Singen mit dem ganzen Körper
Stimmbildungsworkshop begeisterte Sängerinnen und Sänger
- Ein lockerer Körper erzeugt schöne Töne. Das erfuhren die Sängerinnen und Sänger beim Workshop mit Anna Stijohann (Mitte).
- hochgeladen von Susanne Flicker
Der Sängerkreis Miltenberg hatte am Samstag, 13. September 2025 zu einem Stimmungsbildungsworkshop in die Mittelmühle Bürgstadt eingeladen. Dozentin war Anna Stijohann, die es verstand die Teilnehmer/innen mit ihrer lockeren Art auf eine Reise durch die Welt der vielfältigen Gesangstechniken mitzunehmen.
Nach der Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Sängerkreises Miltenberg Andreas Köster schickte die Dozentin die Sängerinnen und Sänger durch den Saal der Mittelmühle und forderte dazu auf zu lauschen, zu spüren und dabei seinen eigenen Körper wahrzunehmen. „Singen fängt von innen an“, erklärte sie. Schlängeln wie im Taucheranzug, kleine Bewegungen wie eine „Lavalampe“, streichen über Brust, Arme und Beine – dies alles rege die Faszien an und lockere den Körper. Das anschließende kurze Lied „Komm‘ se rein, könn‘ se rausgucken“ klang dann nach den Lockerungsübungen schon recht entspannt, das Laufen im Rhythmus machte Spaß.
„Wichtig ist die Stimme loszulassen“, erklärte Anna Stijohann. Singen kommt aus dem Inneren. Es gibt zahlreiche Resonanzkörper in uns. Mit vielen Beispielen zeigte sie auf, wie der Körper gelockert werden kann (z. B. schütteln) und wie die Stimme in bestimmten Situationen klingt. So wurde zu Ausfallschritten nach allen Seiten ein Ton erzeugt und mit einem Luftballon als Resonanzkörper die Vibration der Stimme verstärkt und der Klang intensiviert. Anhand von Kanons folgten weitere Lockerungsübungen, die danach harmonisch erklangen, obwohl alle Anwesenden aus verschiedenen Chören kamen. Wichtig ist nicht nur die Verbindung mit dem Körper, sondern auch die Verbindung mit der Umgebung, betonte die Dozentin.
Nach der Mittagspause zeigte sie auf, wie man mit verschiedenen Techniken, die eigenen Töne im Resonanzkörper Kopf hören kann, wie z. B. Hände falten und auf die Ohren legen oder hinter die Ohren halten. Wozu sich Butterbrot-Papier auch fürs Singen eignet, überraschte so manche Sänger/innen – damit kann man u. a. die richtige Tonhöhe finden.
Zwischendurch beantwortete Anna Stijohann die Fragen der Sängerinnen und Sänger, wie z. B. gibt es eine Kopf- und Bruststimme? Brauchen wir das Zwerchfell zur Unterstützung beim Singen? Wie atme ich richtig? – Ihr Rat immer wieder: einfach loslassen. Sollte man in der Probe lieber stehen statt sitzen? – Auch hier gilt: Der Körper muss wach sein und lebendig und das geht am besten mit Bewegung, kommentierte sie.
Es herrschte den ganzen Tag eine wunderbar lockere Atmosphäre, in der nicht nur viel gelernt, sondern auch immer wieder gelacht wurde. Die Dozentin wurde am Ende mit viel Applaus und einem Geschenk verabschiedet.
Für die Bewirtung sorgte der Vereinigte Sängerbund Liederkranz Bürgstadt.
Autor:Susanne Flicker aus Großheubach |
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