Mit dem Rad im Elsavatal
ADFC Großstadtgruppe radelt durch den Spessart
- hochgeladen von Peter Lill-Hendriks
Mit dem Tourenrad ging es für die 16 Teilnehmer von der Rhein-Main Metropole mit Gepäck am Rad nach Eschau. Die idyllische Uferlandschaft der Elsava wurde seinerzeit von Touren-Guide Peter Lill-Hendriks entdeckt, als er ein Seminar für Wegmarkierer vom Spessartbund in Mespelbrunn besuchte. Die An- und Abreise erfolgte natürlich mit dem Rad. Die Rückfahrt führte ihn damals die Elsava entlang, bis diese bei Obernburg in den Main mündet. Zwischenzeitlich engagiert sich Lill-Hendriks als Wanderführer im Spessartbund als auch im Verein Spessartfreunde e.V. 1880 Aschaffenburg und möchte die Wanderbegeisterten auch fürs Radeln gewinnen. Die Gruppe nahm Quartier im Gasthaus Zum Löwen in Eschau am Mühlbach. Egal wen ich vor oder nach meiner davon erzählte, wollte man wissen, wo wir den genächtigt hätten. Immer kam der Hinweis auf die hervorragende Küche des Gasthauses. Das Team des Hauses besteht aus einer grossen Familie, die alle irgendwie mithelfen. Wir hatten extra den Zeitraum Sonntag – Freitag gewählt, da wir sonst keine 6 DZ und 3 EZ reserviert bekommen hätten. 2 Teil-nehmerinnen nutzten ein Ferienappartement als zusätzliche Einzelzimmer. Im Gasthaus Zum Löwen hatte man sich auf uns eingestellt und den Nebenraum für uns zum Frühstück und ggf. Abend-essen reserviert. Ohne Reservierung ist es kaum möglich abends einen Tisch zu ergattern – na bei dieser Küche ist das kein Wunder. Frische italienische Cappelletti als auch Seehechtfilet & Garnelenspieß waren die “Renner”, natürlich auch die fränkische Küche. Vier Tagestouren standen auf dem Programm: Auf dem Elsavatal Radweg über die Spessart-Wasserschloss-Route zum Schloss Mespelbrunn, wo wir uns das Schloss im Rahmen einer Burgbesichtigung etwas näher ansahen. Bevor es in die Höhe ging, stärkten wir uns im romantisch liegenden Schloss-Cafe. Der Elsavatal Radweg ist größtenteils asphaltiert mit angenehmer ondulierter Wegstrecke. Die Weiterfahrt über die Höhe nach Volkersbrunn stellte an die Teilnehmer die erste Fahrprüfung, da es bergauf auf schottrigen Weg ging. Besonderheit auf dem weiter genutzten Höhenweg, ist u.a. die Freizeitanlage am Nebelhorn die in der Gemeinde Leidersbach (Ortsteil Roßbach) liegt und von wo man bei guter Sicht die Finanzmetropole Frankfurt sehen kann. Im Wirtshaus zu Obernburg wurde original Fränkisches Schäuferla oder gerne auch eine Wirsingroulade gewählt. Abgerundet mit Getränken verschiedene bairische Brauereien. Über Mönchberg zum Franziskanerkloster Engelberg. Hier haben wir uns auf eine Besichtigung der Klosterkirche beschränkt und haben das süffige Klosterbier den anderen, meist mit dem Auto anreisenden, überlassen. Hinab ins Maintal in das mittelalterliche Miltenberg, wo wir im wahrscheinlich kleinsten Cafe mit Bio-Produkten einkehrten. Hier zahlt sich die eine oder andere Vortour durchaus aus, sonst hätten wir nie diesen Gastgarten mit leckerem Kuchen & Kaffee unter schattenspendenden Bäumen gefunden. Weiter & Rückfahrt über den Mainradweg flussabwärts nach Klingenberg / Obernburg zurück über Rück. Hier trafen wir den Rück-Besinnungsweg, der 6 km lange Weg wurde 2015 eingeweiht. Nun mit den Rädern rauschten wir vorbei, da war eine Rückbesinnung kaum möglich. Weinlokal Schalkhaus sollte nicht unerwähnt bleiben. Hier vereint sich fränkische Küche mit lokalen Spezialitäten (eigener Weinanbau und Brennerei). Die Entdeckung des Rotwein-Wanderweges über Erlenbach zur Clingenburg und weiter zu „Oskars Waldgaststätte“ mit Weiterfahrt über Röllbach. Oskars Waldgaststätte ist das Wanderheim Röllfeld und nur an bestimmten Tagen geöffnet. Hanne (Co-Guide) hatte mit dem Pächter in einem sehr langen Telefonat klären können, das wir an diesem Tag unsere Mittagsrast im Wanderheim einplanen können. Frisch aus dem Ofen überraschte uns der Bauernfladen “Hüttenfeuer” - nichts für zarte Gaumen. Danach begleiteten wir das Röllbachtal bis Mönchberg. Der Weg führt durch unendlich grosse Beerenfelder, hier sollte man zur Erntezeit gerne etwas Zeit mitbringen.Unser Ausflug in den bayrischen Odenwald über Wörth nach Breuberg ins Mümlingtal. Leider konnte die geplante Tour über Geißhöhe und Abfahrt durch den Wald „Zur Heppe“ nicht realisiert werden, da das steile schottrige Wegstück bergab zur Heppe nicht für Tourenradler geeignet ist, bzw. die Radler die teilweisen schweren Räder nicht bergab schieben wollten und konnten. Oberhalb von Seckmauern haben wir uns bei der (Gemeinen Hecke) zu bedanken, dass wir um Haaresbreite den gerade noch fahrbaren Waldweg nutzten – unser Tourguide war sich so sicher – dass wir alle in eine bergabführende Sackgasse radelten. Alleinig Co-Guide (mit Kommot) sah das Unheil kommen und blieb oberhalb stehen und wartete auf die leicht vor sich hinmurrenden Radler, die sich wieder bergauf bemühten. In Lützel-Wiebelsbach besuchten wir kurz vor Landenschluss eine am Berg liegende Bäckerei. Der junge Inhaber war sehr überrascht, nutzte aber unseren Besuch um sein Geschäft für uns länger zu öffnen. Interessant war es zu beobachten, dass Schulkinder in den Laden kamen und ihren Wunsch äußerten, das leckere Stück nahmen und ohne zu bezahlen den Laden verließen. Kein Thema sagte unser “Kaffeehausbesitzer”, er kennt alle mit Namen und einmal in der Woche kommen die Eltern und rechnen mit ihm ab. In der Gruppe fanden sich 4 Bio-Biker und 12 Pedelec-Nutzer zu einer harmonischen Gruppe zu-sammen. Ein fröhlischer Mix aus 11 Mädels und 5 Jungs im Alter von 62+. Man ist nie zu alt für solche Radeltouren, auch wenn es im Spessart manchmal sehr hüglig zugeht. Am 26.7 starten wir nochmals diese Tour - es sind noch Plätze frei ;-)
Autor:Peter Lill-Hendriks aus Aschaffenburg |
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