Kaffee Walk & Talk
Auf den Spuren der Fairness in Mömlingen
- hochgeladen von Team Tansania der KJG Mömlingen
Bei bestem Frühlingswetter luden die Fairtrade-Gemeinde Mömlingen, der Ein-Welt-Laden KJG Mömlingen sowie der Oikocredit Förderkreis Bayern e. V. am vergangenen Samstag (9. Mai) zu einem besonderen Stadtspaziergang ein. Rund 30 Interessierte folgten der Einladung zum „Kaffee Walk & Talk“, einer informativen und genussvollen Veranstaltung rund um das Thema fairer Kaffee. Unter den Teilnehmenden war auch eine Delegation aus Tansania, die das Team Tansania der KJG Mömlingen eingeladen hatte.
Geleitet wurde der Walk & Talk von Dr. Maximilian Held vom Oikocredit Förderkreis Bayern e. V. Bei dem Spaziergang gelang es, unterschiedliche Perspektiven auf globale Lieferketten, faire Handelsstrukturen und die Herausforderungen durch den Klimawandel zusammenzuführen. Besonders eindrücklich war die Darstellung der Lebensrealitäten von kleinbäuerlichen Familien in den Anbauländern rund um den Äquator. Viele von ihnen leben trotz harter Arbeit unter der Armutsgrenze.
Während des Spaziergangs durch den Ort kamen die Teilnehmenden miteinander ins Gespräch und setzten sich mit der Frage auseinander, unter welchen Bedingungen Kaffee angebaut, gehandelt und verarbeitet wird. Dabei wurde schnell deutlich: Kaffee ist weit mehr als ein Alltagsgetränk – er verbindet globale Verantwortung mit lokalen Konsumentscheidungen. Unter anderem war der Kaffeeanbau Thema. Auf einer Wiese beim Standort der ehemaligen Bahn-Haltestelle in Mömlingen erfuhren die Teilnehmenden, dass Arabica-Kaffee in höheren Lagen wächst und besonders anfällig für Klimaveränderungen ist. Durch den Klimawandel werden in Zukunft viele Anbauflächen verloren gehen. Eine mögliche Lösung ist der Schattenanbau, bei dem Kaffeepflanzen unter Bäumen wie Mangos oder Bananenstauden wachsen. Diese nachhaltige Methode schützt nicht nur die Pflanzen, sondern fördert auch die Biodiversität. Oikocredit unterstützt solche Agroforstsysteme aktiv, in dem die Genossenschaft Kaffeekooperativen aus Peru oder Guatemala finanziell unterstützt, die Kaffee unter fairen Bedingungen und in gesunden Ökosystemen anbauen.
Auf dem Dorfplatz wurde die Wertschöpfungskette des Kaffees thematisiert: Nur ein Bruchteil des Verkaufspreises bleibt im Anbauland – der Großteil der Gewinne entsteht durch Verarbeitung und Vermarktung im Globalen Norden. „Fairer Handel sorgt dafür, dass mehr bei den Produzentinnen und Produzenten bleibt“, betonte Maximilian Held. Vor allem aber sei der faire Handel viel transparenter als der konventionelle Handel. Ein Highlight war der Besuch des Heimatmuseums, wo die Teilnehmenden nicht nur eine alte Schulbank drücken konnten, sondern Nadine und Christoph Giegerich auch über Ersatzprodukte wie den bekannten „Muckefuck“ (Getreidekaffee) informierten und alte Gerätschaften zum Kaffeerösten und Mahlen vorführten.
Zum Abschluss wurde die Verbindung zwischen dem Weltladen und Oikocredit deutlich. Denn in vielen Produkten im Sortiment steckt auch eine Finanzierung der internationalen Genossenschaft Oikocredit. Die Botschaft des Tages war klar: Wer Kaffee trinkt, sollte sich bewusst für fair gehandelte Produkte entscheiden. Wer für mehr Gerechtigkeit in der Tasse sorgen möchte, hat Handlungsoptionen: Ein Einkauf im Eine-Welt-Laden oder eine nachhaltige Geldanlage bei Oikocredit machen einen Unterschied!
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