Dumme Christen?
Faszinierende Kirchengeschichte mit Michael Kotsch
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Fakten statt Mythen! Wo Fakt ist, dass Mythen sich größter Beliebtheit erfreuen, da räumt der renommierte Theologe und Bibelhistoriker Michael Kotsch auf und zwar ebenso gründlich wie kurzweilig! 2000 Jahre Kirchengeschichte in drei Vortragsabenden! Ein gewagtes Unterfangen, doch der ausgesprochene Bibelprofi geht sofort in medias res: die Verfolgung der frühen Christen, die Katakomben von Rom und nein, sie dienten nicht als Versteck, sondern als Grabkammern, entgegen der heidnischen Verbrennung, der römischen Bestattungsmethode. Neben der brutalen Verfolgung mit grausamen Hinrichtungsritualen, wurden die Christen attackiert von falschen Lehrern, Sektenführern und Irrlehre. Das Neue Testament entstand in Folge als Sammlung authentischer Schriften gegen diese gefährliche Sektiererei. Die moderne Bibelwissenschaft verfügt mittlerweile über Schriftfragmente des Johannes-Evangeliums aus dem 1. Jahrhundert, dem Jahrhundert, in dem Jesus lebte und wirkte. Falsche Evangelien, wie z.B. das sagenumwobene Thomas-Evangelium, wurden einige Jahrhunderte nach dem Tod des angeblichen Verfassers geschrieben und entbehren schon allein deshalb jeder Authentizität. Schließlich wurde unter Athanasius die Sammlung der Schriften, die von den ersten Christen zusammengestellt worden waren, als Neues Testament bestätigt. Unter dem in Trier aufgewachsenen späteren römischen Kaiser Konstantin endete die Verfolgung. Seine Regentschaft war eine Gebetserhörung, er träumte von Gottes Führung und ließ Kirchen errichten und Bibelabschriften erstellen. Im berühmten Konzil zu Nicäa wurde eine Frage geklärt, zu der es in der Verfolgung keine Zeit gab: Ist Jesus Gott? Das Ergebnis lautete: Ja. Die Bedeutung des Wirkens von Augustinus beendete den ersten Vortrag: die frühen Christen. Augustinus, aus wohlhabenden Verhältnissen, gelehrt in Philosophie, das Christentum verachtend, findet schließlich als erfolgreicher Rechtsanwalt in Rom aus Langeweile die Bibel lesend völlig unverhofft zum Glauben. Er ändert sein Leben komplett und widmet sich fortan dem Verfassen christlicher Schriften in der Erkenntnis, dass die Rettung durch Jesus Christus allein in der Gnade Gottes liegt und nicht im menschlichen Verdienst. Und das 1000 Jahre vor Martin Luther, dem Augustiner-Mönch!
Zweiter Abend
Mittelalter, die katholische Kirche, Ausbreitung des Christentums nach Norden, Flucht vor den Germanen nach Irland und Britannien. Der mutige Bonifatius, Mönch und Wanderprediger kehrt zurück nach Deutschland, fällt als Zeichen der Stärke Gottes die Wotans-Eiche der Heiden und baut daraus eine Kapelle. Er gründet Klöster zur Mission und Lehre, tauft Germanen und wird schließlich in Fulda von diesen erschlagen. Heute noch ist seine Grabesstätte dort, mitsamt der in der Mitte zerschlagenen Bibel, die er schützend vor sich hielt. Die Klöster werden zu geistigen, geistlichen und gelehrten Zentren im westlichen und nördlichen Europa. Ackerbau, Krankenpflege, Armenfürsorge, Reiseunterkünfte, Studien und geistliches Leben werden Standard dort. Doch dann folgt der moralische Verfall, Adelige bringen ihre unverheirateten und vom Erbe ausgeschlossenen Kinder dorthin, Korruption hält Einzug. Unter den entstehenden Reformbewegungen gibt es die Valdenser, die die Bibel in eigener Sprache statt Latein wollen und auch Franz von Assisi, der den Reichtum der Kirche ablehnt. Während die Valdenser der brutalen Verfolgung durch den Papst anheimfallen, beruft sich Franz v.A. auf die unterschiedlichen Gaben, so auch der Gabe in freiwilliger Armut, Jesus nachzufolgen. Er wird geduldet und missioniert friedlich, im Kontrast zu den kriegerischen Kreuzzügen! Straßenkämpfe auf den Straßen Roms, mehrere Päpste, die um die Macht ringen, Streit, Verkommenheit, Bordelle prägen das Bild der Kirche im späten Mittelalter, während sich im Volk eine immer stärker werdende Sehnsucht nach Gott ausbreitet und das gerade auch unter der Bedrohung durch die muslimischen Eroberer. Es herrscht Weltuntergangsstimmung. Man wünscht sich zurück in die Antike, die Renaissance entsteht. Der Boden ist bereitet für unterschiedlichste Reformationsbestrebungen von Beginenhöfen, Anglikanern, Erasmus von Rotterdam, Spiritualisten, hin zu Luther, Zwingli und Calvin, auf deren Wirken das Entstehen der evangelischen Kirche maßgeblich zurückgeht.
Luther wird Mönch nach einem Versprechen im Gewitter. Seine Ehrfurcht vor Gott treibt ihn mehrmals täglich in die Beichte, er verzweifelt am Gerechtwerden vor Gott bis er beim Studium des Römerbriefes auf die Rechtfertigung allein durch die Gnade Gottes stößt. Die Rettung durch Jesus Christus ist unverdient, allein Gnade, wie es Augustinus vor 1000 Jahren bereits predigte! Der Ablasshandel Roms wird entlarvt. Aus seinen 95 Thesen zum Glauben, die der Vorbereitung auf die Abschlussprüfung seiner Studenten dienten, wird eine Massenbewegung. Luther wird exkommuniziert und vogelfrei. Auf seiner Zufluchtsstätte, der Wartburg übersetzt er die Bibel ins Deutsche, dabei erschafft er mit Gottes Hilfe das Hochdeutsch. Die Kirche als Mittler zu Gott wird jedoch von Rom verfochten, fortan gibt es zwei christliche Kirchen in Deutschland: Katholiken und Protestanten!
Dritter Abend
Und es wird fortan bis heute viele freie christliche Gemeinden und Bewegungen geben. Die letzten 500 Jahre starten mit der Verwüstung Deutschlands durch den 30-Jährigen Krieg. Die beiden herrschenden Kirchen kämpfen um die richtige Überzeugung, Glaube wird auf Dogmen reduziert. Mord, Plünderei, Vergewaltigung bilden kein Ruhmesblatt, das Volk hat von Grausamkeit im Namen des Glaubens die Nase voll!
Mit dem Pädagogen August Hermann Franke beginnt eine neue Bewegung, der Pietismus. Hier gründet sich das bis heute erhaltene dreigliedrige Schulsystem, Armenschulen, Missionsgesellschaften. Die Bibel wird zum Hausbuch der Familien. Nächstenliebe zeigt sich in der Fürsorge für andere. Graf von Zinsendorf und der Engländer John Wessley verkünden die Nachfolge Jesu aus Liebe. England wird fromm. Die Weltmission hält Einzug in Neuseeland, Australien und Ostafrika mit Ludwig Krapf. Die lokalen Sprachen werden erforscht, die Bibel wird in Suaheli übersetzt. Bildung und medizinische Versorgung in Tansania und Kenia sind die Folge.
In Deutschland lehrt die Aufklärung, alle Religionen hätten denselben Gott, es komme nur auf das moralisch Gute im Menschen an. Die Vergebung der eigenen Sündhaftigkeit durch Jesus Christus wird geleugnet. Doch eine neue Erweckungsbewegung entsteht mit dem Adeligen Friedrich von Bodelschwingh. Nach dem Verlust aller seiner vier Kinder gründet er Bethel. Widmet sich der Förderung Behinderter durch Werkstätten und Obdachloser durch Unterkünfte und Arbeit. Die Renten- und Sozialversicherungen, sowie die Bausparkasse finden ihren Anfang. Missionsgesellschaften entstehen, christliche Hochschulen und freie Brüdergemeinden.
Die Christen geraten immer wieder in Verfolgung. Dietrich Bonhoeffer wird in den letzten Tagen des 3. Reiches hingerichtet. Nationalsozialismus, Sozialismus, Kommunismus sind die neuen atheistischen Ideologien, die für Christen Mord, Folter, Verfolgung bedeuten. Richard Wurmbrand, jahrelang im sozialistischen Rumänien im Folter-Gefängnis, gründet nach seiner Freilassung die Organisation Märtyrerkirche. Eine ähnliche Organisation, Open-Doors, wird von Bruder Andrew gegründet, der unter Lebensgefahr Bibeln in verfolgte Gebiete schmuggelt.
Endgültig vernichtend will die moderne Bibel-Kritik sein. Bis dato wird Theologie unter der Prämisse „Mythologie“ gelehrt. Die Bibel sei nicht historisch wahr. Die Kirchen verlieren ihre Glaubwürdigkeit. Alarm um die Bibel! - so starten die Bekenntnistage des Pastors Gerd Bergmann und finden Zulauf. Prediger, wie der Amerikaner Billy Graham, die aus der Bibel lesen und predigen, füllen in den 1960er Jahren auch in Deutschland Fußballstadien. Tausende Menschen bekehren sich. In den USA entstehen Mega-Churches.
Im 21. Jahrhundert dauern die Bibelübersetzungen in alle Sprachen der Welt an. Neue Medien bieten eine ungeahnte Plattform der Verkündigung. Während in Asien das Christentum stark wächst, fällt Europa immer mehr vom Glauben ab. Materialismus, Atheismus, Mainstream stellen die Christen hier vor die Frage: Wie lebe ich mein Christsein in einer säkularen, weltlichen, ungläubigen Gesellschaft? Alle Christen heute sind und werden Teil der Kirchengeschichte, denn sie geht weiter mit dem Auftrag, das Wort Gottes zu verbreiten bis Jesus wiederkommt.
Unsere Gottesdienste: Sonntag, 10:00 Uhr, Christuskirche, Römerstraße 79, Niedernberg
Nicht vergessen: Gott ist gut!
Eure EFG-Niedernberg
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