Wenn der Name eine Bürde ist
Katrin Himmler am JEG und HSG
- Katrin Himmler am JEG in Elsenfeld
- Foto: B. Nickel
- hochgeladen von Dirk Simon (Presse HSG)
Wenn die Vergangenheit einen Namen trägt: Katrin Himmler zu Gast am JEG und HSG
Elsenfeld/Erlenbach a. Main. Ein Name kann Bürde sein – das erfuhren die Oberstufenschülerinnen und -schüler des Julius-Echter-Gymnasiums Elsenfeld und des Hermann-Staudinger-Gymnasiums Erlenbach am Main hautnah, als die Politologin und Autorin Katrin Himmler zu Gast war. Ihr Nachname ist zugleich Last und Auftrag: Katrin Himmler ist die Großnichte des Reichsführers SS, Heinrich Himmler, einem der Hauptverantwortlichen für den Holocaust.
In ihrem Vortrag schilderte Himmler eindrücklich, wie in ihrer eigenen Familie nach 1945 über Jahrzehnte geschwiegen wurde. Sie berichtete davon, dass alle drei Himmler-Brüder überzeugte Nationalsozialisten gewesen seien, und schilderte den Schülerinnen und Schülern, wie auch die Tochter Heinrich Himmlers bis weit ins 21. Jahrhundert hinein, bis etwa 2018, rechtsextremen Positionen verhaftet blieb. Diese Offenheit im Umgang mit der eigenen Familiengeschichte, so wurde im Vortrag deutlich, sei keine Selbstverständlichkeit – Katrin Himmler musste sich ihren Zugang zur Wahrheit gegen erhebliche Widerstände im eigenen familiären Umfeld erarbeiten.
Mit ihren Büchern und ihrer Forschungsarbeit hat sie sich einen Namen gemacht – und anderen Betroffenen Mut gemacht, ähnliche Nachforschungen in der eigenen Familie anzustellen. Bis heute hält sie zahlreiche Vorträge gegen Rechtsextremismus. Dabei zog sie in Elsenfeld und Erlenbach auch den Bogen in die Gegenwart: Sie machte auf Parallelen zwischen dem Erstarken der AfD und gesellschaftlichen Entwicklungen der Zeit vor dem Aufstieg der Nationalsozialisten aufmerksam und warnte eindringlich vor einer Wiederholung der Geschichte.
Autor:Dirk Simon (Presse HSG) aus Erlenbach a.Main |
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