Ministranten erobern Rom und treffen Erzbischof Burger zum Eis

  Freudenberg / Rom / Vatikanstadt. Auf Einladung von Papst Franziskus reisten vom 29. Juli bis 4. August 60.000 Ministranten aus aller Welt zur 12. internationalen Ministrantenwallfahrt nach Rom. Aus dem Bundesgebiet waren 50.000 Ministranten der Einladung gefolgt. Die mit Abstand größte Delegation stellte das Erzbistum Freiburg mit 8.500 Ministranten. Darunter 34 Ministrantinnen und Ministranten und vier Betreuern aus der Seelsorgeeinheit Freudenberg. Höhepunkt der Wallfahrt war die Audienz bei Papst Franziskus auf dem Petersplatz.
Nach stundenlangem Anstehen in der Sonne freuten sich die Teilnehmer auf den Papst. „Complimenti ragazzi“, begrüßt dieser dann die Pilger auf Italienisch und fügt hinzu: „Ihr seid wirklich tapfer - bei dieser Hitze heute!“. Die 12. Internationale Pilgerfahrt der Ministranten steht unter dem Motto „Suche Frieden und jage ihm nach.“ Das nimmt auch Franziskus in seiner Ansprache an die Messdiener auf. In Anlehnung an seine kürzlich veröffentlichte Schrift „Gaudete et Exultate - Freut euch und jubelt“, wendet sich der Papst an die Jugendlichen. Es seien die kleinen Gesten im Alltag, die zum Frieden führten, sagt der Papst während der Audienz. „Zum Beispiel nach einem Streit: Verschließe ich mich da beleidigt in mich selbst oder mache ich einen Schritt in Richtung des anderen?“ Den jungen Katholiken rät Franziskus, sich immer zu fragen: „Was würde Jesus an meiner Stelle tun?“ Für Barmherzigkeit brauche man keinen Uniabschluss. „Doch es kostet Anstrengung, gut zu sein.“ „Es ist schon wirklich ein Erlebnis, wenn der Papst mit seinem Papamobil auf den Platz fährt und direkt vor einem vorbeifährt“, so die Freudenberger Ministranten, die einen Platz direkt an den Absperrungen erkämpft hatten. „Man bekommt dabei eine Gänsehaut“.
Ein weiterer Höhepunkt für die Freudenberger Ministranten war sicherlich die Einladung des Freiburger Erzbischofs Stephan Burger zum Eisessen. Bei sonnigem Wetter spendierter der Erzbischof jedem Freudenberger Ministranten eine große Portion Eis. Eine Ehre, die nur zwei weiteren, der knapp 200 Pilgergruppen aus dem Erzbistum Freiburg zuteilwurde. Der Erzbischof beantwortete anschließend die Fragen die interessierten Ministranten. Neben Frage zu seiner Berufung und Amt wie beispielsweise: „Was bewegte sie Priester zu werden?“, „Waren Sie auch Ministrant?“, „Wie sieht der Tagesablauf eines Bischofs aus?“. Beantwortetet der Erzbischof auch persönliche Fragen nach seiner Lieblingsmusik oder seinen schulischen Leistungen und Lieblingsfächern. Im Anschluss an die Fragerunde segnete der Erzbischof auf Wunsch der Messdiener mitgebrachte Rosenkränze und Kreuze und stand für Fotos, Selfies und Autogramme bereitwillig und ausdauernd zur Verfügung.
Begonnen hatte die Wallfahrtswoche am Sonntagnachmittag mit der Abfahrt in den Heimatgemeinden. Über 140 Reisebusse machten sich mit den 8.500 Pilgern auf den Weg nach Rom. Nach der Ankunft am Montagmorgen standen die ersten Besichtigungen in Rom auf dem Programm. Über die Spanische Treppe, dem Trevibrunnen zur Engelsburg wurde die erste römische Luft geschnuppert. Am Dienstagmorgen begrüßte der Freiburger Weihbischof Dr. Michael Gerber die Ministrantinnen und Ministranten zum Eröffnungsgottesdienst in der komplett gefüllten Basilika St. Paul vor den Mauern. Den Mittwoch begannen die Freudenberger mit der Besichtigung der Bischofskirche von Rom, der Lateranbasilka und der Heiligen Stiege, die nur betend und auf Knien erklommen werden darf. Ein großer Teil der Freudenberger machte sich auf diesem spirituellen Weg die 28 Stufen nach oben. Anschließend klang der Tag am Meer aus. Der Donnerstag stand im Zeichen des Vatikans. Bevor der Petersdom und die Papstgräber erkundet wurden stand eine Führung durch die vatikanischen Nekropolen auf dem Programm. Nur 250 Besucher am Tag dürfen diese Ausgrabungen unter dem Petersdom besichtigen. Ein Programmpunkt der vielen der Freudenberger Ministranten noch lange in Erinnerung bleiben wird, da die Führung direkt am vermuteten Petrusgrab mit den Gebeinen Petrus endetet. Ein bewegendes Erlebnis, so dass die Ministranten spontan im „Vater unser“ dem ersten Bischof von Rom gedachten. Den Abschluss bildete am Freitag das antike Rom mit der Besichtigung des Forum Romanus, bevor Erzbischof Stephan Burger alle Freiburger Ministranten nach dem Abschlussgottesdienst in St. Paul vor den Mauern, bei leichtem Regen, auf die Heimreise verabschiedete.
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