Bewegende Stunden beim TV Trennfurt
Rückblick auf Vereinsgeschichte und würdiger Abschied langjähriger Vorstandsmitglieder

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Trennfurt. Ein besonderer Nachmittag voller Erinnerungen, Dankbarkeit und Emotionen prägte den sogenannten „Kaffeeklatsch“ des TV Trennfurt am 17. Mai in der vereinseigenen Turnhalle. Die Veranstaltung verband auf eindrucksvolle Weise einen historischen Rückblick mit der Verabschiedung verdienter Vorstandsmitglieder – allen voran des langjährigen Vorsitzenden Horst Heuß.

Zeitreise durch die Geschichte der Turnhalle

Unter dem Leitmotiv „Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit“ wurde den zahlreichen Gästen zunächst die Geschichte der Turnhalle und des Vereins nähergebracht.

Der Blick zurück zeigte eindrucksvoll, wie sehr der TV Trennfurt schon immer vom ehrenamtlichen Engagement seiner Mitglieder geprägt war. Bereits die erste Turnhalle entstand in den 1930er Jahren in Eigenleistung, als Vereinsmitglieder – mangels finanzieller Mittel – mit Arbeitskraft zum Bau beitrugen.

Auch der Bau der heutigen Turnhalle folgte dieser Tradition. Nach jahrelanger Planung begann 2004 der Neubau, der durch enorme Eigenleistungen der Mitglieder möglich wurde. Rund 1,2 Millionen Euro Gesamtaufwand sowie Eigenleistungen in erheblicher Höhe verdeutlichen die Dimension dieses Gemeinschaftsprojekts.

Seit der Einweihung im Jahr 2006 entwickelte sich die Halle nicht nur zu einem sportlichen Zentrum, sondern auch zu einem kulturellen Treffpunkt für den gesamten Ort. Zahlreiche Veranstaltungen machten sie zu einem wichtigen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in Trennfurt.

Beeindruckender Auftakt vor den Ehrungen

Bevor der offizielle Teil mit den Ehrungen begann, sorgte eine besondere Darbietung für Aufmerksamkeit: Louis Rachor und Leonie Kremer der Gruppe Showtime zeigten eine eindrucksvolle Performance an von der Decke hängenden Tüchern. Die Vorführung verdeutlichte die Vielfalt des heutigen Sportangebots im Verein und bot den Gästen einen überraschenden und künstlerischen Einblick in die Arbeit der Abteilungen.

Würdigung langjähriger Vorstandsarbeit

Im zweiten Teil des Nachmittags standen die Menschen im Mittelpunkt, die über Jahrzehnte Verantwortung übernommen und den Verein maßgeblich geprägt haben. Drei langjährige Vorstandsmitglieder wurden verabschiedet, deren Engagement weit über ihre eigentlichen Aufgaben hinausging.

Alfred Wunderlich, der seit 1998 als zweiter Vorsitzender tätig war, galt als „Mann für alles“, insbesondere wenn es um praktische Lösungen ging. In einer schwierigen Phase des Vereins war er zunächst stark im Bereich Fußball engagiert und setzte sich dafür ein, diesen wieder zu beleben. Später brachte er beim Bau der neuen Turnhalle seine beruflichen Erfahrungen ein und half bei zahlreichen Gewerken aktiv mit – von technischen Lösungen bis hin zur Umsetzung vor Ort. Auch im Wirtschaftsbetrieb war er stets ein verlässlicher Helfer und unterstützte den Verein über viele Jahre hinweg weit über seine eigentliche Funktion hinaus.

Martina Salwender prägte den Verein seit 2002 als Vermögenswartin über ein Vierteljahrhundert entscheidend. Sie verantwortete die gesamte Buchführung, wickelte alle Zahlungsvorgänge ab und kümmerte sich um die immer komplexer werdenden steuerlichen Anforderungen. Unter ihrer Leitung entwickelte sich die Finanzverwaltung des Vereins zu einem nahezu professionellen System – inklusive sauberer Trennung der unterschiedlichen Vereinsbereiche und vorausschauender Finanzplanung. Darüber hinaus engagierte sie sich auch aktiv im Sportbetrieb als Übungsleiterin im Mädchenturnen und leistete damit Woche für Woche einen zusätzlichen Beitrag für die Kinder- und Jugendarbeit des Vereins.

Evi Jakob übernahm seit 2002 die verantwortungsvolle Aufgabe der Schriftführerin – eine oft wenig sichtbare, aber unverzichtbare Tätigkeit. Sie fertigte Protokolle an, organisierte deren Weitergabe und sorgte dafür, dass alle formalen Anforderungen des Vereinslebens zuverlässig erfüllt wurden. Gerade bei Mitgliederversammlungen, bei denen rechtliche Aspekte eine wichtige Rolle spielen, war ihre sorgfältige Arbeit von besonderer Bedeutung. Darüber hinaus war sie bei zahlreichen Veranstaltungen und Arbeitseinsätzen als Helferin präsent und engagierte sich parallel auch stark im kirchlichen Ehrenamt.

Auch die Grußworte weiterer Ehrengäste unterstrichen die Bedeutung dieses Nachmittags: Ralf Reichwein, stellvertretender Landrat des Landkreises Miltenberg und ehemaliger Bürgermeister Klingenbergs, Adolph Zerr, Vorsitzender des BLSV Kreis Miltenberg, sowie Jürgen Dosch, kommissarischer Vorsitzender des Turngaus Main-Spessart, hielten jeweils eine Rede. Darin würdigten sie die großartigen und vorbildlichen Leistungen des Vereins in den vergangenen Jahrzehnten und hoben insbesondere dessen beständiges ehrenamtliches Engagement und seine wichtige Rolle für das gesellschaftliche Leben hervor.

Allen drei wurde für ihre jahrzehntelange, zuverlässige und oftmals im Hintergrund geleistete Arbeit großer Dank und Anerkennung ausgesprochen.

34 Jahre an der Spitze: Abschied von Horst Heuß

Den emotionalen Höhepunkt bildete die Verabschiedung des bisherigen ersten Vorsitzenden Horst Heuß – eines Mannes, der den Turnverein Trennfurt über mehr als drei Jahrzehnte hinweg entscheidend geprägt hat.

Seit seinem Amtsantritt im Jahr 1992 stand Heuß insgesamt 34 Jahre an der Spitze des Vereins – eine außergewöhnlich lange Zeit, in der sich der TV Trennfurt grundlegend wandelte.

Unter seiner Führung entwickelte sich der Verein von einem klassischen Turn- und Sportangebot zu einem modernen Breitensportverein mit einer beeindruckenden Vielfalt: Neue Angebote wie Gesundheits- und Rehasport, Fitnesskurse oder Trendsportarten wurden etabliert, ohne bewährte Strukturen zu vernachlässigen. Heute reicht das Spektrum vom Kinderturnen bis in den Seniorenbereich und ermöglicht Sport für alle Altersgruppen.

Auch infrastrukturell setzte Heuß gemeinsam mit seinem Team Maßstäbe. In seine Amtszeit fallen der Bau der neuen Turnhalle, die Schaffung weiterer Sportanlagen wie Beachfelder oder Bolzplatz sowie aktuell Projekte wie der inklusive Spielplatz. Diese Entwicklungen entstanden nicht aus Einzelentscheidungen heraus, sondern basierten stets auf gemeinschaftlichem Engagement und der Fähigkeit, Menschen für Ideen zu gewinnen.

Ein besonderes Merkmal seiner Arbeit war die konsequente Ausrichtung auf Gemeinschaft und Zusammenhalt. Heuß verstand sich nie als Einzelkämpfer, sondern als Teil eines Teams. Projekte konnten nur realisiert werden, weil es ihm gelang, Mitglieder einzubinden, zu motivieren und für gemeinsame Ziele zu begeistern. Immer wieder betonte er, dass Erfolge im Verein nur gemeinsam möglich seien.

Dabei war er nicht nur Organisator und Stratege, sondern auch ein Vorsitzender „zum Anfassen“: Er packte bei Arbeiten mit an, war bei Veranstaltungen präsent und suchte stets den Ausgleich, wenn es im Vereinsleben zu unterschiedlichen Interessen kam.

Sein Wirken ging zudem weit über den Verein hinaus. Heuß setzte sich stets für die Zusammenarbeit der Vereine im Ort ein und trug maßgeblich dazu bei, dass sich in Trennfurt eine enge und funktionierende Vereinsgemeinschaft entwickeln konnte, die gegenseitige Unterstützung als Selbstverständlichkeit lebt.

In seiner Abschiedsrede blickte Horst Heuß dankbar auf diese Jahre zurück. Dabei stellte er immer wieder heraus, dass all das Erreichte nicht sein persönliches Werk sei, sondern Ergebnis eines starken Miteinanders vieler engagierter Menschen.

Besonders bewegend war sein Dank an die Familie – allen voran an seine Frau Elke. Über Jahrzehnte hinweg hielt sie ihm im Hintergrund den Rücken frei, organisierte den Alltag, nahm Anrufe entgegen und stellte persönliche Interessen oft zugunsten der Vereinsarbeit zurück. Ohne diese stille, oft unsichtbare Unterstützung wäre ein derart langes und intensives Engagement kaum möglich gewesen.

Mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden würdigte der Verein nicht nur seine außergewöhnlichen Verdienste, sondern stellte zugleich sicher, dass seine Erfahrung auch künftig erhalten bleibt. Denn eines wurde an diesem Nachmittag deutlich: Horst Heuß tritt zwar einen Schritt zurück, bleibt dem TV Trennfurt aber weiterhin eng verbunden.

Ein Nachmittag, der verbindet

Der „Kaffeeklatsch“ zeigte eindrucksvoll, wie stark der Turnverein Trennfurt von Zusammenhalt und ehrenamtlichem Engagement lebt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft wurden an diesem Tag miteinander verbunden – ganz im Sinne des Mottos des Nachmittags:

Großes Werk gedeiht nur durch Einigkeit.

Autor:

Heiko Sackenreuther aus Trennfurt

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