Rehkitzrettung in Großostheim
Lebensretter in den frühen Morgenstunden
- hochgeladen von Benjamin Nebel
Großostheim – Im Mai beginnt in unseren heimischen Wäldern und Wiesen die sogenannte Setzzeit der Rehe. In dieser sensiblen Phase bringen Rehgeißen ihren Nachwuchs zur Welt – die Rehkitze. Zum Schutz vor Feinden drücken sich die Jungtiere regungslos ins hohe Gras. Dieses natürliche Verhalten wird ihnen jedoch schnell zum Verhängnis, wenn die Wiesen zur Mahd freigegeben werden.
Doch dank engagierter Zusammenarbeit zwischen Landwirten, Jägern und Technik ist in Großostheim auch in diesem Jahr wieder ein kleines Wunder möglich geworden: Über zehn Rehkitze konnten durch gezielte Rehkitzrettung vor dem Mähtod bewahrt werden.
Revierinhaber Andreas Reinhard organisiert die Einsätze, die stets in den frühen Morgenstunden stattfinden – bevor die Landwirte mit ihren Maschinen auf die Felder fahren. „Die Landwirte informieren uns rechtzeitig, welche Flächen gemäht werden sollen“, erklärt Reinhard. So kann das Helferteam mit modernster Technik anrücken: Drohnen mit Wärmebildkameras fliegen über die betroffenen Wiesen und suchen systematisch nach warmen Punkten im hohen Gras.
Gesteuert wird die Drohne von Lukas Reinhard, dem Sohn von Andreas. Der junge Jäger ist bei den Einsätzen immer mit dabei und übernimmt routiniert das Fliegen und Auswerten der Wärmebilder. Sobald die Kamera ein verdächtiges Wärmebild anzeigt, lotst Lukas seinen Vater über Mobilfunk zur entsprechenden Stelle. Ist ein Kitz gefunden, wird es vorsichtig mit Handschuhen in eine spezielle Transportbox gesetzt – oder, wenn es die Situation erlaubt, direkt an einem sicheren Ort am Rand der Wiese geschützt abgelegt.
Dabei ist äußerste Vorsicht geboten: „Berührt man das Kitz mit bloßen Händen, kann es passieren, dass die Geiß ihren Nachwuchs nicht mehr annimmt“, warnt Reinhard.
Sobald die Wiese gemäht ist, wird das Jungtier wieder in sicherem Abstand freigelassen – meist wartet die Mutter in der Nähe und nimmt es wieder an.
Die Rehkitzrettung ist ein stiller, aber überaus wertvoller Beitrag zum Tierschutz. Ohne das frühe Engagement und die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten wären viele dieser Leben nicht zu retten. Ein besonderer Dank gilt dabei auch den Landwirten, die nicht nur ihre Felder bestellen, sondern auch Verantwortung für die heimische Tierwelt übernehmen.
Autor:Benjamin Nebel aus Großostheim |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.