In Leidersbach und für den Landkreis Miltenberg
Fest der Demokratie
- Fest der Demokratie mit Alt und Jung
- Foto: Joachim Schmitt
- hochgeladen von KAB sozial & gerecht
Am 3. Oktober feierte Leidersbach ein "Fest der Demokratie" und die Bürgerinnen und Bürger im Landkreis Miltenberg waren dazu eingeladen. Bei strahlendem Sonnenschein kamen viele Menschen zusammen und begingen einen ganz besonderen „Tag der Deutschen Einheit“. Die Gemeinde Leidersbach veranstaltet dieses Dorf- und Familienfest gemeinsam mit KAB sozial & gerecht und für die Werte des demokratischen Miteinanders. Auf dem Programm standen Musik und Gesang, Spiel und Spaß, Essen und Trinken, Gespräch und Gebet.
Schon in seinem Willkommensgruß berichtete Bürgermeister Michale Schüßler, wie er bei einer Veranstaltung der Open-Sozial-Projektgruppe von der Idee hörte, ein „Fest der Demokratie“ in einer ländlichen Kommune umzusetzen. Er griff zu und gemeinsam mit der Projektgruppe und vielen engagierten Ehrenamtlichen aus Leidersbach wurde eine großartige Veranstaltung realisiert. Dabei wurde die freiheitliche und vielfältige Demokratie ganz lebendig erlebbar: Die Singgruppe Roßbach und der Kinderchor gaben „Lieder der Demokratie“ zum besten. Die Open-Sozial-Projektgruppe hat altersdifferenzierte Großspiele entwickelt, mit denen die Werte der Demokratie neu entdeckt werden können. Die Kita hatte Zeitzeugengespräche im Programm und die Omas gegen Rechts lasen aus dem Buch "Wie Elvis die Demokratie erfand“. Das Familienprojekt ElternchanceN hielt eine demokratische Wahl für Teenis ab. Der Fußballverein veranstaltet ein Mannschaftsspiel mit verschiedenen Regelsätzen (Anarchie, Autokratie, Demokratie) und unterschiedliche Glaubensgemeinschaften beteiligten sich am interreligiösen Friedensgebet. Natürlich durfte auch die ultimative Hüpfburg nicht fehlen. Im Vorfeld war schon der Bauhof sehr fleißig und am Tag selbst waren neben Feuerwehr und Rotes Kreuz noch weitere Ortsvereine im Einsatz, um von Kartoffelsuppe bis Apfellkuchen für das leibliche Wohl zu sorgen.
Wer tiefer eintauchen wollte, konnte um 13 Uhr einer Podiumsdiskussion lauschen, an der sich Gabi Schmidt (Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung), Michael Schüßler (Bürgermeister), Jonas Endres (Schüler JEG-Elsenfeld), Rebecca Lang (ElternschanceN Leidersbach und KAB sozial & gerecht) sowie Prof. Dr. Detlef Krüger (HAW-Hamburg) beteiligten. Natürlich wurde dabei das besondere und große Engagement der Ehrenamtlichen vor Ort gewürdigt. Es ging aber auch darüber hinaus um die Frage, was es braucht, damit sich Bürgerinnen und Bürger demokratisch in Deutschland weiter gut beheimaten. Für Gabi Schmidt ist es insbesondere das Sichtbar-machen des Ehrenamtes auf dem Lande. Michael Schüßler wünscht sich neben dem notwendigen demokratischen Streit auch eine Akzeptanzkultur für demokratische Entscheidungen. Jonas Endres fordert zukunftssichernde Maßnahmen für seine Generationen, z. B. in Bildung, Klimaschutz und Weltoffenheit. Rebecca Lang fordert auch von uns Bürgern, dass wir einfach gemeinsam als Bürgergemeinschaft zupacken und so ein gutes Leben für alle ermöglichen. Prof. Krüger sieht einen dringenden Investitionsbedarf in Kitas und Bildung die über Aktivierungsprojekte weit in den familiären und damit öffentlichen Raum hinein wirken. Diese Mischung machte deutlich, dass Demokratie einerseits von politischen Voraussetzungen lebt, aber auch nur dann lebendig wird, wenn Bürgerinnen und Bürger konstruktiv daran mitwirken. Damit die Worte zu taten werden können, gab es gleich im Anschluss an das Podium die Möglichkeit mit den Diskussionsteilnehmern noch einmal am Tisch weiter zu diskutieren.
Am späten Nachmittag fand das Fest schließlich einen besonderen Abschlusspunkt. Zum einen wurde mit berührenden Beiträgen aus vier Weltreligionen (Christentum, Islam, Judentum, Hinduismus-Buddhismus) für den Frieden in der Welt gebetet. Jede Perspektive ergänzte die andere und so wurde auch die Sehnsucht nach einer friedlichen Weltgemeinschaft angesprochen. Zum anderen wurde am Ende von Tontechniker Rainer Thill zu diesem besonderen "Tag der Deutschen Einheit" die Nationalhymne eingespielt und viele Stimmen ließen gemeinsam die Losung „Einigkeit, und Recht und Freiheit“ auf dem Rathausplatz erklingen. So war es ein großes „Fest der Demokratie“ im kleinen Leidersbach. Bürgermeister und KAB-Projektgruppe wünschen sich, dass diese Idee gerne durch die Kommunen des Landkreises wandert. Wer es wie in Leidersbach macht, kann einen großartigen Tag für die Dorfgemeinschaft und für das demokratische Miteinander erleben.
Autor:KAB sozial & gerecht aus Miltenberg |
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