Kolping News aus Köln v. 27.05.2026
Papst Leo fordert Verantwortung für die Gestaltung der Moderne
- Papst Leo XIV
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Kolping-Bundespräses Sebastian Schulz greift in seinen Gedanken zur neuen Enzyklika die zentrale Botschaft von Magnifica Humanitas auf: Nicht Technik an sich ist die Herausforderung unserer Zeit, sondern die Frage, welchen Wert wir einem verantwortlichen Leben in Gemeinschaft beimessen.
Papst Leo XIV. beschreibt in Magnifica Humanitas sehr präzise eine große Versuchung unserer Zeit: dass wir anfangen, den Wert des Menschen nach Sichtbarkeit, Tempo und Nutzen zu bemessen. Genau darin, und nicht zuerst in der Technik selbst, liegt die eigentliche Herausforderung.
Mich beeindruckt, dass der Papst keine Kulturangst schürt. Er verteidigt nicht die Vergangenheit gegen die Moderne. Er fragt vielmehr, ob unsere Gesellschaft noch Räume kennt, in denen Menschen wachsen dürfen, ohne sich permanent beweisen zu müssen.
Er argumentiert hier nicht kulturpessimistisch, sondern sozialethisch.
Einen Satz der Enzyklika finde ich deshalb besonders stark: „Jede Generation erbt die Aufgabe, die eigene Zeit zu gestalten, damit die Geschichte zu einem Ort reifen kann, an dem Würde und Geschwisterlichkeit ermöglicht wird.“
Für mich ist das ein wichtiger Impuls. Es geht nicht um Rückzug aus der Moderne, sondern um die Verantwortung für ihre Gestaltung. Mich bewegt ebenfalls das „Babel-Bild“ am Anfang: „Die von Gott geschaffene großartige Menschheit steht heute vor einer Wahl: Entweder sie errichtet einen neuen Turm zu Babel oder sie baut die Stadt, in der Gott und die Menschheit gemeinsam wohnen.“ Das ist kein Technik-Bashing. Babel steht hier für eine Gesellschaft, die Größe produziert, aber Beziehung verliert. Das trifft auf viele Debatten unserer Zeit zu. Es geht auf der einen Seite um maximale Vernetzung und gleichzeitig steigt die Einsamkeit, die Polarisierung und der Sinnverlust in der Gesellschaft.
Gerade deshalb finde ich Magnifica Humanitas - aus der Sicht von Kolping Deutschland - so aktuell. Adolph Kolping wollte junge Menschen befähigen, ihr Leben in Gemeinschaft zu gestalten und nicht befeuern, als Einzelkämpfer*innen voranzugehen. Genau dazu mahnt die Enzyklika mit großer Klarheit.
Autor:Kolpingsfamilie Miltenberg-Bürgstadt e.V. aus Miltenberg |
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