Alte Kirche in Bürgstadt
Kirchturmführung
- hochgeladen von Willibald Schmalbach
Der Turm der Alten Kirche in Bürgstadt ist weithin sichtbar und ist ein beeindruckendes Merkmal unseres Ortsbildes. Er wurde 1585 mit der Echter-Spitze auf die Höhe von 57 Metern gebracht. Damals konnte man auf den Grundstein des Rathauses schreiben konnte: „... wuchs guter Wein sehr teuer“. Man konnte es sich leisten und man zeigte es. Aber wie sieht er innen aus?
Das zu erfahren, gab es am Sonntag gleich zweimal die Möglichkeit und die beiden Gruppen waren schnell besetzt. Willibald Schmalbach von der Kath. Kirchengemeinde startete mit seinen Teilnehmern an der Kreuzigungsgruppe, beschrieb die Baugeschichte der Kirche und des Kirchturms. Im Innenraum der Kirche verdeutlichte er es alles mit neuer Sichtweise. An der Wehrorgel vorbei kam man über die Zugtreppe in den Speicher. Über einen stabilen Holzbohlenweg ging es in den Kirchturm und dort über eine Stahltreppe bis zur Kammer mit dem ehemaligen Uhrwerk, das früher täglich aufgezogen werden musste. Inzwischen ist alles durch eine elektronische Uhr ersetzt.
Noch eine kurze Treppe und wir waren in der Glockenstube angekommen. In dem stählernen Glockenstuhl hängen vier Glocken, von denen die Älteste von 1499 ist. „Anna heiß ich, zu unserer Frauen Lob läut ich, Bernart Lachamann goss mich“. Schon im 30-jährigen Krieg wurde sie mit ihren Schwestern zum Einschmelzen abgeholt. Auch 1897 mussten drei Glocken in Heidenfeld für uns neu gegossen werden, dann schon wieder 1925 und zuletzt 1955. Immer wurden die jüngeren Schwestern eingeschmolzen, doch die Anna-Glocke kam wieder zurück. Zuletzt 1947, nachdem sie in Hammelburg gefunden worden war. Von den 1955er Glocken sind die Maria-Glocke und die Margareten-Glocke hier im Turm. Die Sebastiani-Glocke wurde 1964 in den Glockenturm der Neuen Kirche verbracht und die Alle-Engel-Glocke kam neu dazu. So sind in der Alten und Neuen Kirche jeweils 4 Glocken, die in ihrer Stimmung aufeinander abgestimmt sind. Der Viertelstunden- und der Stundenschlag erschreckte uns während der Unterhaltung. Zum Abschluss schwang die Anna-Glocke und zeigte ihr Können.
Nach dem Abstieg trafen wir uns an der Orgel. Meine abschließende Frage, wieviel Stufen wir jetzt hoch gestiegen waren, wurden von dem Kind am besten geschätzt - es waren 74. Nach der Einschätzung der Diözese wird die Alte Kirche nicht mehr benötigt. Trotzdem will die Kirchengemeinde sie so erhalten, dass sie gerne besucht wird. Deshalb soll ein Teil der Bänke durch bequemere aus dem aufgelösten Kloster unserer ehemaligen Erlöserschwestern aus Heidenfeld ersetzt werden. Mit einer Spende für diese angestrebten neuen Bänke für die Alte Kirche bedankten sich die Teilnehmer.
Autor:Willibald Schmalbach aus Bürgstadt |
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