Heimat-Erlegnistag 2026
Von der Waterkant in die Häckerstube
- hochgeladen von Bernhard Stolz
Der Heimat- und Geschichtsverein Bürgstadt hat sich der bayernweiten Initiative des Heimatministeriums, des Landesvereins für Heimatpflege e.V. und der Bezirke angeschlossen und am diesjährigen Heimat-Erlebnistag zu einer Sonderführung ins Museum eingeladen. Die kleine und feine Runde an Besuchern, mit dabei auch einige Urlauber aus Hamburg, wurden von Otto Reichert entlang eines Zeitstrahls durch die Jahrtausende der Frühgeschichte und durch die Jahrhunderte der Ortsgeschichte geführt.
Eine erste Besiedlung auf dem Bürgstadter Berg lässt sich bereits vor 5.200 Jahren nachweisen, in der Zeit eines Klimaoptimums, in der in Ägypten das Alte Reich entstand, der Steinzeitjäger Ötzi lebte und in England „Stonehenge“ entstand. Die trockenste Phase der Bronzezeit war die Urnenfelderzeit, wo die mächtigen Ringwälle entstanden und die Menschen in den Flusstälern siedelten. Vor 2.800 Jahren gab es einen globalen Kälteeinbruch, die Siedlungen im Tal wurden verlassen. Salz zum Konservieren der Lebensmittel wurde zum „weißen Gold der Eisenzeit“.
Auf besonderes Interesse stieß dabei das neue Relief mit einer 3D-Darstellung der Mainknies bei Bürgstadt/Miltenberg. Zu sehen sind hier die Ringwälle, die das Maintal, die Mündungen von Erf und Mud und die Verbindungswege am Übergang von Odenwald und Spessart, kontrollierten. Aufschlussreich für die Besucher war auch der Limesverlauf in der Römerzeit, der kurz vor Bürgstadt aus dem Main, dem „Nassen Limes“ trat und nun landwärts bergan mit Wachttürmen und Palisaden ausgestattet entlang des Steffleinsgrabens über Wenschdorf und Walldürn in Richtung Süden zog.
Auf dem Relief wird auch die Entstehung Miltenbergs veranschaulicht, wodurch Bürgstadt seine politische und wirtschaftliche Vormachtstellung einbüßte.
„Wenn ich eines aus der Führung mitnehme, so ist es die Erkenntnis, dass viele politische Ereignisse von extremen klimatischen Schwankungen beeinflusst waren“, sagt eine begeisterte Teilnehmerin. Den Abschluss bildete ein Besuch in der Historischen Musums-Häckerstube, wo die Teilnehmer in geselliger Runde eine Auswahl an Bürgstadter Weinen und Snacks genießen konnten. Die Reihe dieser kleinen Veranstaltungen soll im Jahresverlauf fortgesetzt werden.
Autor:Bernhard Stolz aus Bürgstadt |
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