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Eine Gründergeschichte - Alfred Meister im Porträt
Aller Anfang war nur ein Nadelstich entfernt

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Die Region Aschaffenburg und Miltenberg waren einmal wichtige Zentren der Bekleidungsindustrie in Deutschland. Der hart umkämpfte Markt wurde immer schwieriger zu bedienen bei der Flut an preis-günstiger Ware aus aller Welt. Damit hatte auch Alfred Meister, als Schneider und ehemaliger Shopbesitzer für Motorradzubehör, vor über 20 Jahren zu kämpfen. Die Lösung schien nur ein Nadelstich entfernt zu sein.
Meister produziert, verleiht und pflegt heute sogenannte „Hussen“. Hussen sind jene textilen Überzüge die extra für Stühle und Tische angefertigt werden. Diese werden bei Events eingesetzt und verleihen der Veranstaltung den letzten Schliff. „Hussen sollen dem ganzen eben einfach eine Kirsche auf das Sahne-häubchen setzen“ so Meister.

Wie das Schicksal manchmal spielt beruht die Gründung des Unternehmens einem Zufall. Alfred Meister ist gelernter Schneider, ein Beruf, der in der Region gute Tradition hat. Meister hat seinen beruflichen Weg im Einzelhandel gesucht und gefunden, in einer Firma, die alles rund ums Motorrad verkauft. So fertigt er oft maßgeschneiderte Sitzbezüge oder Ledermonturen an. Der Schneidermeister arbeitete also doch, wenn auch indirekt, in seinem Metier.

Ein Motorradenthusiast und wie es der Zufall so wollte ebenfalls Event-Veranstalter aus der Umgebung, fragte den Schneider vor 20 Jahren, ob er „Hussen“ nähen könnte. Zuerst stutze dieser, da der Begriff ihm nicht geläufig war. Nichts desto trotz setzt er sich an seine Nähmaschine und tüftelte an der ersten „Stuhlhusse“. Die Marktlücke erkannte Alfred Meister sehr schnell. Und baute aus dem zufälligen Auftrag einen Hussenverleih auf. Im Gewerbegebiet von Sulzbach entstand bald eine Schneiderei und Wäscherei die zur Werkstätte und Hussenzentrale aus dem Rhein-Main Gebiet wurde.

Die Aufträge kommen in der Regel von professionellen Veranstaltern, die unterschiedlichste Events ausrichten, jedoch auch von Gastronomen oder privat Personen. Die Kunden kommen aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland. Im Durchschnitt sind etwa 100 Stühle und Tische zu verkleiden, der größte Auftrag allerdings ging über 1.200 Stuhlhussen. Eines seiner Highlights war die Belieferung, durch einen kooperierenden Veranstalter, an den Bundestag als hohe Vertreter aus dem Ausland die Bundeskanzlerin besuchte, beschreibt Meister mit Begeisterung. Da die Teile in der hauseigenen Schneiderei gefertigt werden, spielen unterschiedliche Größen, wie sie beispielsweise bei Tischen zu berücksichtigen sind, keine Rolle. „Dadurch bewahren wir unsere Flexibilität“ so der Gründer. Das Lager umfasst mittlerweile tausende Hussen und Tischwäsche in den unterschiedlichsten Ausfertigungen und Farbvariationen.

Eine wichtige Rolle spielt die Farbe des textilen Materials. Anhand von Farbmustern kann sich der Kunde entscheiden. Sollte es doch mal etwas außergewöhnliches werden, kann das entsprechende Material, wenn es im Lager nicht bereits vorhanden ist, in kürzester Zeit geordert werden. Am folgenden Tag ist der Stoff zumeist nach Sulzbach geliefert. An den Nähplätzen kann dann schnellstens produziert werden. „Da wird auch mal die Nacht durchgenäht, wenn etwas kurzfristig benötigt wird“ erzählt Alfred Meister. Wobei neben den Hussen für Stühle und Tische auch die textilen Dekorationen beispielsweise fürs kalte Büffet oder auch edle Schleifen genäht werden können. Die fertigen Textilien werden anschließend in der Regel über Paketdienste an den Veranstalter geschickt, jedoch können auch auf Wunsch die Stuhlhussen an Ort und Stelle geliefert und aufgezogen werden.

Es stellt sich die Frage wie es nach der Veranstaltung weitergeht, wenn die Hussen ihren Weg in die Wäscherei zurückfinden. Immerhin können Stuhlhussen bis zu 100 Wechsel halten, manche wiederum sind nach dem ersten Einsatz hinüber. „Die größten Feinde einer Hussen sind Freiluftveranstaltungen und eine glühende Zigarette“ kommentierte Meister lachend.

Für die Pflege der vom Einsatz zurückkehrenden Textilien steht eine komplett eingerichtete Wäschereiabteilung zur Verfügung. Der Maschinenpark der aus Industriewaschmaschinen, Wäschereipressen und einer Heißmangel besteht wurde dem Prozess der Pflege und Textilerhaltung angepasst. Gemeinsam mit dem Hersteller Malavasi/Pallas aus der Region wurden dafür extra sogenannte Finishmaschinen konstruiert und angefertigt. Die vor allem im Bereich der Tischwäsche den Anspruch an Qualität und Hochwertigkeit halten sollen.

Mithilfe von Stoff möchte Meister Hussen Menschen ermöglichen aus jedem Event, ob klein oder groß, etwas einzigartiges und unvergessliches zu machen.

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