Die Ausstellung „passaggi“ von ELISABETH HEINDL in der Wiesbadener Kirche St. Mauritius endet mit „TANZ & TALK“! Donnerstag, 14. Mai 2026, Christi Himmelfahrt, von 16 bis 18.30 Uhr
- hochgeladen von Marc Peschke
Die Ausstellung „passaggi“ von ELISABETH HEINDL in der Wiesbadener Kirche St. Mauritius endet mit „TANZ & TALK“! Donnerstag, 14. Mai 2026, Christi Himmelfahrt, von 16 bis 18.30 Uhr
Elisabeth Heindl, München & Amelie Ricas, Hamburg – moderiert von Dr. Christiane Morsbach
Zwischen den klaren Linien des brutalistischen Kirchenraums von St. Mauritius in Wiesbaden öffnet sich ein unerwarteter Erfahrungsraum: Mit zwei eigens für die Kirche geschaffenen Rauminstallationen „passaggi“ und „vis-à-vis“ verwandelt die Münchner Künstlerin Elisabeth Heindl den sakralen Ort in eine Choreografie aus Farbe, Licht und Bewegung. Was hier geschieht, ist mehr als eine Ausstellung: Es ist ein Angebot, sich selbst in der Bewegung durch den Raum neu zu begegnen.
Den Auftakt der Finissage bildet eine Tanzperformance mit Amelie Ricas, die Bezug nimmt auf die Kunstinterventionen Elisabeth Heindls. Im anschließenden Artist Talk wird der Dialog zwischen den Werken der Künstlerin und ihrer improvisatorischen Übersetzung in eine Tanzperformance aufgegriffen und dann in Kontext zum Oeuvre Heindls gesetzt. Nach dem Talk sind Sie eingeladen, gemeinsam mit Amelie Ricas in Form eines kurzen „interaktiven Workshops“ inmitten des Kirchenraums selbst in Bewegung zu kommen.
„Passaggi“, das italienische Wort für Passagen, Übergänge, Durchgänge, benennt präzise, worum es Heindl geht: um das Dazwischen, das Unterwegssein, den Moment der Verwandlung. Nicht das Ankommen ist entscheidend, sondern das Durchschreiten selbst. Dies greift Amelie Ricas mit feinstem Gespür für Raum, Kunst und Musik auf und lädt uns ein, die beiden Installationen sowie den Kirchenraum bewusst zu erleben. Es sind keine Erfahrungen im Tanz erforderlich.
Heindls künstlerischer Ansatz setzt auf das Erleben einer ganzheitlichen Dimension: Das Licht sowie die Farbe führen uns durch das Innere von „passaggi“ hindurch. Das Erleben kann uns Anregung für die nächsten Schritte des eigenen „parcours della vita“, unseres transformativen Lebenswegs, sein. Im Tanz kann der Blick auf unsere Gegenwart und unseren eigenen Transformationsweg vertieft und auf das Leben und Wirken des Hl. Franziskus (1181-1226) bezogen werden.
Ein Ort, eine Einladung, eine einmalige Konstellation
Es ist ein seltenes Zusammenspiel, das diese Ausstellung und das Rahmenprogramm möglich macht: Veranstaltet von der Katholischen Erwachsenenbildung Wiesbaden-Untertaunus und Rheingau (KEB) gemeinsam mit der Pfarrei St. Bonifatius, Kirchort St. Mauritius, der Initiative „Kirche und Kultur“ der KEB und in Kooperation mit der Katholischen Akademie Rabanus Maurus, ist sie ein eigens für diesen Ort entwickeltes Projekt. Kuratiert hat die Schau Dr. Simone Husemann, Leiterin des Bereichs Kunst und Kultur der KEB.
Wer die Kirche betritt, gerät unmittelbar am Eingang in die Dramaturgie der Rauminstallationen Elisabeth Heindls: Der Weg führt entlang des Mittelgangs der Kirchenraums durch eine dunklere Passage, ein tiefes, dichtes Blau, das den Blick sammelt und den Schritt verlangsamt. Erst danach öffnet sich ein zweiter Raum: getaucht in ein kräftiges Gelb, das laut Künstlerin als „kleines Gold“ zu verstehen ist. Ein Aufhellen, ein Weitergehen, ein Übergang, der schließlich in den Altarraum führt. Was in diesem Moment geschieht, ist nicht nur visuell. Es ist eine körperliche Erfahrung. Von dort aus sind es nur wenige Schritte zur ebenso überlebensgroßen Arbeit „vis-à-vis“, die auf lichtvolle Begegnung mit sich selbst und einem Gegenüber setzt.
Inhaltlich ist die Ausstellung im Kontext des Gedenkjahres für Franz von Assisi verankert. Das Leben des Heiligen war von radikalen Umbrüchen geprägt, beispielsweise Krankheit, Zweifel, Neuorientierung. Dieses sind existenzielle Passagen und Übergänge, die Heindls Arbeiten erfahrbar machen.
Die Künstlerin studierte neben Bildhauerei und Architektur auch klassisches Ballett und Modern Dance. Sie denkt Raum immer auch als Bewegung. Ihre Installationen sind choreografierte Übergänge, die erst im Durchschreiten ihre volle Wirkung entfalten.
Elisabeth Heindl lädt zu einer fein auf den Kirchenraum abgestimmten Erfahrung. Amelie Ricas übersetzt diese choreografierte Wahrnehmung in eine künstlerische Tanzperfomance.
Bis zum 14. Mai sind die Werke in der Katholischen Kirche St. Mauritius (Abeggstraße 37, 65193 Wiesbaden) zu erleben.
https://www.keb-limburg.de/news/news-detail/durchgaenge-ins-offene
www.kirche-und-kultur.de
www.bistumlimburg.de
www.elisabeth-heindl.de
https://www.bonifatius-wiesbaden.de/kirchorte/st-mauritius
https://www.ameliericas.com/
Autor:Marc Peschke aus Wertheim |
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