Pflegefachvortrag mit Franziska Hofmann
Pflegende Angehörige im Blick
Pflegende Angehörige im Blick
Die Pflege eines Angehörigen ist eine verantwortungsvolle Aufgabe. Damit ist aber nicht nur die Verantwortung gegenüber der betroffenen Person gemeint, die unterstützt wird. Denn mindestens genauso wichtig ist die Verantwortung sich selbst gegenüber, die ein pflegendender Angehöriger übernehmen muss.
Am 28. April widmeten sich aktive Zuhörer gemeinsam mit der Referentin Franziska Hofmann von der Beratungsstelle für Senioren und pflegende Angehörige e. V. in der Kleinwallstädter Zehntscheune genau diesem Thema. Was brauchen pflegende Angehörige, um ihrer verantwortungsvollen Aufgabe gewachsen zu sein und selbst gesund zu bleiben? Eingeladen hatte hierzu Hannelore Kreuzer von der Gesellschaft zur Förderung der Gesundheit am Untermain (GfG) - Gesundheitsverein Kleinwallstadt und der Nachbarschaftshilfe Kleinwallstadt.
Drei zentrale Bausteine wurden an diesem Abend beleuchtet. Der erste Baustein war das Thema „Wissen um Entlastungsmöglichkeiten“. Wie bekomme ich einen Pflegegrad und welche Leistungen stehen mir dann zur Verfügung? Wie kann ich in einer akuten Notsituation und darüber hinaus das Pflegezeit- und das Familienpflegezeitgesetz für mich nutzen? Welche Angebote gibt es in der Nähe? Wie kann ich Nachbarn und Bekannte mit einbeziehen? Nur wenn ich über Angebote und Möglichkeiten Bescheid weiß kann ich sie auch nutzen.
Im zweiten Baustein ging es um das Thema Vorsorge. Auch hier wieder: nicht nur Vorsorge für den Angehörigen treffen, sondern auch für sich selbst. Wichtige Begrifflichkeiten wie Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung wurden beleuchtet. Für pflegende Angehörige gilt es auch zu überlegen, wer ihre Aufgaben in der Pflege übernehmen kann, wenn sie selbst einmal ausfallen sollten. Dies schafft Sicherheit und Entlastung.
Im dritten Baustein widmeten sich die Teilnehmer dem Thema der eigenen Gesundheit. Diese kommt bei pflegenden Angehörigen oft zu kurz. Arzttermine werden verschoben, Vorsorge- und Kontrolltermine nicht wahrgenommen, körperliche und psychische Warnsignale ignoriert. Hier forderte Frau Hofmann alle Beteiligten eindringlich auf, die eigene Gesundheit in den Blick zu nehmen. Gerade auch die psychische Belastung in einer Pflegesituation darf nicht unterschätzt werden. Wie kann ich mir Auszeiten organisieren (ohne schlechtes Gewissen), was tut mir gut, wo kann ich Energie auftanken?
Pflegesituationen sind sehr unterschiedlich und es gibt keine pauschalen Lösungen für problematische Situationen. Diese drei Bausteine sind aber eine Grundlage, auf der Pflege für alle Beteiligten gut gelingen kann.
(F.Hofmann, H. Kreuzer- Nachbarschaftshilfe Kleinwallstadt
Autor:Hannelore Kreuzer aus Kleinwallstadt |
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