eine Gegenreaktion des Körpers auslösen. Kühle statt eisige Temperaturen sind meist sinnvoller.
Ich denke an die Tieren in den Ställen und hoffe auf Umsicht und Möglichkeit der Landwirte, hier möglichst zu lindern.
Die eigentliche Herausforderung:
Hitze wirkt selten dramatisch – bis es p l ö t z l i c h wird.
Der Körper sendet Warnsignale oft früher als viele wahrnehmen: Erschöpfung, Gereiztheit, Konzentrationsfehler oder Kreislaufschwäche sind keine bloßen Begleiterscheinungen des Sommers. Sie können die ersten Hinweise darauf sein, dass es ernst wird.
Die wichtigste Regel bleibt deshalb erstaunlich einfach: Hitze ERNST NEHMEN, bevor sie spürbar gefährlich wird.
Bleiben Sie gesund! Und Ihre Tiere. Und wenn es auch nur einem einzigen Menschen oder Tier hier jetzt nützt, hat sich dieser Beitrag - in der Hitze geschrieben - schon gelohnt. Bald wird es merklich kühler, dann können wir alle wieder aufatmen und den Sommer genießen, heiß - aber nicht so extrem heiß!
- Quelle: www.wetter.com, Wertheim 3 Tages Trend vom 25.6.25.
- hochgeladen von Stefanie Baronin von Sachsen
Autor:Stefanie Baronin von Sachsen aus Wertheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.