Foto- und Filmclub Kleinwallstadt
A36 – Fotoexkursion mit analogen Kameras, Diafilm und überraschenden Ergebnissen
- Foto: Harald Metzger
- hochgeladen von Benjamin Nebel
Mitte Juni zeigte sich das Frühsommerlicht von seiner unbarmherzigsten, aber zugleich auch spannendsten Seite. Bei hochstehender Sonne zerfallen Landschaften und Straßenzüge in harte Schatten und gleißende Lichtpartien – ideale Bedingungen für ein fotografisches Experiment mit analogen Kameras.
Unter dem Motto „A36“ machte sich eine Gruppe des Foto- und Filmclubs Kleinwallstadt auf eine Tagesexkursion durch die kontrastreichen Kulissen von Kleinwallstadt und das angrenzende Ufergebiet am Main. Ausgerüstet mit mechanischen Kameraklassikern, manuellen Objektiven und einer Auswahl an Diafilmen ging es auf Motivsuche. Eine besondere Herausforderung dabei: Einige der verwendeten Filme waren bereits rund 20 Jahre über ihr Haltbarkeitsdatum hinaus.
Statt Serienbildfunktion und sofortiger Bildkontrolle bestimmten an diesem Tag mechanische Kameras, Aufzugshebel und bewusste Bildgestaltung das Geschehen. Die Teilnehmer ließen sich ganz auf die entschleunigte Arbeitsweise der analogen Fotografie ein. Jeder einzelne Auslösevorgang erforderte eine bewusste Entscheidung über Bildausschnitt, Belichtung und den Charakter des verwendeten Filmmaterials.
Die Magie des Ungewissen
Das eigentliche Ergebnis der Exkursion zeigte sich allerdings erst Tage beziehungsweise Wochen später. Nach der Entwicklung der Filme im Fachlabor konnten die Fotografen endlich sehen, welche Überraschungen die betagten Filmemulsionen bereithielten.
Besonders die über 20 Jahre abgelaufenen Diafilme sorgten für einen ganz eigenen Look. Die Aufnahmen zeigten teilweise deutlich veränderte Farben und entwickelten charakteristische grünliche und bräunliche Sepiatöne. Gerade diese unerwarteten Ergebnisse machten den besonderen Reiz des Experiments aus.
Beim Clubabend am 8. September wurde schließlich der Diaprojektor aufgebaut und die entstandenen Aufnahmen auf die Leinwand projiziert. Die Teilnehmer konnten ihre Bilder erstmals gemeinsam betrachten und miteinander vergleichen.
Einige der analogen Dias wurden zusätzlich eingescannt und anschließend mit moderner Bildbearbeitungssoftware digital entwickelt. Dabei zeigte sich, wie unterschiedlich ein analog aufgenommenes Motiv wirken kann: Während die Projektion den ursprünglichen Charakter der gealterten Filmemulsion sichtbar machte, eröffneten die digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten ganz neue Wege, die Aufnahmen in die heutige Bildsprache zu übertragen.
Die anschließende Diskussion bei der Bildbetrachtung mit dem Beamer war entsprechend lebhaft. Unterschiedliche Meinungen über die jeweiligen Bildwirkungen, die Farbveränderungen der alten Filme und die Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung sorgten für einen unterhaltsamen und abwechslungsreichen Clubabend.
Das Experiment „A36“ zeigte eindrucksvoll, dass analoge Fotografie auch im digitalen Zeitalter nichts von ihrer Faszination verloren hat. Gerade die Unberechenbarkeit alter Filme machte die Exkursion zu einem spannenden Erlebnis – und sorgte bei der späteren Bildbetrachtung für so manche Überraschung und viel Gesprächsstoff.
Autor:Benjamin Nebel aus Großostheim |
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